Donnerstag, 05 Januar 2017 09:01

Purified Black - Elvis Didn't Do No Drugs

geschrieben von Metalwolf
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Elvis Didn't Do No Drugs Elvis Didn't Do No Drugs Purified Black

Erst 2010 gegründet, veröffentlichten Purified Black 2011 die EP „I Can’t Tell You Who I Am“ und 2013 den Nachfolger „But I Can Cry What I’m Not“. Das neue Album „Elvis Didn't Do No Drugs“ ist jetzt bei Motor Music als CD in Vinyl-Optik mit einem schön gestalteten Digipak erschienen. Musikalisch läuft das Ganze irgendwo im Bereich Alternative Rock, wobei man sich hier auch gerne mal etwas Abseits bewegt.

Purified Black gelingt es aus der Veröffentlichungsflut positiv herauszustechen und etwas Eigenständiges abzuliefern. Sie mischen Classic Rock mit Alternative-Elementen, einer Hammond-Orgel und elektronischen Elementen bis hin zur teils verzerrten Stimme auf gekonnte Weise. Die Songs sind größtenteils sehr abwechslungsreich komponiert und arrangiert und erinnern teils an eine Mischung aus HIM, Soundgarden, Thin Lizzy, Deep Purple und englischem Pop. Härtemäßig ist es tendenziell eher im Pop / Softrock angesiedelt, die Band schafft eine durchweg melancholische Stimmung aufzubauen und auch über die gesamte Laufzeit zu halten. Langsame Passagen können schon auch mal von heftigeren Attacken durchbrochen werden, es bleibt aber immer melodisch.


Was mir als erstes sehr positiv aufgefallen ist: zum ganz überwiegenden Teil sind die Refrains überhaupt nicht so wie es der Songtitel bzw. auch die Strophen vermuten lassen würden. „City Of G.O.D.“ ist ein eher durchschnittlicher Song, der aber schon die Grundstimmung schafft und ist von daher nicht schlecht gewählt. „Follow Me“ ist dann ein wunderbarer Song mit großartigem Refrain und einer tollen Steigerung innerhalb des Songs. Während es zuerst sparsam instrumentiert, mit treibendem Schlagzeug und unverzerrter Gitarre losgeht, steigt dann nach rund der Hälfte des Songs die verzerrte Gitarre ein und die Grundstimmung des Midtempo-Songs bleibt erhalten.


„Liar“ ist für mich der erste etwas schwächere Song der CD, weil der Refrain ab 3min20s gefühlte 4 Millionen Mal hintereinander wiederholt wird. „One Clear Thought“ ist ein langsames Stück, mit der Hammond-Orgel werden Klangflächen geschaffen, die dem Gesang Raum geben und sich dezent zurücknehmen, wenn die E-Gitarren einsetzen, der Refrain bleibt aber etwas farblos. Bei den restlichen Stücken stechen vor allem zwei heraus: das ruhige „Down And Out“ klingt wie Gary Moore zu „Still Got The Blues“-Zeiten und ein sehr ruhiges Stück ist. „Copy And Paste“ ist danach die Furie des Albums: der Gesang ist hier aggressiver als bei den bisherigen Stücken und hier zeigt sich, dass Sänger Tico auch das bestens beherrscht.


Was ich am elegant designten Digipak vermisst habe, ist ein Booklet. Die Verpackung ist zweifelsohne ästhetisch sehr ansprechend und hochwertig gestaltet, aber über die Band erfährt man praktisch nichts, nicht mal wer welches Instrument spielt, keine Texte zu den Songs oder sonst etwas. Für mich als Oldschool-Hörer, der sich vor die Anlage setzt und die Musik auf sich wirken lässt und währenddessen das Booklet studiert war das etwas, das mich ein bisschen enttäuscht hat, zumal sich die Band auch mit der schwarzen CD in Vinyl-Optik etwas Besonderes einfallen ließ. Was man der Band auf jeden Fall lassen muss ist, dass sie sich souverän mit einem eigenständigen Stil immer treu und dennoch abwechslungsreich bleibt. Sie hat auf jeden Fall großes Potenzial und fähige Musiker, auch hier gibt es überhaupt nichts zu meckern. Was mir gefehlt hat, waren gute Refrains. Das gelingt Purified Black bei „Follow Me“ ganz hervorragend, bei „Liar“ aber eben auch mal gar nicht und die restlichen Songs bewegen sich irgendwo dazwischen.


Tracklist:

01 City of G.O.D.

02 Follow Me

03 Liar

04 One Clear Thought

05 Step the Rats Down

06 Goldmine

07 Fat Boy

08 Why Try

09 Sorrows in Silence

10 Down and Out

11 Copy and Paste

12 Step Inside


Bewertung:

6 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Purified Black
  • Album Titel: Elvis Didn't Do No Drugs
  • Erscheinungsdatum: 11.04.2016
  • Fazit: Was man der Band auf jeden Fall lassen muss ist, dass sie sich souverän mit einem eigenständigen Stil immer treu und dennoch abwechslungsreich bleibt.
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