Montag, 06 Oktober 2014 02:30

Rude - Soul Recall

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Soul Recall Soul Recall Rude

Die Old School Death Metal Welle reißt nicht ab. FDA Rekotz hat erneut stark nachgelegt und mit RUDE eine starke Band gesignt, die sich ganz auf die Wurzeln des Genres Anfang der 90er beruft und mit einem spröden und schön trockenen Sound daherkommt.

Bereits 2013 erschien die Demo Haunted, die weltweit recht flott die Runde machte. Zunächst in Eigenregie veröffentlicht fand das Tape weiterhin zahlreiche Abnehmer in Europa durch Dawnbreed Records aus Holland, die eigens eine Euro-Pressung veröffentlichten. Wo wir auch schon bei einem kleinen Manko des Albums sind: Unter den acht Songs des Albums sind ganze vier Stücke des Demos vertreten.

Bereits der Opener schält sich ohrwurmverdächtig ins Gehör. Die Einflüsse von Pestilence und Morbid Angel sind kaum zu verleugnen, gerade wenn der Gesang einsetzt, der stark an erstgenannte in ihrer Van Drunen Phase erinnert. Diese sind ebenso im Zusammenhang mit der Demo zu benennen, denn kein anderer als Patrick Mameli hat das Solo im Stück „Haunted“ eingespielt!

Morbid Angeligst wird das zweite und gleichzeitig kürzeste Stück eingeleitet, gefolgt von einem meiner persönlichen Highlights des Albums namens „Memorial“. Absolutes Killer-Riffing, Bass-Solo, zermalmendes Schlagzeug: Alles was man braucht auf etwas mehr als sieben (!) Minuten verteilt. Der Titelsong „Soul Recall“ ist meines Erachtens eher schwach im Gegensatz zum anderen Material, ist aber im Gesamtkontext weder Lückenfüller noch unangebracht.

„Last of Us“ ist ein weiteres Highlight, das mit über acht (!) Minuten gleichzeitig das längste Stück des Albums ist. Nach einem melancholischen Akustik-Intro könnte man ihn etwa drei Minuten lang fast sogar als die Ballade der Platte bezeichnen. Das Intro fungiert ebenso als Outro und trotz seiner erheblichen Überlänge für einen Song dieses Genre wird er nicht langweilig sondern besticht ebenfalls durch geschicktes Songwriting und kreative Ideen.

Der Finale Track „The Internal Ascension“ schließt das Debüt gekonnt ab, von den doppelten Leads und dem genialen Solo können sich die aktuellen Morbid Angel gerne mal eine fette Scheibe abschneiden. Radikult, my ass...

Die gesamte Prodktion ist herrlich erdig, trocken und ehrlich gehalten. Der Bass knurrt sich förmlich durch die Songs, der Gesang röhrt was das Zeug hält, das Schlagzeug ist immer die treibende Kraft, die sämtliche Riff-Exzesse zusammenhält und das spielerische Konzept des Albums betont.

Hevorzuheben ist ebenfalls das wieder einmal geniale Artwork von Dan Seagrave, quasi Stammkünstler von Dismember, Suffocation u.a.


Tracklist

1. Haunted

2. In Thy Name

3. Memorial

4. Soul Recall

5. Forsaker

6. Conjuring of Fates

7. Last of Us

8. Internal Ascension

 

Bewertung

08/10

 

 

Weitere Informationen

  • Band: Rude
  • Album Titel: Soul Recall
  • Erscheinungsdatum: 30.05.2014
  • Fazit: Nach dem ersten Hören ist das Album vielleicht nicht jedem sofort zu erschließen, gerade bei den überlangen Ausreißern sollte man sich Zeit nehmen. Zwar wird auf dem Album nichts neues erfunden aber es wird wiederholt das alte Feuer vergangener Zeit entfacht und gekonnt ins Jahr 2014 interpretiert. Gutes Album, klasse Cover, zulegen!
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