Donnerstag, 30 Oktober 2014 20:01

Lacrima - A Story From Limbo

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Seit 18 Jahren besteht die Band Lacrima nun schon und ist damit, laut den mir verständlichen Quellen im Netz, die dienstälteste Doom-Kapelle Polens. Zur Volljährigkeit der Band gibt es für die Fans ein besonderes Geschenk: "A Story From Limbo"!

Die Krakauer haben sich hierfür elf Songs aus ihrer Bandhistorie heraus gesucht und diese für das Geburtstagsalbum neu eingespielt. Auf den Punkt gebracht, kann man "A Story From Limbo" somit als Best Of-Album bezeichnen, was aber nicht weiter schlimm ist. Denn so bekommt man einen allumfassenden Einblick in das kreative Schaffen der Polen, welche mir (und sicher auch den meisten unserer Leser) bis zu diesem Review unbekannt waren.


Dabei hätten Lacrima es verdient, dass sie auch hierzulande etwas mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung bekommen, denn ihr Doom/Dark Metal weiß durchaus zu gefallen. Es ist faszinierend, wie Lacrima es schaffen, auf der einen Seite eine unglaublich dichte Atmosphäre in ihrer Songs zu erzeugen, auf der anderen Seite aber nicht die Lockerheit und den Spaß dabei zu verlieren. Wenn z.B. am Ende von "The Time Of Knight's Return" auf einmal mittelalterliche Spielmannsrhythmen erklingen, kann man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen und man kann erahnen, welchen Spaß die Band bei den Aufnahmen hatte.


Die dichte Atmosphäre der Songs, welche auf der anderen Seite steht, entsteht zum großen Teil durch den Gesang von Kuba Morawski , der mit seiner rauen und kraftvollen Stimme den Hörer durch das Album trägt. Die Instrumente kredenzen dazu einfache Melodien und Riffs, welche dezent mit Keyboards untermalt werden...fertig ist das Rezept von Lacrima für eine düstere, teils mystische Atmosphäre, die einen gefangen nimmt und für Gänsehaut sorgt. Bei zwei Songs gibt man der kräftigen Stimme von Morawski einen zarten, weiblichen Gegenpart. Dieses Zusammenspiel dieser beiden Stimmen bei "Innocent" und "Backwards" gehört für mich zu den Glanzlichtern auf "A Story From Limbo".


Das es auch ohne Gesang geht, zeigen die Instrumentals "Epilog", "Black Funeral Rose" und "Chalice Of Memories". Letzteres bildet zwar eine Ausnahme auf dem Album, weil hier nur Streichinstrumente zu hören sind, aber die klagenden Cellotöne lassen es einem eiskalt den Rücken runter laufen und verursachen eine Gänsehaut, die nicht so schnell verschwinden will. Auch wenn "Chalice Of Memories" nur ein Zwischenstück ist, ist es mit seiner Intensivität für mich der emotionale Höhepunkt des Albums!


Insgesamt gefällt mir das Geburtstagalbum von Lacrima sehr gut, auch wenn oder vielleicht gerade weil mir vieles bekannt und vertraut im Ohr erklingt. Die ein oder andere Parallele zu Lake of Tears lässt sich nämlich nicht abstreiten. Aber statt nur zu kopieren, verbinden Lacrima die wesentlichen Merkmale von LoT mit ihren eigenen Ideen. So entsteht ein Sound, der zwar ähnlich dem der Schweden ist, aber doch so eigenständig ist, dass er stets als Lacrima erkennbar bleibt.


Tracklist:

1. Trivial Wishes

2. Alamanac

3. I Shouldn't

4. The Light

5. Epilog

6. Black Funeral Rose

7. The Time Of Knight's Return

8. Chalice Of Memories

9. Innocent

10. Backwards

11. Alar Shadows


Bewertung:

8,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Lacrima
  • Album Titel: A Story From Limbo
  • Fazit: Insgesamt gefällt mir das Geburtstagalbum von Lacrima sehr gut, auch wenn oder vielleicht gerade weil mir vieles bekannt und vertraut im Ohr erklingt. Die ein oder andere Parallele zu Lake of Tears lässt sich nämlich nicht abstreiten. Aber statt nur zu kopieren, verbinden Lacrima die wesentlichen Merkmale von LoT mit ihren eigenen Ideen. So entsteht ein Sound, der zwar ähnlich dem der Schweden ist, aber doch so eigenständig ist, dass er stets als Lacrima erkennbar bleibt.
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