Mittwoch, 29 Mai 2019 16:52

17.-18.05.2019 – ROCK DEN ACKER OPEN AIR – NIDDERAU, Acker hinter dem Sportplatz

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AUSVERKAUFT !!! So schallte es eine Woche vor Beginn des 2. Rock den Acker Open Airs durch die sozialen Medien. Open Air Festivals erleben schon seit Jahren einen Boom – Wacken sei Dank (das dies mal hier zu lesen sein würde). Ein feines, kleines Untergrund-Festival mit Platz für rund 750 Headbangern auf dem Gelände hat sich in kurzer Zeit einen guten Namen gemacht. Natürlich begann dies alles schon viel früher und viel kleiner zu gedeihen. Wie mir Andreas von der Crew (http://rockdenacker.com) erzählte, wurde der Acker zum ersten Mal 2006 beschallt: von einem Traktoranhänger gab ein DJ sein Bestes und unterhielt ca. 50 Anwesende am Lagerfeuer. 13 Jahre später nun das:

Unser Navi führte uns am Freitag (einziger Tag unserer Teilnahme) zunächst an den Sportplatz in Nidderau-Erbstadt (Main-Kinzig-Kreis) – in Sichtweite zum Festivalgelände. Parkplätze schienen schon rar, also fuhren wir durch Seitenstraßen näher heran und fanden noch einen guten Parkplatz nahe dem Haupteingang – Bingo. Am Eingang, kurz vor Beginn der ersten Band, herrscht gute, lockere Stimmung. Ausgerüstet mit den üblichen Bändchen und Halspastillen eines Sponsors geht’s um die Ecke des schnuckeligen Geländes.

Rock den Acker Running Order

Schon legt die erste lokale Band los: CONSPIRIA aus Friedberg. Um 17:30 Uhr und bei strahlendem Sonnenschein ein Open Air zu eröffnen ist für Band und Fans eine Herausforderung, welche aber beide Seiten mit Bravour bestehen. Die fast stoisch treibenden Rhythmen ihrer Songs bringt die meisten Fans wunderbar auf Betriebstemperatur. CONSPIRIA ermuntern die Fans immer wieder zum Haareschwingen und Pommesgabel zeigen. Sängerin Nadine sorgt mit ihrer klassisch geschulten Stimme für den passenden Kontrast zum rauen, Death Metal-lastigen Symphonic Metal.

Conspiria

Die zweite Band beschert uns einen Stil- und Bundeslandwechsel: AMONG THE SWARM aus Offenburg geben ihr Set und bringen Metalcore zum Besten. Wir schauen uns dann mal lieber auf dem Gelände um.

Among The Swarm

Es gibt alles, was unser Festivalherz begehrt: Burger, Jacky-Cola, Merch, Sitzgelegenheiten, etc. - auch einen Tattoo-Stand gibt es. All das zu zivilen Preisen. Man kann mit Bandmitgliedern auf dem Gelände plaudern, niemand hegt Starallüren und die Crew-Mitglieder sind jederzeit ansprechbar und hilfsbereit, wenn Fragen auftauchen. Und in dieser Pause kann man Riesen-Pommesgabeln beim Bierbecherhaltewettbewerb gewinnen. Wir reißen uns los, denn mittlerweile legt die nächste Band mit rockig bis metallischen Sound los: FRED BONESKIN aus Fulda erinnern sehr an AC/DC und bringen richtig Partystimmung aufs Gelände.

Fred Boneskin

Der Sound war bei allen Bands sehr komfortabel. Direkt vor der Bühne stehend wummern uns die Subwoofer ordentlich durch die Hosenbeine. Die Security ist ausgesprochen freundlich und kommt auch mal Fanwünschen nach, die eine oder andere Songliste von der Bühne zu reichen.

Bierbecherhaltewettbewerb

Weiter geht’s, die Stimmung steigt, die Gitarristen der nächsten Band spielen Harmonien a la Iron Maiden. DECEIVER aus Limburg stehen auf der Bühne und reißen den nun fast vollzählig gefüllten Acker total mit. Die Musiker sind sehr agil und bewegen sich sehr viel auf der Bühne, Sänger Tobi animiert das Publikum ein ums andere Mal und erntet begeistertes Gegröhle. Interessant ist die Zusammensetzung der Band mit drei Musikern etwas älteren Semesters und zwei blutjung wirkenden Metalheads. Dies scheint eine sehr fruchtbare Mischung zu sein, denn der Spass ist allen anzusehen und überträgt sich eins zu eins aufs Publikum.

Deceiver

ELVENPATH aus Frankfurt, bzw. Flörsheim werden schon beim Soundcheck gefeiert. Entsprechend ist die Stimmung sofort auf 180, als das Set beginnt. Im selben Atemzug ist man ergriffen von der Stimmgewalt des Shouters Dragutin. Rob Halford kann es nicht besser. Episch, spannungsreich und von herrlichen Melodiebögen getragen, rauschen ELVENPATH durch ihr Set. Das aktuelle Album „The Path of the dark King“ ist eine deutliche Weiterentwicklung ihres sehr kraftvollen Melodic Power Metals – das kommt auch sehr selbstbewusst von der Bühne rüber. Sogar uns, die eher Black Metal Maniacs sind, gehen Augen und Ohren auf, wir schwingen unser Haar im Takt.

Elvenpath

So richtig voll fühlt es sich zum ersten Mal beim heimlichen Headliner BURIED IN SMOKE an. Wenn man schon allen anderen Bands attestiert, dass sie keinerlei Gefangenen machten, so gilt das erst Recht und vor allem für BURIED IN SMOKE. Was die Lokalmatadore aus Hanau hier (und immer wieder) auf die Bühne zaubern, ist in Worten nicht zu fassen. Völlig elektrisiert, total aufgedreht, bis in die Haarspitzen motiviert, Energiebündel as fuck. Das beschreibt in etwa die irre Bühnenshow des Vierers. Musikalisch verorten sie sich selbst in etwa bei Led Zeppelin, Slipknot, System of a Down und Primus, bzw. ihrem eigens kreierten Stil ‚Every Rock‘. Denkt Euch jetzt Euren Teil oder noch besser: gebt Euch die Jungs Live. Denn diesen Auftritt in eine Review zu packen, ist mehr als schwierig.

Buried in Smoke

Den schnellsten Umbau und Soundcheck legen zum Abschluss PRECEPITATION hin. Auch wenn ca. die Hälfte der Fans wohl ne Pause brauchen nach dem Set von BURIED IN SMOKE, so lassen PRECEPITATION aus Babenhausen keinen Zweifel aufkommen, dass sie längst zum Headliner gereift sind. Routiniert, professionell und volle Fahrt voraus wie immer, geben die vier ein eindrucksvolles Schauspiel ihres Könnens. Die erste Reihe des Publikums kennt quasi jeden Text auswendig, einige Fans davon sind auch quasi bei jedem Gig dabei. Mit ihrem Progressiv-Melodic-Death-Metal haben die jungen Haudegen sich eine stimmgewaltige Fanbase erarbeitet und auch redlich verdient. Seit 2016 sind sie mit ihrem immer noch aktuellen Album ‚The Power Of‘ auf allen Bühnen des Rhein-Main-Gebietes unterwegs. Man sollte langsam von einem Klassiker sprechen – und das bei einem Debütalbum!

Precipitation

Ein toller Festivaltag geht zu Ende. Wir haben 6 hessische Bands gesehen, welche die lokale Szene in verschiedenen Metal-Genren glänzend repräsentieren. Ein rundherum gelungenes Festival. Große Schilder an den Ständen lassen einen sicher zu Bar, Tattoo oder Merch gelangen. Der Samstag, so hört man, war ebenso gelungen. Wer auf Metal a la Power, Heavy, Thrash, Melodic steht, sollte jetzt ein Like auf https://www.facebook.com/rockdenacker da lassen, damit sie/er sich rechtzeitig ein Ticket sichert, bevor es wieder heißt: AUSVERKAUFT!!!

Quickcheck:

Wann? 17. & 18.05.2019
Einlass: 16:30 bzw. 14:00
Beginn: 17:30 bzw. 14:30

Wo? Rock den Acker Open-Air, Bonstädter Strasse (hinter Sportplatz SV Erbstadt),
61130 Nidderau

https://rockdenacker.com

Wieviel? VVK 25,--€

Weitere Informationen

  • Band(s): siehe Flyer
  • Wann: 17.05.2019 - 18.05.2019
  • Wo: 61130 Nidderau-Erbstadt, Bönstädter Strasse 1, Festplatz hinter dem Sportplatz
Gelesen 1521 mal Letzte Änderung am Sonntag, 02 Juni 2019 09:55
geordie

black metal ist nicht für jedermann