Samstag, 23 November 2013 19:46

Aeons Confer - Symphonies Of Saturnus

geschrieben von Ghostwriter
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(10 Stimmen)
Symphonies Of Saturnus Symphonies Of Saturnus Aeons Confer

Was eine Fahrt! Knapp 80 Minuten haben Aeons Confer auf ihre Debütscheibe „Symphonies Of Saturnus“ gepackt, als ob Sie sich entschuldigen wollten. Wofür entschuldigen? Naja, dass es die Band schon seit 1997 gibt und außer zwei EP's und einer erweiterten CD kein „richtiges“ Album gab.

Die fast komplett ausgereizte Spielzeit einer herkömmlichen CD ist ja praktisch vorprogrammiert wenn man so lange mit Releases geizt. Was hier vor dem Hören erstmal beeindruckend scheint ist tatsächlich eine harte und oftmals irre Fahrt durch diverseste Genres – Angefangen bei Symphonic Metal über Black Metal, bis teilweise Prog und modernere Töne über Deathgeschrammel und elektronische Einflüsse. Die eigene Genre Einteilung „Modern Symphonic Dark Metal“ könnte ich für die Jungs aus Hamburg auch abkürzen und schlicht „Fast alle“ nennen. Schamlos bedient man sich bei allem was böllert und reinhaut und findet damit einen lange nicht mehr aktivierten Nerv im Hörmuskel.

 

Symphonies Of Saturnus ist ein Konzeptalbum über die „saturnischen Prinzipien“ bzw. den saturnischen Weg der Erkenntnis der einmal in Einsamkeit und Dunkelheit gegangen – zu geistiger Reife und den Gipfeln der Erkenntnis und höchster menschlicher Denkfähigkeit führen soll. Und so fühlt sich es auch an. Mit dem Intro – „Signals“ wird man direkt auf die dunkle Reise geschickt mit der ersten Erkenntnis, dass wir nichts wissen und draußen Dinge auf uns warten, die unsere Vorstellungskraft übersteigen. Was darauf folgt ist eine schwere Mischung aus epischen Chorälen, harten Riffs und dem Gefühl einem ganzen Konzertsaal vollkommen Wahnsinniger gegenüberzustehen. Man bekommt selten eine so dichte und doch nicht überladen wirkende Schallwand gegenübergestellt und kann danach noch davon berichten. Clean Vocals, Screams, Gitarren die zwischen melodisch und Lichtgeschwindigkeit pendeln während die Drums Blastbeats und Doublebass hervorzauber als wollte man nicht erforschen und das Bewusstsein steigern, sondern sprengen und vernichten.


Der geneigte Leser möge es mir Verzeihen nicht auf jeden Song im Einzelnen einzugehen, da das Gesamtwerk zu episch anmutet um Worten gerecht zu werden. Einzelne echte Highlights des Werkes findet man z.B. mit „Colossal Void“. Der Track ist sehr prog-lastig ohne aber die aufgebaute Atmosphäre vom Vortrack „ESP“ anzuknacksen und kommt vollkommen ohne clean Vocals aus. Die volle Bandbreite gibt es im längsten Stück „Renaissance“ zu hören, der das ganze Können der sechs Hamburger unter Beweis stellt. Atmosphärisch wieder super dicht, werden Gitarrensoli spendiert, das Keyboard bis zum Äußersten gereizt und auch mit clean Vocals und Screams im Duett gesungen. Mein persönlicher Favorit ist „The Order Of Equilibrium“, der zwar auch melodisch, aber doch sehr death-lastig rüberkommt. Einen besonderen Stellenwert messe ich außerdem den drei Tracks „Symphonies Of Saturnus“ bei, die mit „The Inheritance“, „The Proof“ und „The Synthese“ das Ende des Albums einläuten und mehr als EP innerhalb der Scheibe zu verstehen sind. Hier wird nochmal sehr auf symphonische Einschübe wert gelegt, während auch fast schon EBM-lastige Passagen für etwas Auflockerung sorgen. Mit „Supremacy“ als Outro schließt sich der Zirkel und hinterlässt erstmal Leere. Mit einem Blick auf die Uhr ist die Verwirrung perfekt und die Anfangs erwähnte Fahrt ging schneller rum als gedacht.

 

Tracklist:

  1. Signals

  2. ESP

  3. Colossal Void

  4. Probe

  5. Alienate

  6. Aeonized

  7. Aeons To Come

  8. Descent

  9. Renaissance

  10. The Order Of Equilibrium

  11. Symphonies Of Saturnus - Part I: The Inheritance

  12. Symphonies Of Saturnus - Part II: The Proof

  13. Symphonies Of Saturnus – Part III: The Synthesis

  14. Supremacy

 

Bewertung:

10 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Aeons Confer
  • Album Titel: Symphonies Of Saturnus
  • Erscheinungsdatum: 05.10.2013
  • Fazit: Meine Empfehlung – Lasst euch erleuchten. So ein durchdachtes und auf Perfektion getrimmtes Werk bekommt man nicht allzu häufig vorgesetzt.
Gelesen 2640 mal Letzte Änderung am Sonntag, 24 November 2013 19:06

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