Donnerstag, 03 Juli 2014 15:48

Angerman - No Tears For The Devil

geschrieben von Ghostwriter
Artikel bewerten
(3 Stimmen)

Wer wie ich Nirvana noch vor dem Tod Curt Cobains erleben durfte und sich auch mit den Alben vor Nevermind auseinandergesetzt hat, dem dürfte der „moderne“ Grunge wohl ein Begriff sein. Als der Mainstream auch in diesem Bereich sein Werk begann, gab es für einen extrem kurzen Zeitraum noch einige wirklich bemerkenswerte Werke von Bands wie z.B. Soundgarden, Alice In Chains oder Pearl Jam.

Angerman trifft mit der aktuellen Scheibe genau in diese Kerbe und liefert mit „No Tears For The Devil“ eine eingängige Zeitreise in diese Ära des Grunge/HardRock und damit auch direkt in meine „Feels“ - Klingt das Teil doch insgesamt wie eine Hommage an „Superunknown“ von besagten Soundgardenern. Wem das ganze Gefasel jetzt nur den Bahnhof vorstellt, der stellt sich am besten sehr schweren, langsam fast schon düster-doomigen Hardrock mit cleanen Gesangseinlagen vor. Das Quintett aus Norwegen legt mit dem Erstling auf jeden Fall die Messlatte massiv hoch an, denn die Qualität und das Können der einzelnen Bandmitglieder ist definitiv überragend, was den Jungs auch schon einen Deal mit WormHoleDeath Records eingebracht hat.


Anspieltipps gibt es auf dem Silberling genügend – "Newborn" erinnert mich stellenweise an den SG Klassiker Black Hole Sun und wartet mit sauberen Riffing, treibenden Drumming und dem Schwerpunkt auf den langgezogenen Vocals von Michael Ravndal auf, während „Never Enough“ sehr bedächtig mit einem schönen Riff beginnt und einsetzende Drums sowie die zweite Gitarre ordentlich Druck machen. Vor allem Michael setzt Akzente und ist für mich persönlich auf der gesamten Platte die Verkörperung des Feelings dieser, aus meiner Sicht, längst vergangenen Zeit. "Left You Behind" – markiert das Ende des Albums und holt nochmal alle Kunstgriffe zusammen. Diesmal gibt Stefan Königsberg den Takt an den Drums vor während Michael die Tonleiter hoch und runter, lange und fast lamentierend runterbetet während den Gitarren zur Mitte hin ein wenig Luft zum experimentieren gelassen wird.

 

Handwerklich ist „No Tears For The Devil“ vortrefflich gemacht und die Qualität ist wie eingangs erwähnt durchgängig hoch, während die Laufzeit auch ganz ordentlich ist. Mir persönlich sind die Töne aber stellenweise doch zu modern und ich würde mir diese Art Musik nicht zwingend ins Regal stellen - außer natürlich mir wäre nach einer kleinen Zeitreise. Trotzdem sei jedem Grunge und Hardrock Fan ein Reinhören zwingend empfohlen!


Tracklist:

  1. Love Me Hate Me

  2. Newborn

  3. Like a Journey

  4. Ritual

  5. Hour of Innocence

  6. Blackest Rain

  7. Killing Me

  8. Never Enough

  9. Dark Rising

  10. Devils Drive

  11. Left You Behind

 

Bewertung:

8 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Angerman
  • Album Titel: No Tears For The Devil
  • Erscheinungsdatum: 14.03.2014
  • Fazit: Insgesamt klingt das Album sehr modern obwohl es auch locker hätte vor 20 Jahren gepunktet hätte. Was mir heute nicht mehr gefallen würde, hätte mir damals durchaus auch die Schuhe ausgezogen. Wer also Gänsehaut und Nostalgie sucht, sei hier voll bedient.
Gelesen 3449 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 03 Juli 2014 15:57

Medien

Album Teaser Angerman