Dienstag, 23 Mai 2017 15:13

Trinity Site - After the Sun

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After the Sun After the Sun Trinity Site

Mit ihrer EP „Ex Inferis“ machte die fränkische Formation namens Trinity Site im Jahre 2012 einigen Wirbel und bewies, dass sie durchaus etwas vom melodischen Death Metal verstehen. Nun steht ihr erster Longplayer „After the Sun“ in den Startlöchern, welcher Elemente der alten skandinavischen Schule genauso schätzt wie modernere Einflüsse – alles ummantelt mit einem ex­t­ra­ter­res­t­rischen Konzept.

 

Mit ihrem Konzept aus einer anderen Welt sind die Franken sicherlich nicht die einzigen, jedoch wird es wohl nur selten so makellos umgesetzt wie auf diesem Album. Man findet von der ersten Minute sofort in das Album hinein und saugt die Idee auf, was alles Folgende bieten wird. Auch wenn man hier und da etwas klischeehaft an so manches Album aus Schweden denkt, das sich in den neunziger Jahren ähnlich versucht hat, setzten sich Trinity Site deutlich ab. Selten hört man so ausgewogenen Death Metal der sich so durch Eigenständigkeit absetzt und dennoch am Boden bleibt.

Eingeleitet wird diese Reise mit dem Titeltrack „After the Sun“, der nach einem Space-Theme-Intro die Oldschool Death Metal Keule schwingt und sich in besten Manier ins Ohr hämmert. On-Point-Riffing sorgt für wenig Langeweile hält das Tempo stets hoch. „March of the Condemned“ hingegen hält sich eher im Mid-Tempo Bereich auf ohne jedoch an Druck und Spannung abzubauen. Bereits hier fällt schon auf, welche beachtliche Range Sänger Ronny’s Vocals bietet. Von etwas das an George Fischer’s Brutality erinnert bis hin zu feinen, klaren Death Vocals, passt es gut in das Wirken der Instrumente und der fein eingesetzten elektronischen Samples. Wirkliche Schwachstellen bietet keiner der Songs, variiert und profitiert doch alles von den sauber abgestimmten Parts der mal langsameren, mal schnelleren Gangart. Bei „Beyond the Rim“ wird bewusst ein must-headbang Rhythmus angestrebt der mit einer eher drückenden Stimmung untermauert wird. Dieses etwas „langsamere“ liegt der Band fast mehr als die schnelleren Parts, betrachtet man ebenfalls noch „Lost Colony“, der ebenfalls gut mit dem Tempo spielt und mit den Vocals noch etwas experimentierfreudiger wird. Das Konzept der Band funktioniert hier bestens und wirkt durchdacht in lyrischer wie auch musikalischer Sicht – liegt es vielleicht an den blechernen Stimme im Chorus oder dem abwechslungsreichen Songaufbau, es passt einfach und begeistert mit einer gewissen atmosphärischen Note. Einige Songs wie „Humanize Me“ verlieren sich leider etwas in der Mitte, aber fallen auf durch seinen abweichenden Aufbau und aufbauende Struktur zum zweiten Teil des Albums hin.

Die Eigenständigkeit, die jeder einzelne Song hat ohne dabei aber befremdlich zu klingen, ist die große Stärke dieser Band. Wie bei „Out Wealth“ welches wahnsinnig melodisch und kraftvoll und gleichzeitig anklagend daher kommt, wie es kein anderer Song des Albums ist. Bei „Something ist living under my Skin“ konzentriert sich die Band darauf, einen brachialen Death Song zu produzieren, der eher in die Oldschoolschiene passt, aber dennoch durch ruhigere Melodieparts ihren eigenen Stempel aufdrückt. Schlussendlich rundet „Revenants“ das Album ab wiederum mit ausgewogenen Riffs sowie tragenden Vocals, die auf den ausklingenden Höhepunkt des Albums hinauslaufen. Ein durchweg gut funktionierendes Album das nur wenig negative Kritik bietet.

Tracklist:

  1. 1.After the Sun
  2. 2.March of the Condemned
  3. 3.Omnicide
  4. 4.Beyond the Rim
  5. 5.Lost Colony
  6. 6.Humanize Me
  7. 7.Still Waters
  8. 8.Our Wealth
  9. 9.Something is Living Under my Skin
  10. 10.Revenants

Bewertung:

9 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Trinity Site
  • Album Titel: After the Sun
  • Erscheinungsdatum: 26.05.2017
  • Fazit: Treibende Riffs, spannende Melodien und kraftvolle, herausstechende Vocals sind nur einige der Besonderheiten dieses Albums, das Trinity Site auszeichnet. Es bietet jede Menge Potential um aus der Masse herauszustechen und sich nach oben zu katapultieren. Auch wenn es noch ein paar wenige Schwächen in der Albummitte hat, beinhaltet es einige Kracher die Death Metal Fans zweifellos begeistern sollte. Dieses Release dieses Jahr zu toppen dürfte schwer werden - zweifellos schon jetzt einer meiner Favoriten 2017.
Gelesen 745 mal Letzte Änderung am Dienstag, 23 Mai 2017 15:26

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