Donnerstag, 05 Januar 2017 12:51

Celtefog - Sounds of the Olden Days

geschrieben von
Artikel bewerten
(2 Stimmen)
Sounds of the Olden Days Sounds of the Olden Days Celtefog

Dass nicht nur in den nördlichen Breitengraden angesiedelte Musiker guten Black und Pagan Metal produzieren können, ist schon lange keine Offenbarung mehr. In diese Tradition reiht sich auch Celtefog ein und liefert mit „Sounds of the Olden Days“ ein Meisterwerk düsterer, paganer Töne mit einer ordentlichen Prise Epic/Power Metal.

 

Das Ein-Mann-Projekt aus Griechenland veröffentlichte letztes Jahr mit „Sounds of the Olden Days“ bereits das zweite Full-length Album - und eines sei gesagt: hierbei handelt es sich nicht um den standardmäßigen Pagan Metal, den man inzwischen an jeder Ecke hinterhergeworfen bekommt. Gleich zu Beginn fallen die eingängigen, durchdachten Melodien auf, die unter anderem das Besondere des Albums ausmachen. Die düstere Grundstimmung wird von verzweifelten bis aggressiven Screams noch verstärkt und durch mal melodische, mal verzerrte Gitarrenparts unterstützt. Auch die Drums passen sich nahtlos in das Gefüge ein und verdichten die Atmosphäre. Dieser dicht gewebte Klangteppich lässt einem so deutliche Bilder vor Augen erscheinen wie es nur selten der Fall ist. Akzentuiert wird diese Grundlage durch vereinzelte clean Vocals, atmosphärische Sounds sowie den punktuellen Einsatz von lokalen Folk Instrumenten wie Pontic Lyra (eine Art Laute, die jedoch zu den Streichinstrumenten gehört) und Bendir (eine Rahmentrommel). Dabei ist es bemerkenswert, wie deutlich die Stimmungen allein durch die Screams und die Grundinstrumente, Gitarre und Drums, vermittelt werden.

 

Müsste ich einen Favoriten unter den insgesamt 6 Songs benennen, fiele meine Wahl auf Song Nummer 3, „Call of the Ancestors“. Der Song beginnt langsam mit Vogelgezwitscher und einer einfachen Gitarren-Drums-Kombination und baut sich durch weitere, größtenteils atmosphärische Sounds wie Pferdegetrappel, Glockengeläut und der bereits erwähnten Pontic Lyra stetig weiter auf, bis nach zwei Minuten die Intensität durch verzerrte Gitarren noch einmal erhöht wird. Mit dem Einsetzen der Screams zieht das Tempo merklich an und der nüchterne Drumbeat weicht der Doublebase. Die Stimmung wirkt aggressiv, durch einen kurzen Sprechpart kommt eine verzweifelte Note dazu. Ein eher dem Power Metal zugehöriger Gitarren/Drum Part geht über in die simple Gitarrenmelodie vom Anfang und auch die Drums nehmen den anfänglichen Rhythmus wieder auf. Bevor der Song aber ganz verklingt, zieht das Tempo noch einmal an - verzerrte Gitarren und Screams setzen wieder ein und lassen die Intensität zu einem letzten Höhepunkt anwachsen, bis das Fadeout eines einzelnen Gitarrentons dann doch das Ende markiert.

 

Dieses Auf und Ab in Tempo und Intensität ist eines der Charakteristika, die das Album ausmachen. Es sorgt mit dafür, dass trotz der stolzen Songlängen von 6 min 30s bis 10 min 30s keine Langeweile aufkommt. Die Melodien sind sich im Kern soweit ähnlich, dass man das Album als zusammenhängendes Werk erkennt, variieren in Tempo und Tonlage jedoch so stark, dass sich die einzelnen Songs nicht zu einem eintönigen Brei vermischen. Was leider ab und an untergeht, sind der Gesang und die Folk Instrumente. Beide haben teils Schwierigkeiten sich gegen die Drums und vor allem gegen die Gitarren zu behaupten. Das ist jedoch so selten der Fall, dass es ein vernachlässigbares Manko ist. Denn abgesehen davon kann das Album mit sauberer Arbeit an den Instrumenten, ausdrucksstarken Screams und der richtigen Portion atmosphärischer Sounds punkten.

 

Tracklist:

1. My Last Sight To The Known Universe

2. Tombs Of Memories

3. Call Of The Ancestors

4. Three nights in the Mediterranean sea

5. Into The Mist (Instrumental)

6. Nykta

 

Bewertung:

8,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Celtefog
  • Album Titel: Sounds of the Olden Days
  • Erscheinungsdatum: 03.02.2016
  • Fazit: Sounds of the Olden Days kann mit sauberer Arbeit an den Instrumenten, ausdrucksstarken Screams und der richtigen Portion atmosphärischer Sounds punkten.
Gelesen 818 mal

Medien

Call of the Ancestors Celtefog

 Undergrounded 2017 - Impressum - Datenschutzerklärung