Donnerstag, 14 September 2017 19:52

B.S.T. - Unter Deck

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Unter Deck Unter Deck B.S.T.

Seit 2009 ist die Hamburger Band B.S.T. in der aktuellen Besetzung unterwegs und feilt seither an ihrem eigenen Sound, dem Hamburg City Doom. Diesen bannten sie bisher auf eine EP (2009) und auf ihr Debütalbum "Die Illusion" (2012). Mit "Unter Deck" legt das Quartett nun das zweite Album nach.

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Auf den ersten Blick wirkt die Tracklist mit vier eigenen Songs und einem Cover von Christy Moores „Ride On" etwas dünn bestückt. Doch der erste Eindruck täuscht, denn „Stimmen" und „Aufgabe" knacken die 10-Minuten-Marke, während die anderen drei eine Länge von fünf Minuten mehr oder weniger deutlich überschreiten. So kommt „Unter Deck" auf eine Gesamtspielzeit von ca. 42 Minuten, was doch mehr ist, als erwartet.

 

Doch was erwartet einen, wenn er Hamburg City Doom hört? Nach den ersten Durchgängen wird schnell klar, dass B.S.T. stilistisch und musikalisch den Doom nicht neu erfunden haben. Deutlich lässt sich der Einfluss von Crowbar heraushören, in dem sich immer wieder etwas Candlemass verfängt. Instrumental herrschen die typisch zähen und langsamen Doomriffs vor, welche von der Rhythmusfraktion getragen werden. Insgesamt merkt man, dass die Band schon über Jahre hinweg an ihrer Musik arbeitet, denn im Zusammenspiel aller Instrumente entsteht ein dichtes Soundgewand, welches sehr zur düsteren, teils depressiven Atmosphäre des Albums beiträgt.

 

Einen großen Teil trägt auch der Gesang von Heiko Wenck dazu bei. Mit einer emotionalen Bandbreite, welche von gefühlvoll bis zu vollkommen verzweifelt reicht, trägt er im Klargesang die deutschen Texte, welche das hervorhebende Merkmal von B.S.T. sind, vor. Die Texte wirken wie ein Aufschrei einer verletzten Seele, welche all den Schmerz des Lebens von sich lässt und diesen im Fluss der Musik wiedergibt. Es holpert zwar an manch einer Stelle etwas, aber das stört nicht groß. Im Gegenteil, es trägt viel dazu bei, dass die Texte ehrlich und natürlich ´rüberkommen und nicht krampfhaft zusammen gereimt und platt erscheinen. Es ist wirklich eine hervorragende Leistung, welche B.S.T. im Umgang mit der, zum Texte schreiben etwas schwierigen, deutschen Sprache hier zeigen.

 

Wie gut die deutschen Texte sind, zeigt sich dann beim Hören des Covers von „Ride On". Es kommt einem merkwürdig vor, dass Wenck auf einmal englisch singt. Allgemein stellt sich mir die Frage, warum die Hamburger Band statt einem weiteren Song dieses Cover mit auf das Album gepackt haben. Es ist zwar durchaus gelungen und entwickelt nach mehrmaligem Hören seinen eigenen Reiz, aber man hätte es auch als Bonustrack nehmen können und die Tracklist um einen weiteren eigenen Song erweitern können.

 

War ich am Anfang skeptisch, was Doom mit deutschen Texten angeht, konnten mich B.S.T. mit „Unter Deck" davon überzeugen, dass beides sehr gut zusammenpasst. Daher finde ich es persönlich sehr schade, dass nur vier Songs auf dem zweiten Album zu finden sind, die den Hamburg City Doom wirklich präsentieren. Aber insgesamt ist dies Meckern auf hohem Niveau und ich kann nur jedem Doom-Fan empfehlen, in B.S.T. reinzuhören und sich direkt „Unter Deck" zuzulegen.

 

Tracklist

1. Stimmen

2. Aufgabe

3. Brenne

4. Chance

5. Ride On

 

Bewertung

8,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: B.S.T.
  • Album Titel: Unter Deck
  • Erscheinungsdatum: 00.00.0000
  • Fazit: War ich am Anfang skeptisch, was Doom mit deutschen Texten angeht, konnten mich B.S.T. mit „Unter Deck“ davon überzeugen, dass beides sehr gut zusammenpasst. Daher finde ich es persönlich sehr schade, dass nur vier Songs auf dem zweiten Album zu finden sind, die den Hamburg City Doom wirklich präsentieren. Aber insgesamt ist dies Meckern auf hohem Niveau und ich kann nur jedem Doom-Fan empfehlen, in B.S.T. reinzuhören und sich direkt „Unter Deck“ zuzulegen.
Gelesen 221 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 14 September 2017 23:16

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Brenne - B.S.T. B.S.T.

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