Dienstag, 31 Januar 2017 13:27

Church Of Necrolust - Church Of Necrolust

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Church Of Necrolust Church Of Necrolust Church Of Necrolust

Demos sind ja immer so ne Sache. Von ganz großem Demenztennis bis bin zu absoluten Perlen kann hier alles dabei sein, wobei (leider) Ersteres überwiegt. Dass „Church Of Necrolust“ nicht mehr so ganz taufrisch bzw. „ungeleckt“ sind, merkt man dann aber doch relativ schnell. Aber von vorne.

CON kommen aus Österreich, konkreter Klagenfurt am Wörthersee und (wollen) Death Metal machen -und sind sich dabei auch ganz sicher. Trotzdem wird man bei diesem Release das Gefühl nicht los, dass hier auch von ganz anderen Baustellen, namentlich Black und Thrash nicht nur die Baulampen, sondern auch einige Stahlträger für das eigene Gebäude geklaut wurden, wobei der bucklige, ungeduschte und immer irgendwie debil grinsende Grind-Hausmeister die Flure putzt. Damit wäre ich eigentlich auch schon fertig mit dem Klangbild, das ich mit dem großen Fantasiepinsel auf den Bauch einer toten Hure  gemalt habe, möchte es mir dann aber doch nicht so einfach machen.

 

Nach einem kurzen und beschaulichen Gitarrenintro, das mit einem Zitat aus dem Horrorklassiker „Black Sunday“ entlehnt ist, rumpelt es mit „Broken By A Priest“ direkt los und gibt sich betont minimalistisch. Blechern-wummernde, an Metallica-Stereotypen erinnernde Drums, einfache aber dennoch „irgendwie“ melodische Riffs und keifende, spuckende Growls, fertig ist der Lack. „Occult Ritual Possession“ erinnert irgendwie an „Benediction meets Dismember“, wobei mich der „Gesang“ sehr an Erzfeint, eine Thrashkombo in ehemaligen UG-Diensten erinnert. „The Necromancers Punishment“ könnte dann wiederrum auch auf einem Grind-Album Platz finden und man bekommt endgültig das Gefühl, der Drummer hätte genau einen Blecheimer als Drumset bekommen und würde nur diesen in unterschiedlicher Geschwindigkeit bearbeiten (We gotta have more cowbell), was wohl, bzw. hoffentlich, dem Demo-Mixing geschuldet ist. „The Seven Plagues Of Necrocalypse“ ist mein persönliches Highlight der Scheibe und ich kann nicht sagen ob es dem Intro, oder dem extrem bösen (und trotzdem leicht verständlichen) Gekeife von Reverend Necrolust zu verdanken ist, das mich erneut auch sehr an die Vorzeige-Punker-Norweger von Haust erinnert. Auch wird hier etwas mehr aus der Monotonie ausgebrochen und mal mit der Geschwindigkeit gespielt und mal den Gitarren etwas mehr Raum gegeben.  Mit „Church Of Necrolust“ und damit dem Namensgeber, endet die Demo und wartet mit keiner echten Überraschung und einem sehr knappen Outro auf.

 

Hat sich das Review bis hier wohl etwas harsch gelesen, will ich lieber versöhnliche Töne anschlagen. Ja, es ist eine Demo. Ja, die Scheibe ist im avisierten Segment nichts Besonderes. Trotzdem macht die Scheibe Laune und man merkt dass hier, wie Anfangs erwähnt, keine blutigen Anfänger dahinter stehen. Anti-Religiöse Themen mit Hass und Aggressivität zu mixen wird zudem (jedenfalls bei mir) niemals alt werden. Ich für meinen Teil pack mir die Scheibe jetzt auf Karre und fahre damit die örtlichen Kirchen, in der Hoffnung auf eine musikalisch-getriggerte spontane Selbstentzündung von Granit, ab. Die Jungs vom Wörthersee behalte ich dabei definitiv im Auge.

 

Trackliste:

1. Introduction                

2. Broken By A Priest     

3. Occult Ritual Possession                        

4. The Necromancer's Punishment                        

5. The Seven Plagues Of Necrocalypse  

6. Church Of Necrolust

 

Bewertung:

7 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Church Of Necrolust
  • Album Titel: Church Of Necrolust
  • Erscheinungsdatum: 17.12.2015
  • Fazit: Hat sich das Review bis hier wohl etwas harsch gelesen, will ich lieber versöhnliche Töne anschlagen. Ja, es ist eine Demo. Ja, die Scheibe ist im avisierten Segment nichts Besonderes. Trotzdem macht die Scheibe Laune und man merkt dass hier, wie Anfangs erwähnt, keine blutigen Anfänger dahinter stehen. Anti-Religiöse Themen mit Hass und Aggressivität zu mixen wird zudem (jedenfalls bei mir) niemals alt werden. Ich für meinen Teil pack mir die Scheibe jetzt auf Karre und fahre damit die örtlichen Kirchen, in der Hoffnung auf eine musikalisch-getriggerte spontane Selbstentzündung von Granit, ab. Die Jungs vom Wörthersee behalte ich dabei definitiv im Auge.
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