Interview mit Alex - "Der Dunkle Parabelritter"

Wer als Metalhörer in der weiten Welt von Youtube unterwegs ist, kommt seit knapp einem Jahr nicht mehr am Channel des DUNKLEN PARABELRITTERS vorbei. Auf der einen Seite gehasst und auf der anderen Seite von vielen angebetet hat er mit seinen Clips, wie "Wie man Metallerinnen verführt" oder "MPD- Die Metal Partei Deutschlands" die virtuelle Welt unter Beschlag genommen. Doch lest selber was der Ritter uns in seiner Audienz zu erzählen hat!

UG: Vorab ein großes Dankeschön dafür, dass du dich bereit erklärt hast für dieses Interview!

Alex: Kein Problem, immer gerne!

 

UG: Viele unserer Leser kennen dich ja nicht. Magst du dich bitte kurz vorstellen und sagen wer oder was "Der Dunkle Parabelritter" ist ?

Alex: Ich bin der Alex und vor wenigen Monaten auf die Idee gekommen, meine Freizeit damit zu verbringen Videos zu produzieren. Ein Grund dafür war meine Enttäuschung darüber, dass Youtube mittlerweile immer mehr zu einem Abklatsch schmieriger TV-Produktionen wurde. Und da dachte ich mir: „Mal schauen, ob du das nicht anders machen kannst.“ Ich bin seit meinem 11. Lebensjahr begeisterter Metal-Fan und da lag es nahe, mich auch in Videos mit Themen rund um mein Lieblingsgenre zu beschäftigen. Allerdings weigere ich mich strikt dagegen, mich auf ein oder zwei Formate oder Thematiken zu beschränken und produziere Videos wann und worüber ich will. Man findet bei mir neben Festivalberichten, Interviews und Videos über Metal auch Comedy, Politsatire, Ernsthaftes oder auch mal total Infantiles. Zugegeben: Der Name klingt bescheuert. Das hat aber den Vorteil, dass man sich sehr gut über ihn lustig machen kann…und zack, hat man ihn abgespeichert!

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UG: Apropos was bedeutet eigentlich der Name und wie kommt man darauf?

Alex: Das ist natürlich eine lange und epische Geschichte voller Gefahren und Heldentaten, Drachen und Manowar-Liveauftritten…aber ich will es kurz machen und hier exklusiv enthüllen, dass dieser Name auf einen einzigen Endkampf zurückzuführen ist: Damals in der 9. Klasse stand ich einem guten Freund gegenüber. Von Angesicht zu Angesicht duellierten wir uns mit Tafelinstrumenten. Die Waffen meiner Wahl waren der Zeigestock als Schwert und die Parabelschablone als Wappenschild. Und ja, daher der Name. Wenn ich mich recht entsinne, gibt es den Channel noch gar nicht so lange - Zu Weihnachten auf den Tag genau 1,5 Jahre.

 

UG: Woher glaubst du kommt der Erfolg?

Alex: Erfolg ist jedoch relativ. Machen wir es mal nicht an Abonnentenzahlen fest. Es gibt Videokünstler auf Youtube die in dieser Zeit das 100fache an Größe errungen haben. Aber es ist nicht mein erklärtes Ziel, Teil der Pop-Kultur zu werden. Auch behandele ich Randthemen und spreche fast nur unsere Subkultur an. Jedoch ist es richtig, dass ich in den letzten Monaten immer mehr positive Reaktionen auf meine Arbeit bekomme und der Kreis meiner Zuschauer sich immer mehr erweitert. Ich vermute, dass es die Abwechslung ist, die ich meinen Zuschauern versuche zu bieten. Meine Videos haben nichts von der professionellen Kälte, die man mittlerweile bei den Größen der Internet-Unterhaltung spürt. Bei mir merkt man: Das wird alles von einem Typen zusammengebastelt und der macht auch ab und an mal einen Fehler.

 

UG: Deine Konkurrenz ist aus virtueller Ebene gesehen "Lord Abbadon". Seit ihr euch schon mal begegnet und könnte man sich eine Kooperation zwischen euch vorstellen?

Alex: Ich werde natürlich demnächst den Dschihad ausrufen und seine Heimatstadt Hamburg niederbrennen lassen. Ok, Spaß beiseite. Ich glaube nicht, dass man hier von Konkurrenz sprechen kann. Er macht Videos, ich mache Videos. Er kennt zum Beispiel meinen humoristischen Werbespot zur Bundestagswahl 2013 und ich schaue auch ab und an mal ein Video von ihm. Wir sind uns schon einmal auf dem Rock Harz 2012 begegnet. Aber wenn er wirklich mal mit mir zusammenarbeiten will, dann muss das von ihm kommen und wenn mir sein Vorschlag gefällt, kann ich nur hoffen, dass dabei etwas herauskommt, was seinen und meinen Abonnenten gefällt.


UG: Wie ist das Gefühl mit noch nicht mal 20 Jahren auf eine Abonnentenzahl von 3500 zurückblicken zu können?

Alex: Um ehrlich zu sein, realisiert man die Menge an Zuschauern gar nicht. Ich kann momentan 70.000 Aufrufe im Monat verzeichnen. Aber das sind einfach nur Zahlen. Man begreift sowas nur, wenn man auf einem Konzert oder Festival erkannt wird. Das ist auf der einen Seite ein schönes, aber auch ein etwas unheimliches Gefühl, wenn ich ehrlich bin.


UG: Fannähe scheint dir ja sehr wichtig zu sein, zumindestens hat jeder die Chance dich anzuschreiben oder auch auf Festivals und Konzerten anzusprechen. Was waren da die denkwürdigsten Momente bisher?

Alex: Also besonders angenehm war in dieser Hinsicht Wacken 2013. Damals hatte ich gerade mal 1000 Abonnenten bin aber jeden Tag ein halbes Dutzend ma erkannt und umarmt worden. Das konnte ich überhaupt nicht verstehen. Der Vater eines Freundes hatte ein Quad dabei, mit dem wir Wasser holen gefahren sind und da hörte ich dann auf dieser recht kurzen Strecke mehrmals : "Ist das nicht der Dunkle Parabelritter?" Unglaublich finde ich auch, wenn man von Bands angeschrieben wird, die mitteilen, dass sie Fans sind und man vor einem Jahr noch in der ersten Reihe stand und SIE für unglaublich weit entfernte Götter gehalten hat.

 

UG: Durch deine Videos stehst du sozusagen in der Öffentlichkeit. Könnte das aus deiner Sicht ein späterer Berufskiller sein?

Alex: Das ist ein Problem, dass sich hypothetisch ergeben könnte, ja. Ich studiere ja zurzeit Lehramt für Deutsch/Geo und es ist ja bekannt, dass man im öffentlichen Dienst oft mit Argusaugen begutachtet wird. Aber da denke ich vorerst lieber nicht drüber nach.

 

UG: Wie lange glaubst du wirst du das Projekt "Der Dunkle Parabelritter" fortsetzen wollen oder anders gefragt was müsste passieren, damit du das Handtuch werfen würdest?

Alex: Das ist eine gute Frage! Momentan sehe ich keinen Grund dazu, es macht mir Spaß und ich bin zu nichts verpflichtet. Der einzige Grund könnte sein, dass ich mich irgendwann überhaupt nicht mehr reden hören kann. Aber so gerne, wie ich rede, kann das noch eine ganze Weile dauern. Kritiker gibt es überall.


UG: Wie gehst du damit um?

Alex: Das kommt immer auf die Art der Kritik an. Wenn es ernsthafte Kritik ist, überdenke ich sie, nehme mir etwaige Anmerkungen zu Herzen und versuche mich auf dieser Basis zu verbessern. Ich bin jemand, der konstruktive Kritik sehr ernst nimmt. Manchmal etwas zu ernst.

 

UG: Hast du schon irgendwelche Pläne wie es mit deinem Channel weiter gehen wird?

Alex: Ich habe für das nächste Jahr tatsächlich schon ein paar Pläne. Ich werde natürlich wieder auf einigen Festivals unterwegs sein von denen ich dann hoffentlich noch besser, professioneller und mit noch mehr prominenten Interviewpartnern berichten möchte.Bei 5000 Abonnenten würde ich zudem gerne eine Art Band-Battle einführen. Ich bin ja immer dabei, unbekannte Bands zu promoten, momentan zum Beispiel indem ich ihre Musik verwende und damit einem größeren Publikum zugänglich machen möchte! Mit diesem Band Battle würde ich gerne einmal im Monat mindestens 2 Musikvideos gegeneinander antreten lassen und meine Abonnenten den Gewinner ermitteln lassen. Ich glaube, dass es vielen helfen könnte, wenn jemand mal das Augenmerk auf sie legt! Außerdem werde ich mich wohl dazu überreden lassen, ein Review-Format einzuführen. Es gibt also eine Menge zu tun für mich!


UG: Gibt es Projekte, die du noch gerne umsetzen möchtest, aber durch irgendwelche Gründe (Equipment etcpp) im Moment nicht umsetzen kannst?

Alex: Unzählige! Ich würde so gerne Kurzfilme drehen, viel aufwändiger und tiefgründiger als jetzt, aber das scheitert an einigen Faktoren. Das schwerwiegenste Problem ist, dass die meisten meiner Freunde Angst davor haben, vor der Kamera zu erscheinen. Auch aus Karrieregründen. Damit sind die meisten Ideen generell ersteinmal zum Scheitern verurteilt. Mal sehen, wie sich das noch entwickelt.

 

UG: Die Leute, die sich deine Videos anschauen, sind im Schnitt im gleichen Alter oder jünger wie du. Siehst du dich als Vorbild für sie?

Alex: Ich denke, diese Position erhält man zwangsläufig wenn man sich entschließt, öffentlich irgendetwas zu thematisieren. Es kamen schon öfter Jugendliche zu mir, die meinten ich hätte ihnen z.B. mit meinen Videos zum Thema Ritzen der Einsamkeit sehr geholfen. Wenn man sagen kann, dass das was man macht, anderen helfen kann, dann ist das für mich das größte Lob.


UG: Warum glaubst du hat sich die Qualität auf Youtube so verschlechtert? Wie siehst du die Entwicklung der Plattform?

Alex: Youtube ist mittlerweile in den Händen von Netzwerken und Firmen, deren Ziel naturgemäß eine Steigerung der Einnahmen darstellt. Und es gibt nunmal ein paar Dinge, mit denen man sehr schnell, viele Klicks generieren kann. Und im Grunde kann man das auch niemandem Übel nehmen. Youtube ist im Endeffekt auch nichts anderes mehr als eine Vereinigung von Fernsehsendern. Es gibt große, mächtige Channel, oft mit weniger Anspruch und kleine, die nur ein bestimmtes Klientel bedienen.

 

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UG: Nenn mir bitte zum Abschluss drei Gründe, weshalb man dich und deinen Channel angucken sollte.

Alex: Da reicht ein Argument: Die Gastauftritte von "Sexy Robse" von Equilibrium sind absolut sehenswert. Nein im Ernst: Wenn du auf der Suche nach ehrlichen Videos bist, auf Metal stehst oder gerne siehst wie sich ein völlig unbekannter zum Deppen macht, dann solltest du mal bei mir vorbeischauen!

 

 

Das Interview führte Silent Moon von Undergrounded und Alex alias "Der Dunkle Parabelritter", Youtube Phänomen und Metalspinner.

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Gelesen 12822 mal Letzte Änderung am Freitag, 12 September 2014 09:36

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