Samstag, 11 März 2017 10:39

Madenfraß - Demon

geschrieben von Metalwolf
Artikel bewerten
(2 Stimmen)
 Demon Demon Madenfraß

Der erste Blick trügt! Bei Madenfraß passt mir das Cover irgendwie nicht so ganz mit der dargebotenen Musik zusammen: das fröhliche, komplett in schwarz-weiß gehaltene Cover sieht nach Black Metal aus – was einem Madenfrass aber eigentlich servieren, ist Death Metal ganz alter Schule. Für den Bandnamen hat sich die Band schon einmal den ersten Punkt verdient.

Mit „Blood Bole“ geht man gleich in die Vollen und legt auf dem auf 444 CDs limitierten Debüt-Album gleich derbe growlig walzend los. Was ist darunter zu verstehen? Madenfrass erinnern mich an alte Six Feet Under, die Growls werden in ähnlicher Manie genuschelt und klingen gerade dadurch bedrohlich, die Songs sind eher einfach gehaltene Groover. Überraschungen sucht man auf musikalischer Ebene vergebens, aber das ist ja auch nicht unbedingt nötig, wenn man sein Handwerk beherrscht und sich innerhalb seines Genres solide bewegt. Doch gerade hier stellt sich mir die Frage, ob das auf Madenfrass wirklich zutrifft: die recht holprige Produktion macht es einem selbst hier auf meiner Studioabhöre nicht gerade leicht über die Qualität der Songs zu urteilen, weil der schlechte Sound einfach Teil des Gesamterlebnisses beim Hören ist und wenn es nur so vor sich hin rumpelt, dann wirken die Songs einfach anders als bei einer glasklaren, druckvollen Produktion.


Bei „Born In A Casket“ stört das an einen Marsch erinnernde Intro, danach geht es aber in die bereits eingeschlagene Richtung. Was Madenfraß als kleine Überraschung aber bieten, ist der stellenweise deutsche Gesang - diese Mischung aus Deutsch und Englisch hat was, das lässt sie aus der Masse herausstechen und Kreator haben ja gerade erst mit ihrem neuen Album bewiesen, dass diese Mischung durchaus funktionieren kann. Ein Debütalbum zu bewerten ist natürlich immer eine ganz besondere Geschichte: eine junge Band kann ja noch keinen 100% individuellen Stil entwickelt haben, sie muss erst noch zusammenwachsen und auch bei vielen bereits etablierten Bands haben sich die für die jeweilige Band typischen Merkmale erst nach einem jahrelangen Prozess herauskristallisiert. Daher ist für mich die entscheidende Frage bei dieser Debüt-EP: braucht man das und hat die Band Potenzial? Ja, das Potenzial ist auf jeden Fall da, aber wirklich wichtig wäre für mich eine bessere Produktion, denn in der jetzigen Form ist Langzeitspaß einfach vollkommen ausgeschlossen. Die-Hard-Fans können sich die CD natürlich zulegen und wenn Madenfrass mal durchstarten sollten, dann wird diese limitierte CD vergriffen sein und man kann sagen, dass man zu den wenigen Fans der ersten Stunde gehört, die noch ein Exemplar ergattert haben.

Aber alle anderen sollten auf das (hoffentlich) besser produzierte Album warten und dann zuschlagen. Old School Death Metal hat nach wie vor seine Berechtigung, es werden hier dezent neue und eigene Elemente, wie z.B. der teils deutschsprachige Gesang eingestreut und die Kompositionen können sich hören lassen. Der ganz große Wurf ist noch nicht dabei, aber das wäre auch zu viel verlangt. Es ist auf jeden Fall eine Band, die man im Auge behalten sollte.


Tracklist:

01. Blood Bole
02. Born in a Casket
03. Sadistic Freaks
04. Welcome to the Slaughterhouse

Bewertung:

6 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Madenfraß
  • Album Titel: Demon
  • Erscheinungsdatum: 30.12.2016
  • Fazit: Old School Death Metal hat nach wie vor seine Berechtigung, es werden hier dezent neue und eigene Elemente, wie z.B. der teils deutschsprachige Gesang eingestreut und die Kompositionen können sich hören lassen. Der ganz große Wurf ist noch nicht dabei, aber das wäre auch zu viel verlangt. Es ist auf jeden Fall eine Band, die man im Auge behalten sollte.
Gelesen 727 mal

 Undergrounded 2017 - Impressum - Datenschutzerklärung