Donnerstag, 23 Juli 2015 16:30

23.-25.07.2015 Ragnarock Open Air 2015 - Wrack + Sober Truth + Spreading Miasma + Corrosive +++ Empfehlung

geschrieben von Oberkommando
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23.-25.07.2015 Ragnarock Open Air 2015 - Wrack + Sober Truth + Spreading Miasma + Corrosive +++ Ragnarock Open Air 2015

Es ist mal wieder soweit! Das Ragnarock Open Air geht in sein 14. Jahr und Undergrounded ist wieder mit dabei. Nicht nur unsere Hausbands Corrosive, Sober Truth, Wrack und Spreading Miasma sondern auch ein insgesamt exquisit arrangiertes Billing versprechen ein Wochenende der untergründigen Superlative. Ahab, Samael, Solstafir sowie Kryptos (Indien) und Dream Spirit (China) sind weitere Namen die einen Besuch unumgänglich machen!

Wir starten ab sofort mit der Live Berichterstattung und bringen euch praktisch stündlich Updates direkt vor Ort!

 

Donnerstag 16:30 Doors T-1:30

 

Die letzten Vorbereitungen laufen und der Campground füllt sich zusehends, während sich dort zeitweise kleine Staus gebildet haben, die aber durch die schnelle Abwicklung schnell Auflösen. Der UG Stand ist schon komplett eingerichtet und jetzt beginnt langsam die Vorfreude auf den Start des Festivals.

 

Diesen machen fast pünktlich die Thrasher von Fuellinject, die zugegebenerweise eine sehr „moderne“ Interpretation des Stils geben und haben für meinen Geschmack zu viele Breaks im Sound die eher zu Core als zu Thrash passen. Die seit 2007 bestehende Marbuger Band wurde 2014 vom Label Bifröst geadelt und sind dort unter Vertrag – Keine Selbstverständlichkeit da die Jungs inzwischen nur noch zu viert unterwegs sind und eine bereits sehr bewegte Bandhistorie haben. Der Opener hat nicht zuletzt aufgrund des guten Wetters und der erträglichen Hitze sowie der 100 Liter Freibier einen guten Start hingelegt und der Andrang ist von Beginn gut.
 

GraveFI 1


Nach Fuelinject schlagen The Great Cold ganz andere Töne an. Wer sich unter Post Metal nichts vorstellen kann, wird positiv überrascht sein welch feinsten sphärischen Gehörchampagner die vier da abliefern. In Mittelhessen ist das instrumentale Quartett bereits bekannt und beliebt, so dass das Infield bereits in lockerer Streuung gefüllt ist mit wissend nickend, z.T. genießerisch mitgehendem Publikum. Am ehesten vergleichbar mit Bands wie "Solstafir" oder "Agrypnie" konzentieren sich die vier Marburger ausschließlich auf ihre Instrumente und erzeugen damit eine dichte packende Atmosphäre, die auch auf einer Open Air Stage zu überzeugen weiß.

TheGreatCold 4

TheGreatCold 5

Wir vertrauen auf das robuste mittelhessische Publikum, dass sie den Wechsel von diesen fast schon meditativen Parts zum Oldschool Death Metal von Corrosive ohne körperliche Schäden überstehen!


Schonungslos und voll auf die Fresse entern Corrosive die Bühne. Die Menge schaltet direkt auf Vollgas um und scheint bereits gut vertraut mit dem Material Marburger Todesmetaller. Die 1994 in Marburg gegründete Combo hat ihren Sound nach Ausflügen in den Thrashbereich auf reinen Oldschool Death Metal geschliffen. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten hieß es 45 Minuten Geballer vom Feinsten mit einer growlgewaltigen Frontsau. Morgen wird so manchem der Nacken schmerzen.

Corrosive 20Corrosive 29

Umso eine überraschendere Wendung, als beim letzten Song der kleine Sohn von Frontmann Andy mit auf der Bühne stand um seinen Vater zu unterstützen. 

Corrosive 4 Corrosive 9

 

Unwhole - der Headliner der Herzen mit Dany Reinhardt als Bassist - hatte leichtes Spiel mit der inzwischen heißgelaufenen Masse. "Pantera" Coverbands mit Expertise auf "Down" sind nunmal das berühmte Karpfenfischen in der Blechtonne und vor allem, wenn diese Band es drauf hat. All das trifft auf Unwhole zu und neben Klassikern wie Mouth Of War, Domination, Stone The Crow, Temptation's Wing, gaben die Jungs den Songs auch Seele. Sänger Jan war wie ein Derwisch auf der Bühne unterwegs und am Hüpfen, rumliegen, schreien, Gitarre lecken und Publikum anfeuern. Auch die Fans kamen nicht zu kurz und ein besonders ambitionierter Crowdsurfer wurde kurzerhand auf die Bühne zum Mitsingen zitiert. Kein Wunder, dass die Meute vollkommen am Ausrasten war und Unwhole nicht nur eine, sondern zwei Zugaben zum Besten gab.  


Unwhole 10  Unwhole 32 Unwhole 23


Sex liegt in der Luft: Die Kamikaze Kings aus Berlin zelebrieren den Rock'n'Roll. Die selbsternannten Bewahrer des Rock'n'Roll kredenzen dem Publikum Songs aus ihrer 2012er EP " The Law" und Ihrem 2014er Album "Master or Slave". Es fällt auf, dass in dem stark weiblich durchsetzten Publikum nicht nur gebangt, sondern auch getanzt. Ein besonderes Highlight war das Duett von Elmo Kamikaze mit seinem Bruder Jost, Fronter der gerade neu formierten Deathmetaler "Demonbreed". Ein wunderbarer Abschluss für den Festival-Donnerstag.


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Das war der Auftakt des Ragnarock - um 1300 geht es weiter!

Freitag


Zum diesjährigen Freitagsopener SPREADING MIASMA hat sich bereits eine durstige Meute eingefunden. Tech Death auf nüchternen Magen kann bekanntlich zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden führen, daher wurde vonseiten der Veranstalter für ausreichende Mengen Freibier im Vorfeld gesorgt. So gestärkt stemmen sich die Festivalbesucher einem Brecher nach dem nächsten entgegen. Es gab unter anderem Material von der bereits erschienen EP wie  "The Harvest", aber auch Black Metal lastigeres Material und einen großartigen Salut an den "General Blast". Frontmann Nico konnte die Menge zu einem kleinen Circle Pit animieren. Tech Death tut aufgrund seiner Komplexität in den Hirnwendungen weh, kann aber wie Spreading Miasma heute eindrucksvoll demonstrieren auch wirklich mitreißend sein und eine Menge in Bewegung setzen.

SpreadingMiasma 26


Als nächstes entern Cloudbreaker die Bühne. Stürmende Melodien und Riffgewitter donnern von der Bühne, als die Marburger Jungspunde die ROA-Bühne zerlegen. Die fehlende Live-Erfahrung merkt man Ihnen nicht an, das Set klingt tight, der Sound stimmt. Wie eng die lokale Metal-Szene zusammensteht, sieht man als Sänger Maurice Unterstützung von Fuelinject-Fronter Peter bekommt. Alles in allem ein guter Auftritt, wenn auch die Publikumsreaktionen noch ein wenig verhalten war. Nur ein harter Kern von 20 Metahlheads fanden ihren Weg in die Frontrow. Der Rest genoss das Konzert in sitzender Haltung.


Die gleichen Metalheads die gerade noch die Gluthitze flach auf dem Boden ertrugen, ließen sich durch unsere Jungs von Sober Truth tatsächlich in eine aufrechte Standposition nötigen. Mit dem vollen Repertoire an Bonner Power und Songs wie "My Life" oder "New Slavery World" sowie dem neuen Song "Murphys Law" brachte man die kleine aber feine ausgewählte Truppe der Fans sogar zum Ausgiebigen Moshen. Groove Metal funktioniert nunmal auch bei 30+ Grad und einer relativ frühen Slot-Zeit.


20150724 160253



The Day Of Locusts haben den Weg aus London in die mittelhessische Provinz auf sich genommen, um hier mit ihren progressiv angehauchten Sludge das Publikum zu erfreuen. Leider hält sich die Menge vor der Bühne sehr in Grenzen und lässt sich an zwei Händen abzählen. Dabei sind die Engländer hier keine "Unbekannten", hat man sich doch schon mal das beschauliche Marburg ausgesucht, um ihr Album aufzunehmen. Die Jungs geben trotzdem ihr Bestes und überzeugen die ausgewählte Menge mit tiefen Riffs und psychedelisch angehauchten Parts, die eine  Atmosphäre erzeugen, die man selten im Sludge findet.


TheDayOfLocusts 1 TheDayOfLocusts 7 TheDayOfLocusts 4


Wrack als die wahrscheinlich längste Band der Welt (was die Songlänge angeht) hatte auf dem Ragnarock einiges zu Kämpfen. Nicht nur dass der Ersatz des Ersatzes des Drummers ausfiel und unsere Jungs mit Drummer aus der Dose auskommen mussten - Nein, auch Sängergitarrist Seb hatte am selben Tag Geburtstag und am Vortag den einen oder anderen Alkoholunfall. Aber im Underground gibt es keine Entschuldigung und so absolvierten die "Pottler" ihren Auftritt mit Bravour. Dies bedeutete knapp 4 Songs aus feinstem Melodic-BM geschnitzt, die in technischer Finesse und Power auf höchstem Niveau erstmal getoppt werden müssen! Mal stumpf und eintönig und dann wieder verspielt und ausschweifend - Die Bandbreite ist einfach enorm. Dies wurde mit einer wachsenden Menge an Metalheads quittiert die sich die Ehre gab. Den Geburtstagskuchen mit Kerzen wurde direkt auf die Bühne geliefert und das Ständchen gab Wrack selbst.


Wrack 23


Das Ragnarock ist schon immer dafür bekannt vor allem exotische Acts zu buchen und zu supporten - Was Kryptos für den Samstag ist, waren Dream Spirit am Freitag. Die Chinesen die Power Metal mit stark folkloristischen Einflüssen spielen, wurden schon direkt zu Beginn von den wartenden Fans erwartet und frenetisch gefeiert. Mit einer ausgefeilten Show wie es sich für Powermetal gehört, zwang man innerhalb von wenigen Augenblicken die Anwesenden in die Knie. Traditionelle Kostüme, 2 Gitarren, Bass, Drums, Keyboard und Gesang waren auf der gefühlt extrem vollen Bühne perfekt aufeinander abgestimmt und trotz des Mangels an Sinologen im Publikum wurde jeder Song mehr als gefeiert - Inklusive Feuerzeugen und gerecken Fäusten. Leider war der Gig nach gefühlten 10 Minuten vorbei und eine Zugabe konnte wegen Zeitüberschreitung nicht gegeben werden. Dass der Merch innerhalb kürzester Zeit ausverkauft war, braucht nicht zu wundern. Den Gig gibt es übrigens in voller Länge im Undergroundedtube zu bestaunen!


DreamSpirit 3

Nach diesem kulturellen Höhepunkt entern SIX REASONS TO KILL die Bühne. Der Fünfer aus Koblenz machte schon Metalcore, als noch keiner wusste, was das eigentlich sein soll. Die Mischung kommt an und das Publikum quittiert dies mit ordentlich Lautstärke.


Negator sind eine Live-Institution. Dort, wo der Panzer aus Hamburg walzt, bleibt kein Stein auf dem anderen. Souverän und routiniert hämmerte sich der Vierer durch sein Set. Leider lässt diese Routine die Live-Auftritte der Band auch ein wenig verblassen. Wenn man die Jungs öfters sieht, wird doch wenig Neues geboten. Dennoch ein Auftritt, der für alte und neue Fans viel Potential für Nackenschmerzen beinhaltete.

Negator 1

Negator 6


Die Vorfreude auf MASTER war schon während des Soundchecks greifbar. Paul Speckmann hat schon in den Stunden vor dem Auftritt hinterm eigenen Merchstand gestanden. Mit den ersten Tönen entlädt sich im Publikum einiges an Energie durch heftigstes Haargeschüttel. Nach der Ankündigung, dass Master am heutigen Abend beabsichtigen nur Songs vom ersten Album und altes Material zu spielen, bricht die Hölle los.  Bei Brechern wie "The Truth", "Pay to Die" und "Cut through the filth" rastet die Menge vollkommen aus. Die Mischung aus roher Gewalt an den Saiten und einem ordentlichen Gewitter aus der Schießbude überrollt das gesamte Infield. Ohne Nachlass prügelt das tschechische Dreigestirn sich durch die frühe Diskographie.
Für Kenner gibt es mit "Reentry & Destruction" eine seltene Liveperle zu hören. Ein Wahnsinnserlebnis und auch für mich steht jetzt fest, dass Master auch nach 30 Jahren nichts an Spielwut und Energie eingebüßt haben. Eigentlich haben sie ganz offensichtlich keine Lust den Gig zu beenden und die Band mischte sich dann auch noch unter die Meute.

Master 1

Master 2  Master 3


Inzwischen ist das Infield vollständig ausgefüllt. Sólstafir betreten die Bühne und wo vorher noch tosender Todesmetall wütete rollen jetzt unglaubliche Tongebilde über das Publikum. In kürzester Zeit haben die Isländer eine dichte Gänsehautatmosphäre. Während vorn an der Bühne dicht an dich die Hände gen Bühne gereckt werden sitzen  die Fans im hinteren Bereich entspannt auf der Wiese. Trotz gewohnt kühlen Ansagen und entschiedenem Abraten von Islandurlauben ("Don't go to Iceland, there is nothing to see - only volcanos and ice") erzeugt Sänger und Gitarrist Aðalbjörn Tryggvason eine enorme Publikumsnähe. Mir gehen hier auch einfach die Worte aus und Gereeinteilung macht hier einfach keinen Sinn mehr. Nach dem Gig konnte man die Band noch beim Merch antreffen und einige Fans nutzten die Gelegenheit für Autogramme, Gespräche und Umarmungen.

Solstafir 12

Solstafir 13Solstafir 15


















Der Samstag beginnt extrem unfreundlich. Regen, Sturmwarnung und Alkoholoverkill einiger ausgwählter Gäste. Die Sturmwarung der Stufe violett führte zwar auch beim zeltenden Volk zu einigen Kollateralschäden an Pavillons und Zelten, dennoch waren Wind und Regen nie so stark, dass die Veranstaltungs unterbrochen werden musste Genau zum Opener "Earwix" klart das Wetter ein bisschen auf. Es bläst aus Hard-Rock-Ost. Bei den Earwix aus Marburg, die als Lokalmatadore mit ihrem "Gluesniffin Booze Rock" auf dem Ragnarock stadtbekannt sind, ist der Name Programm. Frontschwein Benni Bronson hat sich beim Verfasser dieses Textes nicht nur versucht mit einem Shirt einzukaufen, er hat auch mit Schnaps und süßen Säuseleien Eindruck geschunden. Die special Rock-Show treibt ca. 50 Metalsheads vor die Bühne, die der engelsgleichen Stimme von Benni lauschen während er in seinem eigenen Universum vor locker 20.000 Leute hätte spielen können - Bis Starkregen einsetzt und die Leute ins Merch- und Partyzelt treibt. Eine kleine aber feine Menge bleibt trotzdem vor der unbeeindruckten Band und zieht den Gig, auch trotz eines Stromausfalls, zusammen durch. Zum Abschluss hat sich eine ansehnliche Meute zusammengefunden und dem Regen zum Trotz ordentlich abgefeiert.


Jetzt wird es rotzig - Abadisch aus Linneholzhause hatten ihren Fanclub dabei und feierten eine leicht verregnete Punkrockparty. Einen Eindruck könnt ihr euch auch im Interview mit Björn verschaffen (soon to be uploaded).


Mit melodischem Death Metal wenden Existenced Failed nun musikalisch endlich das Blatt. Die Fünf aus dem Marburger Umland bringen einige moderne Einflüsse mit ein - der Menge gefällts. Und es wird ordentlich gefeiert. Wegen eines fehlenden Laptopkabels konnten die von der Band verwendeten Samples nicht eingespielt werden, was dem Sound von ExFailed bei diesem Auftritt einen ganz anderen, härteren Charakter verleiht.


ARCTURON aus der Schweiz nehmen den Faden auf und sorgen mit ihrem Melodic Death setzten sie einen der ersten Höhepunkte des Tages. Man merkt schnell, dass diese Band trotz junger Besetzung schon länger auf Metalbühnen steht und hier eine gut durchdachte Show abspielt. Arcturon trauen sich auch jenseits der üblichen Wege zu wildern und bringen einige interessante Elemente in ihren Sound ein. Das Publikum nimmt es begeistert auf und Sänger Aljosha Gasser kann die Menge zu Höchstform anstacheln. Es wird enthusiastisch nach einer Zugabe verlangt - alles richtig gemacht. Den gelassenen und sympathischen Eindruck hinterlassen die Jungs auch im Interview mit Vanessa (soon to be uploaded).


Dragonsfire aus Riedstadt haben sich inzwischen vom tragischen Verlust von Sänger Thassilo Herbert erholt und haben den Gesang auf jetzt vier Kehlen verteilt, was zu einer gewissen Range der verschiedenen Songs führt. Das aktuelle Material wie z.B. Steel Eel oder Speed Demon bekommt somit einen High Pitch und auch mal Growling. Das Team Bembel bzw. das "Cider Victims" Team schenkt bei besagtem Song ordentlich Äppler in die Menge, während die treuen Metal Onlier und die M.I.S.E. Open Air Leute brav zusammen mit der restlichen Menge.


Ein besonderer Leckerbissen für die Sludge und Doom Metal Fraktion folgt: EARTHSHIP aus Berlin nehmen die Bühne in Beschlag und legen die Latte für tiefe Töne 10 Etagen tiefer. Es bauen sich wahre Soundlandschaften vor uns auf und diverse Kenner und Liebhaber haben sich vor der Bühne eingefunden, so dass man in einer locker gestreuten Menge, ein großartiges Erlebnis genießen kann.


Mit Kryptos entert eine indische Oldschool Thrash Band die Bühne. 2013 das erste Mal eingeflogen, wurde nach dem Gigtausch mit Unwhole am Bangalore Open Air nun 2015 das Rückspiel gefahren. Bereits zu Beginn des Gigs kommt es zu Gedränge und es rücken beständig weitere Nach. Mit einer dermaßen originären Wut und Energie wird man nicht oft konfrontiert. Bay Area Thrash trifft Heavy Metal und dann Vollgas. Sänger Nolan Lewis gibt trotz Kälteeinbruch und stetigem Nieselregen alles und führt seine Leute zur Ekstase die sofort über den Wellenbrecher zu den Fans überschwappt. Diese waren vom Wetter vollkommen unbeeindruckt und zur selben Höchstleistung gepeitscht zu Circle Pits, Moshblitzkrieg und Pommesgabelgewitter angetreten. Der Hauch des exotischen bei dieser indischen Band ist bei dieser musikalischen Wucht nur noch eine beiläufige Fußnote. Ungläubig, dass 45 Minuten so schnell umgehen können und keine Zugabe möglich war, bleibt jetzt das Warten auf Ahab und ein Interview im Undergroundedtube


Die Sonne versteckt sich hinter den Wolken und es kommt eine raue Brise auf. Genau passend für das tiefe Grollen, dass AHAB ankündigt. Die Vier aus Heidelberg haben das Publikum von der ersten Minute an fest im Griff. Eine enorme Schwere legt sich über das Infield und der gute Sound brandet wie eine kühle Gischt an. Verbunden mit der lyrischen Tiefe der Texte schürfen sich emotionale Eindrücke ins Hirn. Ein besonderes Schmankerl war natürlich die Live-Darbietung eines Songs des im August erscheinenden neuen Albums "The Boats of the Glen Carrig". Ahab können definitiv live halten, was die CDs (... und Vinyls!) versprechen.


Kurz nach Sonnenuntergang laden SUIDAKRA zu einem echten Fest des Pagan Folk Metals. Bis zum FOH und sogar im Merchzelt gerät einiges an Bewegung in der Menge und die PaganHeads tanzten mit gereckten Pommesgabeln. Kein Wunder, brachten die Mannen doch eine schöne Mischung aus altem und neuem Material auf die Bühne! Leider musste die Band direkt nach ihrem Gig schon weiter, so dass das geplante Videointerview nicht stattfinden konnte.


Gefühlt dunkler wird die Nacht, als die extrem wandlungsfähigen Industrial-Black Metaller von Samael die Ragnarock Bühne betreten. Dunkel, technisch, energetisch, brachial sind nur einige unzureichende Adjektive um diesen eigentlich unbeschreibaren, starken Auftritt zu beschreiben. Auf der Bühne entfesseln die vier sympathischen Schweizer in ihrer Live-Zeremonie die Hölle im Wohratal. Ein Headliner-Gig, der die Messlatte in neue Höhen geschraubt hat. Nicht zuletzt, weil der Samael-Klassiker "Rain" aus dem Jahre 1996 eine passende Beschreibung für das samstägliche Wetter lieferte.

 

Anstregende, volle, geile drei Tage Ragnarock 2015 liegen jetzt hinter uns. Die Stimmung bei Besuchern und Teams war durchgängig mehr als gut, das LineUp voller Perlen der Schwermetalmusik mit alten Haudegen und neuen Helden. Danke an Dany, Björn, Martin udn Nancy sowie allen anderen helfenden Händen, Bands und Fans, die dieses Festival zu so einem großartigen Ereignis machen - The Underground(ed) will never die!

 

Weitere Informationen

  • Band(s): Kryptos, Dream Spirit, Ahab, Solstafir, Samael, Wrack, Spreading Miasma, Sober Truth, Corrosive +++
  • Wann: 23.07.2015
  • Wo: Langendorf (Hessen)
Gelesen 3825 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 29 Juli 2015 14:29

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