Dienstag, 07 März 2017 19:02

Durothar - Auf See

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Auf See Auf See Durothar

Mit „Auf See“ liefern die 2009 gegründeten Durothar nach zwei Demos nun ihr erstes Full-length Album. Die Viking Metaller aus Hamburg erzählen vom Leben der Wikinger und vertrauen dabei auf eingängige Riffs ohne unnötigen Schnickschnack.

Mit heulendem Wind und knirschendem Schnee unter schweren Stiefeln, gefolgt vom Klappern einer Tür und knisterndem Feuer, schafft der Beginn des ersten Songs, „Mittwinter“, gleich die richtige Atmosphäre: Die Geschichte eines Beutezugs, erzählt an einem kalten Winterabend am heimischen Feuer. Abgelöst wird dieser Einstieg von schleppenden Gitarrenriffs und zurückhaltenden Drums; der Song nimmt aber schnell Tempo auf und wird mit Growls und kratzigem Cleargesang ergänzt. Auch die folgenden Songs bestehen im Großen und Ganzen aus schnörkellosen, soliden Riffs und knackigen Drumbeats als Grundlage für die deutschsprachigen Vocals. Tempowechsel und unterschiedliche Gesangsstile liefern die nötige Abwechslung. Technisch ist dabei nichts auszusetzen: Drums und Gitarren halten sich meist in ihrer Virtuosität zurück und bilden eine stabile Basis für den Gesang, dürfen sich dann aber austoben, wenn dieser einmal schweigt. Bei den Instrumentalparts hätte man noch etwas experimentierfreudiger sein können, doch die Eingängigkeit der Riffs macht das wieder wett.

 

Den größten Teil des Gesangs übernimmt Sänger Markus mit druckvollen Growls, die gerade im Refrain immer wieder durch Klargesang ersetzt oder ergänzt und durch vereinzelte Screams akzentuiert werden. Bei den Songtexten hätte man sich jedoch etwas mehr Mühe geben können, oder zumindest auf Reime wie „Land-Verstand“ oder „genannt-bekannt“ verzichten können. Sie erzählen die Geschichte einer Gruppe Wikinger auf Beutezug, von Raub und Mord, dem Leben auf See mit all seinen Gefahren und der Sehnsucht nach der Heimat. Im Aufbau der Songs, dem Songwriting und dem Gesamtpaket schaffen es Durothar schon recht gut, die Stimmungen dieser Erzählung einzufangen und atmosphärische Dichte aufzubauen, beides könnte aber noch ausgebaut und verfeinert werden. In sich bildet das Album ein stimmiges Konzept, keiner der Songs wirkt deplatziert oder überflüssig. Der Sound ist dabei nicht zu basslastig und es stören keine übersteuerten Höhen; weder ist er zu matschig, noch zu sauber - ein gutes Maß an Derbheit, bei dem keins der Instrumente bzw. der Gesang untergeht.

 

Mit skaldischen Gedichten können die Texte vielleicht nicht mithalten, müssen sie aber auch nicht. Das Album besticht durch seine Schnörkellosigkeit, es kommt (anders als die der meisten anderen Pagan/Viking Metal Bands) ohne zusätzliche Folkinstrumente aus und ist definitiv live-tauglich. Die zehn Songs mit insgesamt knapp 45 Minuten Spielzeit liefern kurzweiliges Hörvergnügen.

 

Tracklist:

1. Mittwinter

2. Heimathafen

3. Beutefahrt   

4. Auf See          

5. Mann über Bord

6. Die Vogelinsel             

7. Immer Weiter

8. Das fremde Land       

9. Ein Fest          

10. Im Bauch des Drachen

 

Bewertung:

7 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Durothar
  • Album Titel: Auf See
  • Erscheinungsdatum: 01.12.2016
  • Fazit: Das Album besticht durch seine Schnörkellosigkeit, die zehn Songs mit insgesamt knapp 45 Minuten Spielzeit liefern kurzweiliges Hörvergnügen.
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