Samstag, 16 Juli 2016 23:30

Arkuum - Trostlos

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Trostlos Trostlos Arkuum

Ein-Man-Bands im atmosphärischen Post-Black-Metal gibt es mittlerweile in Hülle und Fülle,nur das wenigste davon kommt aber über eine durchschnittliche Qualität hinaus. ARKUUM sticht da problemlos aus der Masse heraus, das Debütalbum „Trostlos“ zeigt tolle Ansätze und liefert gute Musik.

Sieben Songs sind für ein Debütalbum dabei gar nicht schlecht, die Spielzeit von rund 37 Minuten allerdings definitiv ausbaufähig. Daran soll es aber nicht haken, denn im Endeffekt muss die Musik überzeugen. David, der Kopf hinter Arkuum, ist für die Instrumentalisierung verantwortlich, Hilfe bekommt er beim Gesang von Zeugen der Leere-Vocalist Denny. Das selbst veröffentlichte Album ist auf 150 Digipacks begrenzt.

Der erste Song, „Prolog“, führt nicht nur traumhaft in das Album ein, sondern gibt eigentlich bereits einen guten Querschnitt dessen, was Arkuum ausmacht: Von Gitarren getragenes Midtempo, das von einer hohen Sounddichte und der dadurch entstehenden Atmosphäre lebt. Beklemmend und einsam wirkt die Musik, nur um immer wieder ein kleines Stückchen froher Melancholie anzudeuten. Auch der gesprochene Sampler sowie das Ausklingen des Songs durch ein Klavier sind fabelhaft. „Trübsinn“ baut dann genau auf diese Charakteristika, unterstützt von Dennys Gekreische, das wundervoll mit den emotionalen Gitarren harmoniert.

Dennys Vocals sind nicht nur bei Zeugen der Leere ausdrucksstark und kräftig, sondern lassen nichts davon auf „Trostlos“ vermissen. Die Songstrukturen selbst sind nicht unbedingt die komplexesten, darauf baut Arkuum auch überhaupt nicht. Die Komposition beschränkt sich meist auf das Kreieren der dichten Gitarrenteppiche. Diese sind allerdings nicht das Black Metal-typische Geschreddere, sondern nahezu schon 'ruhig' und ziehen vor allem daraus ihre Stärke – eine gewisse Hoffnungslosigkeit macht sich breit. Aus den Gitarren zieht das Album ohne Frage seine größte Kraft.

Keine Frage, jetzt kommt ein allseits unbeliebtes 'aber'. Das gestaltet sich bei „Trostlos“ allerdings erfreulich gering. Neben den doch eher hohlen Drums (PC-Drums?) und der bereits erwähnten Spielzeit, lässt sich am ehesten das Fehlen eines wirklich herausragenden Tracks bemängeln – keiner der sieben Songs (drei davon Instrumental) sticht heraus oder reißt wirklich mit. Für ein Debütalbum ist das aber sicherlich nicht der größte Makel, zumal die Emotionalität durchaus gegeben ist; etwas, auf das ich persönlich viel Wert lege.

„Epilog“ ist dann ein stimmiges Ende für ein mehr als ordentliches Debütalbum, der an den Prolog anschließt und dem ganzen einen schönen Rahmen verleiht – allerdings die Emotionalität des Prologs ein wenig vermissen lässt. Ehrlich gesagt fände ich es sogar passender, hätten beide Songs einfach die Plätze miteinander getauscht. So gut der Prolog auch ins Album einführt, glaube ich, dass er es fast noch besser abgeschlossen hätte.

Nun gut, halten wir also fest: In Arkuum steckt definitiv Potenzial und ich freue mich auf kommende Veröffentlichungen. „Trostlos“ ist ein Album, dessen Titel sehr gut die emotionale Komponente zusammenfasst, die Arbeit an den Gitarren ist klasse und die Vocals von Denny passen gut. Das Songwriting wirkt für ein Debüt sehr reif. Auf dem nächsten Album darf an manchen Stellen aber gerne etwas mehr gewagt werden, der ein oder andere Ausbruch hätte dem Album sicherlich gut getan. Hört auf jeden Fall mal rein!

Bewertung:

8/10 Punkten

Tracklist:

01. Prolog
02. Trübsinn
03. Ferne Welten
04. Interlude
05. Abgrund der Einsamkeit
06. Morgengrau
07. Epilog

Weitere Informationen

  • Band: Arkuum
  • Album Titel: Trostlos
  • Erscheinungsdatum: 21.August 2015
  • Fazit: In Arkuum steckt definitiv Potenzial und ich freue mich auf kommende Veröffentlichungen. „Trostlos“ ist ein Album, dessen Titel sehr gut die emotionale Komponente zusammenfasst, die Arbeit an den Gitarren ist klasse und die Vocals von Denny passen gut. Das Songwriting wirkt für ein Debüt sehr reif. Auf dem nächsten Album darf an manchen Stellen aber gerne etwas mehr gewagt werden, der ein oder andere Ausbruch hätte dem Album sicherlich gut getan. Hört auf jeden Fall mal rein!
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