Sonntag, 27 August 2017 12:26

Pestlegion – Dominus Profundum

geschrieben von Haimaxia
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Dominus Profundum Dominus Profundum Pestlegion

Die Ruhrpott-Black Metaller Pestlegion haben Anfang des Jahres ihr Full Length-Debüt „Dominus Profundum“ bei Bret Hard Records veröffentlicht (u.a. Beltez, Necrotic Woods, Pripjat). Was das Quartett aus Marl um Frontmann und Bassist B. von Doom hier verschwörerisch und beinahe mit einem Augenzwinkern als „Whisky Fueled Old School Black Metal“ betitelt...

...dürfte in der Tat ein gefundenes Fressen für die Anhängerschaft rasanter, schnörkelloser Extreme sein – ganz in sensu der 90er Jahre-Wellen des Genres. Aber steht die Pestlegion und ihr „deeper Dominus“-Erstling bloß als Hommage an alte Zeiten im Jahr 2017 herum, oder kredenzen die Jungs auch was Neues, Interessantes?

 

Während es nach stimmungsvoller Einleitung mit „Reaping Their Sins“ und dem auch in Form eines Musikvideos veröffentlichten „The Witchhammer“ bereits ordentlich zur Sache geht und vom ersten bis zum letzten Atemzug keine Ruhepausen geschenkt werden, tauchen erst im Mittelteil der Platte richtige Überraschungen auf. Diese verrohten Hochgeschwindigkeits-Attacken des ersten Album-Drittels stellen aber auch gleichzeitig sehr gut dar, in wessen Fußstapfen die Musiker hinter dem Namen hier treten und wem ordentlich Tribut gezollt wird. Schließlich kommen gerade bei letztgenanntem Song dabei definitiv Immortal-Vibes auf und man steht den Releases der mittleren und späten 90s der gesamten Skandinavier-Heroen in nichts nach. Das untermalt die Band auch mit ihrem Auftreten: Klassisch, möchte man fast sagen, mit ordentlich Corpsepaint, Nieten und schön evil. Dabei darf man das Gesamtbild aber auch nicht als schlichte, unbedarfte Hommage an unbeschwerte, vergangene Tage herunterspielen.

 

Gerade mit Stücken wie „Fog That Crawls From The Coffin Lid“ beweist man nämlich, dass man auch konsequent weiterdenken kann, was in der letzten Dekade des ausgelaufenen Jahrhunderts so begonnen wurde: Ein paar Chorelemente und moderat eingesetzte Symphonic-Anteile verzieren den pechschwarzen Song und sind der Atmosphäre dienlich. Aber eben ohne dabei diese Aspekte so ausufernd und dominant einzusetzen, wie es beispielsweise bei Cradle of Filth schon lange dazu geführt hat, dass man mehr dem Dark- und Gothic Metal denn dem finsteren Mutterschoß zugeordnet werden könnte, oder es bei den Dimmu Borgir-Platten schon länger der Fall ist. Stattdessen kommt eine Prise von diesem nur matten Lack dazu, im Fokus bleibt der bittere, teils herrlich dissonante und vom Wahnsinn getriebene, urschöne Black Metal in alter Tradition, schlicht mit Konsequenz weitergesponnen. Und das adelt die Pestlegion durchaus. (Wäre da nicht der Dorn im Auge des Lateiners, dass da auf dem Albumtitel „ProfunduM“ statt „ProfunduS“ prangt.)

 

„Dominus Profundum“ sticht als Premiere der Band schon alleine deswegen hervor, weil man sich nicht einfach in den Kopf gesetzt hat, nur seiner Lieblingsmucke ein Denkmal setzen zu wollen oder salopp gesagt nur Kram „nachzuäffen“. Man nimmt eben jene Essenz der Platten aus den 90ern um damit neue, starke Bauten zu errichten. Durchweg auf hohem Niveau geht es hier zu, Bretter wie „The Allseeing Eye“ hört man gerne immer und immer wieder – gerade, weil es eben nicht langweilig wird.

 

Trackliste:

01 Intro

02 Reaping Their Sins

03 The Witchhammer

04 Fog That Crawls From The Coffin Lid

05 Wings of Death

06 Land of Frost

07 A Tale of Lycanthropy

08 His Dominion

09 The Allseeing Eye

10 In Remembrance

 

 

Bewertung:

8 von 10 Punkten

 

Weitere Informationen

  • Band: Pestlegion
  • Album Titel: Dominus Profundum
  • Erscheinungsdatum: 10.03.2017
  • Fazit: Fazit: Nichts Altes, das man in neues Packpapier gesteckt hätte, nichts Neues, was absurde und merkwürdige Wege einschlüge – sondern eben genau der Sound, in den die späten 90er hätten hineinwachsen müssen. Man darf gespannt sein, was die NRW-ler noch in Zukunft treiben werden!
Gelesen 344 mal Letzte Änderung am Montag, 11 September 2017 20:46

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