Mittwoch, 29 Januar 2014 23:05

Drug Honkey - Ghost in the Fire

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Ghost in the Fire Ghost in the Fire Drug Honkey

Mit Ghost in the Fire veröffentlichten die US-Amerikaner von DRUG HONKEY ihr viertes Album. Die vierköpfige Gruppe aus Chicago macht es mir jedoch alles andere als einfach, irgendetwas Positives in die Tasten zu tippen. Zehn Tracks auf rund 50 Minuten bietet die Band auf ihrem vierten Langspieler an. Und meine Fresse, ziehen sich diese 50 Minuten.

Nach dem Hören des Albums bin ich mir nicht sicher, in welches Genre ich die Band einordnen kann. Persönlich würde ich ja am ehesten „Stuhlgang“ vorschlagen, aber ich denke nicht, dass die „Band“ damit übereinstimmen würde. Laut der Facebook-Seite der Band und anderen Reviews verkauft die Band das ganze als psychedelischen Bockmist (durchgestrichen) Experimental-Metal. Zur Verteidigung der Band: Der erste Song, „Order of the Solar Temple“ war musikalisch gesehen noch in Ordnung. Tontechnisch ist die Band schrecklich langsam unterwegs, was im ersten Song noch ein gewisses Gefühl von Beklemmung hervorruft. Das, was die Herren an den Instrumenten spielen, ist unheimlich repetitiv. Das erste Problem ist jedoch, dass sich dieser minimalistische Ton durch das ganze Album zieht, folglich also nur noch redundant und extrem nervig wirkt. In den gesamten zehn Songs sucht man vergebens nach Melodie.  Das wäre an sich noch akzeptabel und würde möglicherweise für vier bis fünf Sterne reichen – wären da nicht die Vocals.  


Während dieser endlos langen 50 Minuten kamen mir zwei Überlegungen bezüglich des Albums, insbesondere im Bezug auf die Vocals. Entweder versucht da Gollum in Mordor krampfhaft ein Album aufnehmen, kreischt dabei manisch im Stile von „Garstige Hobbitse“ durch die Gegend und hat sich Unterstützung bei ein paar Orks gesucht. Und bei aller – wirklich großen – Liebe zu Herr der Ringe ist die Idee genauso scheiße wie das Resultat. Oder die Band will auf überzeugende Art und Weise darstellen, wie ein Körper, der langsam aber sicher durch Crystal Meth zerstört wird, klingt. Verstärkt wird das Ganze noch durch einen schrecklichen Hall hinter den Vocals und teilweise auch durch eine komische elektrische  Verzerrung, wobei man das Gefühl bekommt, die Band möchte noch langsamer machen und dass durch diese „Slow-Mo-Vocals“ zum Ausdruck bringen. Beides klingt, als wäre es gerade eben im nächstgelegenen Folterkeller aufgenommen worden. Naja, vielleicht wurde es das ja auch.


Um es kurz zu machen: Die Vocals sind scheiße.


Weiter geht’s. Eigentlich müsste ich Band hier jedes Mal in Anführungszeichen schreiben, weil ich bin mir nicht sicher, ob da wirklich eine Band zusammen spielt oder ob einfach ein paar Menschen zusammen auf Instrumenten rumklimpern und das dann planlos zusammen geschmissen wurde. Über große Strecken sind die Vocals und die Musik von Harmonie so weit entfernt, wie Lemmy von einem nüchternen Zustand. Wahrscheinlich ist das so beabsichtigt, gelungen ist es jedoch nicht. Die Idee der Band ist – wie man in der enstandenen Atmosphäre im ersten Song bemerken kann – gar nicht so schlecht. Dafür gibt es immerhin schon mal einen Punkt von mir. Um es gut zu machen, müsste man nur noch alles verbessern – und zwar sehr! Auf ein passendes Wortspiel, dass sich auf den Bandnamen bezieht und den Drogenkonsum der Band infrage stellt, hatte ich keine Lust.


Warum ich trotzdem noch einen halben Stern dazu gegeben habe? Gute Frage. Wahrscheinlich weil mich der Band Name an Donkey, sprich Esel erinnert. Und ich mag Esel. Nun gut, fassen wir also zusammen. Man braucht jede Menge Fantasie, um dem Album viel Gutes abzugewinnen. Wenn euch sehr langweilig ist und ihr wollt euch noch mehr langweilen, hört einfach das Album an. Wenn ihr das Album kaufen möchtet, gebt das Geld lieber für Alkohol aus. Wenn ihr das Album bereits gekauft habt, dann verkauft es und gebt das Geld für Alkohol aus. Und gebt mir meine 50 Minuten wieder.

Tracklist:

01 Order of the Solar Temple
02 Ghost in the Fire
03 Weight of the World
04 This Time I Won’t Hesitate
05 In Black Robe
06 Dead Days (Heroin III)
07 Five Years Up
08 Out of my Mind
09 Twitcher (Scorn Cover)
10 Saturate / Annihilat

Bewertung:

1,5/10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Drug Honkey
  • Album Titel: Ghost in the Fire
  • Erscheinungsdatum: 15. Mai 2012
  • Fazit: Nun gut, fassen wir also zusammen. Man braucht jede Menge Fantasie, um dem Album viel Gutes abzugewinnen. Wenn euch sehr langweilig ist und ihr wollt euch noch mehr langweilen, hört das Album an. Wenn ihr das Album kaufen möchtet, gebt das Geld lieber für Alkohol aus. Wenn ihr das Album bereits gekauft habt, dann verkauft es und gebt das Geld für Alkohol aus. Und gebt mir meine 50 Minuten wieder.
Gelesen 1977 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 30 Januar 2014 09:43

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