Freitag, 15 Juli 2016 07:49

Dysylumn – Conceptarium

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Conceptarium Conceptarium Dysylumn

Einen richtig schweren Brocken liefert uns das französische Duo DYSYLUMN mit ihrer ersten Full Length Scheibe „Conceptarium“. An dieser unkonventionellen Mischung aus Tech Death, Progressive und Black Metal werden sich sicher die Geister scheiden. Auch ich konnte mich nur schwer festlegen. 

Zunächst aber die obligatorischen Formalien. Begonnen hat der ganze Spaß 2010 als Ein-Mann-Projekt von Sebastién Besson, den der eine oder andere sicher von der Technical Death Metal Band ANTROPOFAGO kennt, bei denen er bis 2011 den Sechssaiter malträtieren durfte. Im selben Jahr stieg Oliver Kaah als fester Drummer ein und man entschloss sich, in dieser Konstellation zu bleiben. Live wird das Ganze ab und an durch Sessionmusiker erweitert. 2013 erschien die erste gleichnamige EP, 2015 das hier vorliegende Album.

 

Zur Musik: Fangen wir an mit dem, was uns nicht erwartet. Bei DYSYLUMN handelt es sich keineswegs um eine typische Death Metal Band im „Auf-Die-Fresse-Stil“. Brutalität im herkömmlichen Sinne wird nicht durch fiese Growls oder rhythmisch akzentuierte Staccato-Riffs erzeugt. Auch unerwartete Breaks, Tempowechsel, Gitarrensoli oder große Dynamikschwankungen darf der Hörer nicht erwarten.

 

Die Musik lässt sich viel besser erklären als eine Darstellung des Ist-Zustand. Durch äußerst kontrastarme Mittel bekommt der Hörer das Gefühl, die gesamten 40 Minuten Spielzeit auf der Stelle zu treten. Diese Monotonie soll dabei nicht mit Langeweile verwechselt werden, viel eher mit dem Gefühl der Ahnungslosigkeit über das, was man soeben gehört hat. Und genau hier sehe ich den Scheidepunkt in der Meinungsbildung. Auch nach mehrmaligem Hören fällt es schwer konkrete Höhepunkte in der Musik zu erkennen oder gar die Songs zu rekonstruieren.

 

Ganz leugnen kann das Duo ihre Herkunft jedoch nicht. In einigen Momenten blitzen schnelle Single-Note-Riffs im Stil bekannter Tech Death Klischees auf. Vor allem „Réveil“ fällt in dieser Hinsicht deutlich auf. Doch leider verlässt man sich an diesen Stellen zu sehr auf altbekannte Phrasen, was dem Gesamtkonzept nicht zuträglich ist.

 

Auch wenn die französischen Texte im halligen Schreigesang nicht zu verstehen sind, gibt zumindest das Albumcover ein gutes Bild von der Musik. In durchweg dunklen Blautönen spiegelt die Weite des Universums mit dem alles verschlingenden schwarzen Loch im Zentrum gut die Monotonie und Verständnislosigkeit wieder.

 

Was man DYSYLUMN auf jeden Fall zu Gute halten muss, ist ihr hohes Maß an Eigenständigkeit. Wenn auch dieses Album nicht voll überzeugen kann, hat die Band ihre Nische gefunden und wird sicher auf einige Anhänger stoßen. Die auf 100 Stück limitierten Druckpressungen sind zumindest bereits ausverkauft.

 

Interessant wäre zudem, ob diese Musik überhaupt livetauglich ist oder sich dieses Gefühl nur vor dem Plattenspieler einstellt.

 

Tracklist:

1.Vide spatial 04:08

2.Cauchemar 03:05

3.Esclave céleste 04:13

4.Conceptarium Pt. I (2015) 04:39

5.Conceptarium Pt. II (2015) 04:37

6.Agonie 03:31

7.Réveil 03:18

8.Voyage Astral 05:05

9.Nébuleuse 07:13

 

Spielzeit: 40:05

 

Label: Solar Asceticists Productions

 

Bewertung: 6,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Dysylumn
  • Album Titel: Conceptarium
  • Erscheinungsdatum: 2015
  • Fazit: Eigenständige Musik, die aber noch nicht so ganz zünden will.
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Dysylumn - Conceptarium (Full album) 2015 Dysylumn

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