Montag, 03 Juli 2017 19:20

Beltez - Exiled, Punished...Rejected

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Beltez - Exiled, Punished...Rejected Beltez - Exiled, Punished...Rejected

Beltez‘ Musikstil zu beschreiben, war schon immer eine recht komplexe Aufgabe. Mit ihrem neusten Output „Exiled, Punished...Rejected“ schlagen die Kölner ein neues Kapitel ihres einzigartigen Black Metals auf. Death Metal Einflüsse, die etwas an Streams of Blood erinnern, sind ebenso vorhanden wie Post Metal Spuren – nie klangen Beltez so fesselnd und abwechslungsreich! Wir beleuchten die Stärken und Schwächen des neuen Albums genauer.

 Nachdem man beim Vorgängeralbum „Tod: Part 1“ schon ein gutes Gespür für die Band bekam, wollte dennoch der Funken nicht ganz überspringen. Lernfähig sind die Jungs aus NRW definitiv, denn ihr neustes Werk klingt vom ersten Ton an deutlich verändert. Weg vom typisch deutschen Sound und mehr Innovation scheint die Devise gewesen zu sein. Die Früchte der neuen Ausrichtung sind eindeutig hörenswert und setzten die Latte abermals ein Stück höher.

Ruhige Töne zieren den Anfang des Werkes bei „Prelude“, welche aber schnell gegen Ende gegen Ende durch Gitarren abgelöst werden, was einen fließenden Übergang zum nächsten Song namens „Adamantinarx“ schafft. Es fallen sofort die kreischenden Vocals auf, die bei Beltez noch nie so stimmig mit den restlichen Instrumenten waren, wie auf diesem Album. Harsch treiben die Riffs nach vorn und eine bedrückend depressive Stimmung wird transportiert. Die etwas melodischeren Parts in der Songmitte sorgen für gute Abwechslung und lassen den Song auf seinen fast zehn Minuten kein bisschen Stimmung verlieren. Der abrupte Bruch gegen Ende in ein akustisches Outro wird gekonnt als Übergang zum nächsten Track „Repent and Restless“ genutzt, der nach seinem melodischen Doom-Anfang schnell an Geschwindigkeit und Power gewinnt. Eine durchweg düstere Stimmung charakterisiert diesen Song, was dem Gesamtbild des Albums zu Gute kommt. Viele kleine aber dennoch gut platzierte Elemente aus dem Death Metal Bereich sowie dem Post Metal prägen vor allem diesen Song, was ihn zu einem absoluten Anspieltipp werden zu lassen. Die ruhigeren Stücke wie „Algol“, die über die Hälfte der Zeit eine ruhige Atmosphäre vermitteln, sorgen ebenfalls für eine anhaltende Spannung, von der jeder Song profitiert. Der Titeltrack als vorletzter Song kann sich jederzeit sehen lassen und vereint ungeahnt kraftvoll alles, was man an Beltez liebt – düstere und energetische Riffs gepaart mit den charakteristischen Vocals, die jeden Song bisher charakterisieren.  Leider wirken letztere ab einer gewissen Zeit doch etwas monoton, was bei einzelnen Songs nicht stört, aber das Gesamtbild leicht trübt. Nichtsdestotrotz findet das Album ein angemessenes Ende mit „Soulweaving“, das erneut atmosphärisch auf gewohnt düstere „Beltez Art“ dem Hörer Gänsehaut beschert und keine Sekunde des Albums vergessen lässt.. Das funktioniert erstaunlich gut und als letzter Track des Werkes trifft er genau da wo es soll – in die dunkle Seele des Schwarzmetallers.

Oftmals hatten Beltez das Problem dass ihre Musik teilweise zu eintönig wirkte oder dass, wie beim Vorgänger, Atmosphäre durch fehlende Ideen verloren ging und die Albummitte damit im monotonen Nichts verschwand.. Dies alles ist seit dem neusten Werk Geschichte und zeigt, dass sich die Wartezeit eindeutig gelohnt hat – das Album sprüht vor Ideen und geht mit allen Elementen wesentlich geschickter um. Der Gesang klingt gewohnt passend zur Gesamtstimmung, die Gitarrenarbeit macht einen Schritt nach vorn und an den Drums wurde auch gearbeitet – in nahezu jedem Punkt ist die Band gereift und bringt ein Release hervor, das sich wirklich sehen lassen kann.

Tracklist:

  1. 1.Prelude
  2. 2.Adamantinarx
  3. 3.Repent and Restless
  4. 4.Algol
  5. 5.Exiled, Punshied … Rejected
  6. 6.Soulweaving

Bewertung:

9 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Beltez
  • Album Titel: Exiled, Punished...Rejected
  • Erscheinungsdatum: 23.06.2017
  • Fazit: Beltez beweisen, dass sie in den letzten Jahren mehr als nur gereift sind. Ihre musikalischen Wurzeln sind unverkennbar mit ihrem ganz eigenen Stil verbunden, der mittlerweile ausgereift und ausgewogen wirkt. Songs wie „Repent and Restless“ verursachen bei mir bis heute Gänsehaut und zeigen Beltez‘ Vielschichtigkeit sowie musikalische Eigenständigkeit. Eine Empfehlung für jeden Freund des Schwarzmetalls, der einen offenen Geist hat für ein neues, aber dennoch gewohnt melancholisches, Beltez auf einem ganz neuen Level.
Gelesen 427 mal Letzte Änderung am Montag, 03 Juli 2017 19:26

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