Dienstag, 28 März 2017 10:30

Pénitence Onirique - V.I.T.R.I.O.L

geschrieben von Ghostwriter
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V.I.T.R.I.O.L V.I.T.R.I.O.L Pénitence Onirique

Das französische Label Les Acteurs De L’Ombre sind bei Undergrounded inzwischen keine Unbekannten mehr und stehen in der Redaktion nach Reviews von Bands wie Regarde Les Hommes Tomber, Heir Deluge oder In Cauda Veneum inzwischen hoch im Kurs.

Man könnte durchaus von einem „Lauf“ sprechen, denn mit Penitence Onirique und deren Debüt „V.I.T.R.I.O.L“ gibt es einen weiteren extrem starken Blackened Doom-Brecher auf die Ohren, der auf knapp 50 Minuten und 6 Tracks dem Hörer dennoch etwas Geduld abverlangt. Die Aufgabenverteilung der beiden Franzosen Bellovesos und Diviciacos, die hinter dem Projekt stehen, ist klar geregelt. Während Erstgenannter alle Instrumente eingespielt hat, war es an Zweiterem, die vokale Wucht und Gedanken auf der Scheibe zu schmieden.


Was dabei herausgekommen ist: ein atmosphärischer extrem dichtes Werk, das vom Hörer eine gewisse Ambivalenz fordert - Man hat das Gefühl „V.I.T.R.I.O.L.“ läuft parallel in verschiedenen Dimensionen, die sich mal kreuzen und verweben, nur um im nächsten Moment wieder auseinder zu driften. Dies geschieht in verschiedensten Geschwindigkeiten ohne einem erkennbaren Takt zu folgen und ein vermeintlich komplettes Chaos wird nur dadurch verhindert, dass sich zumindest eine dieser Dimensionen immer im Vordergrund befindet. Mal wird die Gitarre in sphärischen Klängen mit einem entrückten Solo nach vorne geholt, nur um im nächsten Moment vom Keifen des Sängers wieder zurückgedrängt zu werden. Diese Aufmerksamkeit wird den Drums gefühlt überhaupt nicht zuteil, was den Effekt von nahtlosen Übergängen noch verstärkt. Dabei läuft permanent ein dichter Klangteppich aus Gitarren, Bass und Synthies. Was Bellovesos und Diviciacos hier schlussendlich abliefern, ist schon hohe Kunst und für ein Debüt große Klasse. Dennoch würde ich mir mehr Pause für die Ohren wünschen, um zwischendurch das Gehörte zu verarbeiten - aber vielleicht liegt auch gerade hier der Charme.


Wie bei vielen Atmospheric Black-Bands braucht nämlich auch „V.I.T.R.I.O.L.“ mehr als einen Anlauf, um den Eindruck des repetitiven Einerleis zu überwinden. Mit jedem Hören werden die Nuancen klarer, die melodischen Parts eindrücklicher und die Differenzierung der Übergänge plastischer. Dies geschieht aber nur, wenn man dem Album die volle Aufmerksamkeit und die am Anfang erwähnte Geduld widmet. Für bloße Hintergrundbeschallung oder als „easy listening“ für die schnelle Autofahrt eignet sich das Werk definitiv nicht.


Trackliste

1. L'âme sur les pavés

2. Le Soufre

3. Le Sel

4. V.I.T.R.I.O.L

5. Carapace de fantasme vide

Bewertung:

8,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Pénitence Onirique
  • Album Titel: V.I.T.R.I.O.L
  • Erscheinungsdatum: 19.06.2016
  • Fazit: Wie bei vielen Atmospheric Black-Bands braucht nämlich auch „V.I.T.R.I.O.L.“ mehr als einen Anlauf, um den Eindruck des repetitiven Einerleis zu überwinden. Mit jedem Hören werden die Nuancen klarer, die melodischen Parts eindrücklicher und die Differenzierung der Übergänge plastischer. Dies geschieht aber nur, wenn man dem Album die volle Aufmerksamkeit und die am Anfang erwähnte Geduld widmet. Für bloße Hintergrundbeschallung oder als „easy listening“ für die schnelle Autofahrt eignet sich das Werk definitiv nicht.
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V.I.T.R.I.O.L - Teaser Pénitence Onirique

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