Mittwoch, 26 Oktober 2016 17:49

Punish - Panik

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Albumcover Albumcover Punish

Keine 3 Jahre nach dem Brecher „Sublunar Chaos" halte ich eine neue pressfrische Scheibe aus der Schweiz in Händen. Meiner Begeisterung für diese Band habe ich bereits in meinem Unter dem Radar-Artikel Ausdruck verliehen. Die vierköpfige Tech-Death-Combo hat 8 neue Songs eingespielt und ich konnte es kaum erwarten, das Album in die Finger zu bekommen. Also ab in den Player, Boxen aufgedreht und los:

Call, der erste Song der Platte, beginnt mit atmosphärisch ausklingenden Gitarrenakkorden und steigert sich dann schnell auf die für Punish typische Geschwindigkeit. In Produktion und Klangart empfinde ich diesen ersten Song als deutlicher roher, aber auch bekömmlicher.

Dieser Eindruck setzt durch das Album fort: weniger komplexe Konstruktionen mit ins unangenehme bis anstrengende übergehenden Twists und Breaks, dafür Hochgeschwindigkeitsexzesse über stampfendem Rhytmus.

Sechssaitenhexenkunst von oberster Güte. Wenn ich beim letzten Review noch Vergleiche mit Schlagbohrern bemühen musste, hat sich der Sound von Punish bei diesem Album zu einem wahren Hörgenuss entwickelt. Nach wie vor kein „easy listening", nach wie vor kein Material um es gemütlich nebenher zu hören. Aber deutlich gefälliger ohne dadurch vorhersehbar zu werden. So hört man sägende Riffs im Song „Pan", während die Gitarrenparts von „First" stellenweise filigran-schöne Kompositionen bilden, die selbst verständlich von Counterparts und harten Rhythmus-Partien wieder zerschlagen werden.

Die vokale Leistung von Frontmann Andre Mathieu überzeugt durchweg durch solide Growls im Tieftonbereich, die sich rhytmisch den Gitarrenparts angleichen. Stimmungstechnisch sind Punish auch nach 20 Jahren noch nicht zum Gänseblümchenpflücken übergegangen – es bleibt düster und auf originäre Art aggressiv. Panik ist aber auch von hörbarer Spielfreude und einigen „freundlichen" Farbtupfen geprägt, die einen krassen Kontrast zum brachialen Chaos bilden. Hier profitiert der Sound auch von der Erfahrung der Band, der laut eigener Aussage der kommerzielle Erfolg egal ist und die daher auch wenig Hemmungen vor Genregrenzen hat bzw. diese wohl nie wirklich beachtet.

Empfehlung: Tech Death ist ja angeblich das Genre der Musik, die vor allem Musiker selbst gern hören. Da hier die Komplexität von Death Metal auf ein Niveau gehoben wird, dass das Hören bisweilen sperrig, anstrengend oder sogar leicht schmerzhaft macht, werden die Tech Deather aus der Schweiz nie zu everybodys Darling mit schunkelnden Sprechchören beim Konzert werden. In der eigenen Liga stellt Panik aber definitiv eine musikalische Perle dar, die jeden Death Metal Fan begeistern dürfte, der dem Geschwindigkeitsrausch nicht abgeneigt ist. Im direkten Vergleich mit dem Vorgänger wurde eine etwas komplexe Eigenwilligkeit herausgenommen, die es dem Hörer deutlich einfacher macht das Gesamtkunstwerk zu genießen.

Also nehmt eine aufrechte Sitzposition ein, setzt eure Schutzbrille auf und haltet euch an einer Flasche gut gekühlten Bieres fest, während ihr dieses Klanggewitter über euch hereinbrechen lasst.

(Nur als Link im "Extrafelder" Reiter) Homepage: www.punish.ch

Trackliste:

1. Call

2. Pan

3. First

4. Veils

5. Invert

6. Binding

7. Mother

8. Eternal

Bewertung:

9 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Punish
  • Album Titel: Panik
  • Erscheinungsdatum: 01.08.2016
  • Fazit: Auch erhältlich als LP (über cede.de)
Gelesen 690 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 26 Oktober 2016 17:58

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