Samstag, 29 April 2017 17:53

Infected Authoritah - Deliverance

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Deliverance Deliverance Infected Autoritah

Infected Authoritah sind eine Formation aus Lichtenfels in Bayern die sich mit ihrem Melodic Thrash Metal einen Namen machen wollen. Ihr Erstlingswerk „Deliverance“ zeigt sich auch als durchweg gute Thrash Metal Scheibe, doch da müsste doch mehr drin sein? Wir analysieren.

Im Thrash Metal ein Projekt zu starten ist mit Sicherheit immer recht schwer, da es hier doch schon genug Bands gibt die im Einheitsbrei verschwinden. Sich etwas Neues einfallen zu lassen und nicht nur auf klassisches „Shredding“ mit ein paar Solis zu setzen stellt einige Bands wie auch diese hier auf eine Probe.

Den Anfang macht „The enem(I)“, welcher auch sogleich klassisch wie berechnet beginnt und so auch bleibt. Gutes Stück Thrash – nicht mehr, nicht weniger. Zugegeben, etwas melodischer als gewohnt an manchen Stellen, aber nichts was mich vom Hocker haut. Bei „Rise of a Golden Mind“  erwartet mich auch noch keine wirkliche Überraschung. Gute Solis, etwas Death Gesang zwischendurch zur Auflockerung und eine kleine Prise Oldschool müssen dem Song reichen. Bei „Broken“ gelingt durch das spannende Intro eine kurz Welle der Begeisterung die auf etwas Besonderes hoffen lässt und diese leider nur bedingt bestätigt. Der Refrain ist „catchy“ und die Note des melodischen kommt ganz gut zum Vorschein. Ein kleines Bass-Solo nach einer Ladung Gitarren-Solis am Ende sorgt für etwas Verwunderung, aber warum nicht. Eine kleine schöne Hasshynme namens „Just a way to hate somebody“ vermutet und offenbart auch einen schönen , schnellen Song der den geneigten Fan zum Headbangen animiert und sich gut einprägt. „Leave you alone“ kann man sich ebenso schnell und gut zu Gemüte führen aber verbleibt eher uneinprägsam.

Eine kleine Überraschung bietet „I will haunt you“ mit weiblichen Gesang, der durchaus gut passt zum eher melancholischen Song. Zusammen mit „Gizmo’s“ Gesang, der an manchen Stellen leider etwas zu krächzend wird, wird aus dem Konstrukt ein ansprechender Song. Ähnlich langsam gestaltet sich auf „The Final Drop“, der nach seinem zugegeben überhaupt nicht passenden Intro, doch noch gut Stimmung aufbaut. Die Vocals sind hier etwas mehr vom Death Metal geprägt, was gerade der ersten Minute zu Gute kommt. Gegen Ende steigert sich auch hier wieder das Tempo und entlockt dem Stück doch noch eine Hörempfehlung. „This is Living“ ist im Großen und Ganzen auch nur ein weiterer klassischer Song wie die ersten beiden Titel des Albums. Gut zum zwischendurch anhören, aber mehr auch nicht. Für einen richtigen Brecher muss man auf diesem Album fast bis zum Schluss warten – „Deliverance“, der Titeltrack, erfüllt genau diese Anforderung. Energiegeladene Riffs dreschen nach vorn, Vocals und Lyrik die zum mitgrölen animieren und eine ganze Menge Power geben dem Song genau das, was das Thrash Herz höher schlagen lässt. Diesen Song kann man sich noch 2-3 nacheinander anhören und hat immer noch Freude daran. Etwas weniger enthusiastisch zeigt sich „DB“, ein schlichter weiterer Thrash Song, der als gewöhnlich abgestempelt werden kann. Richtig aufgedreht wird nochmal beim Endsong „Infections“, der sich als bisher schnellster und kraftvollster Song behaupten kann. Absolut erbarmungslos wird hier nochmals alles gezeigt, was die Band so kann. Nach dem letzten, kraftvollen Schrei der das Album beendet, bleibt jedoch nur die Erkenntnis, dass man zwar eine solide Thrash Scheibe gehört hat, aber viel mehr auch nicht. Schade!

Tracklist:

  1. 1.The enem(I)
  2. 2.Rise of a golden mind
  3. 3.Broken
  4. 4.Just a way to hate somebody
  5. 5.Leave you alone
  6. 6.I will haunt you
  7. 7.The Final drop
  8. 8.That is living
  9. 9.Deliverance
  10. 10.DB
  11. 11.Infections

Bewertung: 6,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Infected Autoritah
  • Album Titel: Deliverance
  • Erscheinungsdatum: 27.01.2017
  • Fazit: Das Album hat durchaus Lichtblicke, die Lust auf mehr Material machen. Aber auch hier verschwindet zuviel im Einheitsbrei und es ist am Ende nichts weiter als „yet another“ Thrash Album. Um gepflegt die Haare schütteln zu können und sich mal zwischendurch etwas anderen Thrash anzuhören, ist es aber allemal geeignet.
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