Freitag, 17 März 2017 11:19

Steel Messiah - Of Laser and Lightning

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Of Laser and Lightning Of Laser and Lightning Steel Messiah

Wer Bock auf eine kleine, kultige Zeitreise in die 80er hat, ist bei Steel Messiah am richtigen Platz. Die junge Ulmer Power Metal-Band zeigt auf ihrer ersten EP „Of Laser and Lightning“ neben Kitsch auch ordentlich Potenzial. Einiges ist aber auch noch im Argen.

Das Ulmer Quartett hat sich gut drei Jahre für das erste musikalische Lebenszeichen Zeit genommen. Allein der Name des Werkes schreit nach Kult, die Lyrics erfüllen jede Plattitüde, über das Cover – nun ja, seht selbst. Persönlich kann ich damit nicht viel anfangen. Wie dem auch sei, meine Aufgabe ist es nicht, kunstwissenschaftliche Analysen vom Brett zu lassen, sondern um über Musik zu stümpern.

Steel Messiah verstehen ihr Handwerk aus musikalischer Sicht zweifelsohne, bereits das eröffnende Riff des Openers („Struck by Lightning“) lässt da keine Zweifel aufkommen – ein guter Start. Die Produktion ist über weite Strecken kräftig, lässt aber noch genug Platz für Ecken und Kanten. Gitarren und Drums treiben die Stücke gut voran, allzu große Wagnisse geht man allerdings nicht ein. Die Songs an sich weisen im Grunde ein ordentliches Writing auf, sind innerlich stimmig, drohen sich aber im Laufe der Zeit zu wiederholen und sind nichts, was man nicht schon oft gehört hat. Der Gesang wechselt zwischen klarer Stimme und Sirenen-Screams. Der Klargesang ist dabei maximal durchschnittlich, teilweise fehlt es ein wenig an Kraft.
Aber bei aller Freundlichkeit: Vielleicht liegt es an mir, aber die Sirenen-Screams lösen bei mir etwas zwischen Fremdschämen und Schmerzen, selbst in den gelungensten Fällen ist es noch schwach und bedient nur ein unnötiges Power Metal-Klischee: das muss wirklich nicht sein. Wer drauf steht, wird sicherlich seinen Gefallen daran finden. Ein Vorschlag: Probiert es mal mit deutschen Texten, vielleicht passen die ein wenig besser.

Nichtsdestotrotz muss man der Band zu Gute halten, dass der Hörer über weite Strecken einiges an Enthusiasmus und Spielfreude serviert bekommt. Für Live-Auftritte auf jeden Fall eine gute Basis, die auch auf Platte zu hören ist, aber nicht immer anstecken kann.

Insgesamt fehlt es der EP allerdings doch an Durchschlagskraft, an Spielwitz und einer Brise „Wow“. Kultig? Womöglich. Gut? Womöglich. Das mag hart klingen, aber die erste EP ist eben nur passabel. Allerdings gibt es einiges, worauf die Band aufbauen kann: ordentliches Tempo, Spielfreude und Enthusiasmus, sehr gute Arbeit an den Instrumenten, insbesondere live sicherlich einiges an Potenzial, gutes Songwriting, das allerdings ein wenig Abwechslung vertragen könnte.
Aber dafür sind EPs ja auch da: den Fuß erstmal ins Wasser zu stecken – Potenzial ist jedenfalls vorhanden.    

Bewertung: 6.5 / 10 Punkten

Tracklist:

Struck By Lightning
Dr. Steel
Bringer Of Pain
Fast‘ N Sharp
Motorcycle Maniac

Weitere Informationen

  • Band: Steel Messiah
  • Album Titel: Of Laser and Lightning
  • Erscheinungsdatum: März 2016
  • Fazit: Insgesamt fehlt es der EP allerdings doch an Durchschlagskraft, an Spielwitz und einer Brise „Wow“. Kultig? Womöglich. Gut? Womöglich. Das mag hart klingen, aber die erste EP ist eben nur passabel. Allerdings gibt es einiges, worauf die Band aufbauen kann: ordentliches Tempo, Spielfreude und Enthusiasmus, sehr gute Arbeit an den Instrumenten, insbesondere live sicherlich einiges an Potenzial, gutes Songwriting, das allerdings ein wenig Abwechslung vertragen könnte. Aber dafür sind EPs ja auch da: den Fuß erstmal ins Wasser zu stecken – Potenzial ist jedenfalls vorhanden.
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Of Laser and Lightning (Full EP) Steel Messiah

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