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Mittwoch, 25 Februar 2015 12:19

Außerwelt - Our Lives out of Balance

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Our Lives out of Balance Our Lives out of Balance Außerwelt

"AUßERWELT"  wurden 2011 in NRW, genauer in Münster gegründet. NRW, für die Black Metal- und eigentlich auch für den Rest der Szene, ja kein wirklich unbeschriebenes Blatt. So kommen aus Aachen ja die Vorreiter des deutschen Kults "NAGELFAR" und aus Essen "KREATOR" um nur zwei Namen zu nennen. 

Die Jungs schreiben in ihrer Biografie davon das sie "einen Weg suchen, dem modernen Black Metal sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch Ausdruck zu verleihen". Ich schaue mir also ein wenig die FB-Page und die Homepage an und verspüre eine gewisse Sympathie den Jungs gegenüber, habe ich doch in meiner letzten Review erst bemängelt, dass sich wenig neues getraut wird. Immerhin ist es als Black Metal Band schon riskant moderne Musik produzieren zu wollen und man geht das Risiko ein, von der Elite zerfleischt zu werden.


Als ich dann auf ihrer FB-Seite im Banner noch ein Foto entdecke auf dem Frontmann Stefan (wieder sammeln sie Pluspunkte, da sie seltsam amüsante Künstlernamen vermeiden) im Hemd, mit kurzen Haaren, ohne Corpsepaint und sogar lächelnd auf der Bühne steht, kann ich es kaum erwarten mir Ihre Scheibe näher anzuschauen.


Also schaue ich auch direkt mal rein und drehe mir "RETURN TO NOTHINGLESS" auf, das erste Stück beginnt in ruhiger düsterer Spielweise und wirkt fast schon melancholisch. Plötzlich durchbricht Stefan dann mit üblichen Gekreische die Stille und man erahnt die ruhige Einleitung nur noch im Hintergrund. Das Riff geht unter die Haut und mir fällt auf das es mit erstaunlich wenig "Double-Base" aufwartet, ja sogar sehr melodisch bleibt, eher ungewöhnlich, aber keinesfalls Schlecht. Ebenfalls überraschend finde ich das sich das Lied tatsächlich irgendwie "modern" anhört, ich kann nicht genau sagen, ob das an der guten Aufnahmequalität und/oder am Spielstil liegt,  oder ich einfach irgendwie durch "AUßERWELT"'S auftreten voreingenommen bin, gefallen tut mir das Stück aber defintiv.


Weiter geht’s mit "THE RESTLESS MIND", dass im Gegensatz zum ersten Titel gleich mit voller Gewalt einspielt. Und auch hier kann ich wieder nur sagen: "GENIAL!". Keine Ahnung was, aber "AUßERWELT" hat es irgendwie. Angefangen mit in die Länge gezogenen Screams und sehr heftiger Spielweise, driftet das Stück nach kurzer Zeit in etwas ruhigers Fahrwasser ab, verliert aber nichts an Intensität. Einen Augenblick später, spielt es dann also in gewohnter Härte weiter und schlägt eigentlich gefühlt eine Sekunde später wieder um. Mich sprechen diese häufigen Stilwechsel aber definitiv an.


Also gut, denke ich mir und drücke bei "LICHTFREMD" auf Play. Die erste Minute des Liedes vergeht irgendwie schnell und unbemerkt und ich erwische mich bei leichten "Schreibtisch-gebange". Stefan ballert hier in relativ kurzen Blöcken seine Vocals raus, diese werden dann von musikalischen Wechseln unterbrochen und "LICHTFREMD" stellt sich als das erste Stück der Scheibe heraus, in den auch elektronische Einflüsse Einzug erhalten. Im ersten Augenblick fühle ich mich ein wenig an "WINDIR" erinnert. "LICHTFREMD" ist ein Titel der aufgrund seiner Spielweise im späteren Spielverlauf sehr zum Nachdenken einlädt. Ich schweife gedanklich ab, nicht einmal in düstere Gedanken, wie es die ein oder andere Band schafft. Dafür einfach in eine Art Außerwelt (man vergebe mir den WortwitzJ). Einfach auch ein gelungenes Stück.


Zu guter Letzt dann das Stück "A Grey Matter", dass sich relativ nahtlos in das Album einfügt. Angenehm aggressive Stimmung mischt sich wieder mit ruhigem Spielstil und weiß zu gefallen. Stilwechsel sind auch gegeben und verleihen der Scheibe einen würdigen Abschluss.


Tracklist:

1. Return to Nothingless

2. The Restless Mind

3. Lichtfremd

4. A Grey Matter


Bewertung:

10 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Außerwelt
  • Album Titel: Our Lives out of Balance
  • Erscheinungsdatum: 19.09.2014
  • Fazit: "AUßERWELT" erfinden das Rad zwar nicht völlig neu, doch gehen die Ansätze schon in die richtige Richtung. Mit 4 Titeln ist die Scheibe zwar sehr kurz, jedoch hält sich dafür das Niveau der Songs und ich kann nicht wirklich sagen, welcher Titel jetzt mein Favorit ist. Gefallen tun sie mir jedenfalls alle. Ich bin überrascht und erfreut zugleich hier ein wenig außergewöhnliches geliefert zu bekommen und es war definitiv nicht das letzte Mal, das "OUR LIVES OUT OF BALANCE" mein Trommelfell an seine Grenzen bringt.
Gelesen 3244 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 25 Februar 2015 12:57

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