Freitag, 06 Januar 2017 13:14

Kaos Vortex - Seeds of Decay

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Seeds of Decay Seeds of Decay Kaos Vortex

„Seeds of Decay“ ist das Debütalbum der in Köln, respektive Düsseldorf, ansässigen Death Metal Formation Kaos Vortex, die aber nicht nur die Old-School Schiene bearbeitet, sondern auch feine Nuancen aus dem Doom, Black und Thrash Metal in ihren Sound einfließen lässt. Damit kreieren sie einen ganz eigenen Stil und sichern sich eine eigene Nische im Hartumkämpften Extrem-Metal-Sektor.

Mit „No Future For The Past“ wird auch direkt mit tiefen, akzentuierten Gitarren das Album eingeläutet. Sänger Fredrik bellt tief, während sich feine Lead-Strukturen im Laufe des Songs etablieren und für reichlich Abwechselung sorgen. Das Spiel zwischen langsameren und schnelleren Parts hält den Spannungsbogen direkt von Anfang an hoch. Dass nach gut der Hälfte von „No Future For The Past“ die Geschwindigkeit nochmals gedrosselt wird und man es urplötzlich mit einem Death Doom-Part à la alte My Dying Bride zu tun hat, zeigt die Wandelbarkeit des Quintetts aus Nordrhein-Westfalen – Chapeau! Thrashig, mit Blast und Stakkato-Riffing, geht es direkt weiter und „Tomb Of The Undying“ offeriert eine weitere Nuance von Kaos Vortex. Immer wieder blitzen schwedisch geprägte Gitarrenläufe auf, die sich toll in die sonst wuchtige Komposition einfügen. Ein Breakdown-Part lässt eine kurze Verschnaufpause zu, während man ein progressiv angehauchtes Solo präsentiert, nur um anschließend den Ruhepol wieder zu verlassen.


Trotz aller gebotenen Härte ergießt der Fünfer sich nicht in stumpfes Geballer, sondern gerade das Wechselspiel laut/leise weiß zu gefallen. Der normale Death Metal-Fan könnte ob der Vielfalt hier schon ein klein wenig irritiert dreinblicken – aber das hält die Scheuklappen definitiv auf Abstand. „Through Death And Despair“ besticht wiederum durch seine Schnörkellosigkeit und lädt ein zu Double Bass-Passagen und palm muted-Riffs, seine Haarpracht in Gänze den Fliehkräften auszusetzen. Ein cleanes, aber wohldosiertes Intro begleitet „Legions Of Shemsu-Heru“ und plötzlich geht es rund. Schnelle Drum-Attacken und variationsreiche Gitarren runden die Sache ab. Einen modernen Anstrich in Sachen Breakdowns werden mit Lead-Gitarren aufgelockert und man wirft somit ein einnehmendes Netz aus.

 

Bret Hard Records zeigen wieder einmal, dass guter und facettenreicher, gar progressiver, Death Metal nicht unbedingt nur in Schweden beheimatet ist, sondern sich auch in heimischen Gefilden viel tut. Die Produktion ist über allem Zweifel erhaben. Sie klingt kraftvoll und doch haben alle Instrumente den nötigen Spielraum, um zur Geltung zu kommen. „Mit Speck fängt man Mäuse“, lautet eine alte Binsenweisheit und der Speck ist in diesem Fall „Seeds of Decay“. Einziger Wehrmutstropfen ist, dass sich zu der Variabilität der Instrumente der Gesang etwas statisch verhält. Hier ebenfalls ein wenig über den Tellerrand zu schauen, würde dem Album mit Sicherheit noch besser zu Gesicht stehen.

 

Trackliste:

01 No Future For Your Past

02 Tomb Of The Undying

03 Through Death And Despair

04 Terrorizer

05 Legions Of Shemsu-Heru

06 In Disguise

07 Sickness

08 Evolution

09 When Paranoia Awakens

10 Dehumanized

 

Bewertung:

8 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Kaos Vortex
  • Album Titel: Seeds of Decay
  • Erscheinungsdatum: 22.05.2016
  • Fazit: Die Produktion ist über allem Zweifel erhaben. Sie klingt kraftvoll und doch haben alle Instrumente den nötigen Spielraum, um zur Geltung zu kommen. „Mit Speck fängt man Mäuse“, lautet eine alte Binsenweisheit und der Speck ist in diesem Fall „Seeds of Decay“. Einziger Wehrmutstropfen ist, dass sich zu der Variabilität der Instrumente der Gesang etwas statisch verhält. Hier ebenfalls ein wenig über den Tellerrand zu schauen, würde dem Album mit Sicherheit noch besser zu Gesicht stehen.
Gelesen 831 mal Letzte Änderung am Freitag, 06 Januar 2017 13:25

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