Dienstag, 17 November 2015 10:31

Nephilim - Erwachen

geschrieben von Soundchaser
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Erwachen Erwachen Nephilim

Nephilim aus Sachsen (Zwickau/Leipzig) bereiten auf ihrem aktuellen – eigenproduzierten – Longplayer „Erwachen“ ein üppiges Mahl aus Death-, Black- und Dark-Metalzutaten, gewürzt mit symphonischen Elementen, das mir bestens schmeckt.

2008 als kleines Musikprojekt gegründet, erschien nun nach dem 2009er Demo „Herbstzeitlos“ das Album „Erwachen“, auf dem sich – wenn ich die Tracklists vergleiche – offenbar zwei der Lieder des Demos wiederfinden („Moment des Todes“ und „Wunden“). Sänger Christian Litzba screamt, keift und growlt sich durch die Stücke, als hätte er zuvor ausgiebig mit Salzsäure gegurgelt, so tief ätzen sich die Songs in meinen Gehörgang. Die deutschen Texte sind dementsprechend düster und passen perfekt zur Musik der Jungs aus Sachsen. Moment mal...da singt doch manchmal auch eine Frau, zum Beispiel bei „Die ewige Pein“? Ja, das ist die engelsgleiche Stimme von Keyboarderin Saskia Leupold, die laut Bandhomepage inzwischen leider ausgestiegen ist. Ein echter Verlust, finde ich, denn mit ihrem sanften Klargesang und den pfiffig eingesetzten Streicherteppichen, die häufiger auch akzentuiert eingesetzt werden, sowie einzelnen Pianoparts ist sie eine echte Bereicherung für den Gesamtsound des Albums.


Die Gitarrenfraktion feuert richtig geile Riffs ab, treibt immer wieder walzend nach vorne (zum Beispiel bei „Die ewige Pein“ im Mittelteil, oder bei „Moment des Todes“ im Chorus), feine Melodiebögen werden geflochten und umrahmen die Riffs vorbildlich (meine Knie schmerzen schon, weil ich mich vor Ehrfurcht permanent auf den Boden werfe), die Soli sind spannend und songdienlich...ich hätte richtig Lust, meine Axt auszupacken und mitzuspielen! Es gibt wahnsinnig viel zu entdecken auf „Erwachen“. Dabei halten Nephilim für mich gekonnt die Waage zwischen brachialer Härte und Eingängigkeit und schaffen es, ihren Songs einen hohen Wiedererkennungswert mit auf den Weg zu geben.


„Erwachen“ ist alles andere als ein „Abgesang“, keine „ewige Pein“, sondern ein „Freudenfest“ und ich kann nur hoffen, dass in meinem „Moment des Todes“ so eine geile Mucke läuft, wie sie Nephilim auf etwas mehr als 53 Minuten mit diesem Opus (ich nenne es ganz bewusst so) geschaffen haben! Für eine Eigenproduktion bietet die Scheibe zudem einen sehr guten Sound – was will man mehr! Alles andere als die Höchstnote würde mir persönlich körperliche Schmerzen bereiten!

 

Trackliste:

  1. Abgesang
  2. Ein Sturm zieht auf
  3. Die ewige Pein
  4. Erwachen
  5. Moment des Todes
  6. Freudenfest
  7. Wunden
  8. Stummer Zweifel
  9. Absolution
  10. Nephilim
  11. Ein neuer Tag
  12. Aufbruch

 

Bewertung:

10 von 10 Punkten

 

Weitere Informationen

  • Band: Nephilim
  • Album Titel: Erwachen
  • Erscheinungsdatum: 31.01.2015
  • Fazit: „Erwachen“ ist alles andere als ein „Abgesang“, keine „ewige Pein“, sondern ein „Freudenfest“ und ich kann nur hoffen, dass in meinem „Moment des Todes“ so eine geile Mucke läuft, wie sie Nephilim auf etwas mehr als 53 Minuten mit diesem Opus (ich nenne es ganz bewusst so) geschaffen haben! Für eine Eigenproduktion bietet die Scheibe zudem einen sehr guten Sound – was will man mehr! Alles andere als die Höchstnote würde mir persönlich körperliche Schmerzen bereiten!
Gelesen 1296 mal Letzte Änderung am Dienstag, 17 November 2015 10:35

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