Haimaxia

Haimaxia

Impavidi progrediamur - sic itur ad astra.

Die Stoner/Doom Metal-Combo Estoner aus der estnischen Hauptstadt Tallinn kommen nach ihrem untergründigen 2016er Album "Lennud saatana dimensioonis" in der kommenden Woche mit ihrem neuen Album "Tahm" zurück. Schon jetzt gibt es einen zünftigen Vorgeschmack mit dem schwerfälligen Brecher "Oomega" auf Youtube zu bestaunen.

Metal-Kundige überall weinen der ersten Welle des Black Metal von einst nach, schmeißen wehmütig und mit Tränen in den Augen alte Priest-Platten auf die Spieler und blicken mit Verachtung auf moderne Produktionen, die sich in ihren Augen gar nicht mit den Federn des speedigen Rock’n Rolls und der Metal-Musik, so wie sie anfing, schmücken dürften. Immerhin gibt es da immer wieder Formationen, die liebend gern ein Retro-Feeling aufkommen lassen - auch wenn man dafür manchmal im Untergrund buddeln muss, um sie auszumachen. Bulldozing Bastard aus Hamm/Münster waren da wie der Trüffel im aufgewühlten Erdboben.

Es gibt ja Bands, die tatsächlich vollkommen beabsichtigt in hadalen Untiefen weit, weit unter jedwedem Radar tauchen, so tief, dass nur wenige Eingeweihte überhaupt von ihnen gehört haben. Gerade solche Geheimtipps sind es aber oft, die eines besonderen Blickes eigentlich würdig sind, aber genauso oft unverdient übersehen werden. Der deutsche Satanszirkel mit dem urigen Namen Znafelriff, um den es diesmal gehen soll, existiert nun bereits seit 14 Jahren und dennoch haben die vier Mitglieder Stand 2019 erst eine Demo, zwei EPs und eine Einzel-Single herausgebracht. 

Nach den starken drei ersten Ausgaben des Label-eigenen Prophecy Fests in den Jahren 2015, 2016 und 2017 im nordrhein-westfälischen Balve hatte Prophecy Productions angekündigt, ein Jahr mit dem etablierten, kunstvollen Spezial-Event auszusetzen - nach einem Jahr ohne deutsche Festivität (die etwas kleinere Nordamerika-Ausgabe 2018 fand in New York statt) geht es in diesem Jahr in der Balver Höhle in die vierte Runde. Der Termin ist das Wochenende 13.-14. September.

Bereits Ende 2018 wurde angekündigt, dass mit Hochdruck an neuen Events der Odyssey to Blasphemy-Konzertreihe gearbeitet werde - mittlerweile sind auch für die dritte Ausgabe des Ein-Tages-Festivals im Resonanzwerk Oberhausen diesen Herbst einige vielversprechende Bands angekündigt worden. Zwei starke Festivalausgaben mit u.a. Acts wie Mgła oder Impaled Nazarene erfuhren großen Fanzuspruch und wurden mühelos zum "Place to be" unter den Black Metal-Anhängern in NRW und lockten ein Publikum weit über die Landesgrenzen hinaus ins Ruhrgebiet. Der diesjährige Termin ist der 19. Oktober.

Habt ihr euch schon alle brav eure Euros für die Early Bird-Tickets für das Festival-Jahr 2019 zusammengekratzt? Unschlagbare Rabatte, wer sich jetzt schon für nur 120€ statt den üblichen 170€ aufwärts sein Ticket fürs Summer Breeze oder ähnliche Events einheimst. Aber diese großen Abfertigungsmaschinerien unterstützt man als wahrer Fan des Undergrounds nicht. So ist es doch, oder?

Oder?

Freitag, 28 Dezember 2018 11:55

UNSERE TOP-ALBEN DES JAHRES 2018

Auch 2018 war im Underground(ed) wieder ein interessantes Jahr voller Releases, die bei uns Begeisterung ausgelöst haben und von uns durchweg positive Kritiken erhalten haben. In der Redaktion haben wir uns bereits zum Ende von 2017 darauf geeinigt, nicht einfach in den Tenor des Listenwahns diverser Internetpräsenzen einzustimmen und "geilste Alben des Jahres"-Tiraden rauszuhauen. Wir wollen daher schlicht noch einmal die Platten erwähnen, die hart an der Maximalpunktzahl gekratzt haben – um auch diese Tradition zum Ende dieses Jahres fortführen.

Wer in den letzten Jahren die Berichterstattung um die US-amerikanische Black Metal-Band Nachtmystium und insbesondere Sänger und Gitarrist Blake Judd verfolgt hat, wird mitbekommen haben, dass dieser sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, was den Umgang mit Fans und Käufern seiner Platten und denen seines Labels anbetrifft. Judd, aka Azentrius, war bereits seit den frühen 2000ern in der Anfangszeit von Nachtmystium immer wieder negativ aufgefallen, da Bestellungen, für die abkassiert worden ist, niemals bei Fans ankamen oder erst gar nicht an diese verschickt wurden. Die Band schien um 2013/2014 sogar kurz vor dem Ende zu stehen, als Judd zunächst in einer Pressekonferenz Fehler einräumte, die er aber gut machen wollte, mit dem Release vom 2014er Album „The World We Left Behind“ , welches sogar beim Major Label Century Media Records erschien, sich aber keine Besserung abzeichnete, da Judd vielen CD- und Vinyl-Bestellungen nicht nachkam. In einem kurzen Statement (=> hier nachzulesen) beendete Century Media auch kurz darauf die Zusammenarbeit, danach wurde es zunächst stiller um Nachtmystium.

Bereits zum zweiten Mal fand das Under The Black Sun Festival in der neuen Location, namentlich der Freilichtbühne Friesack statt. Anders als im letzten Jahr, in dem die Unwetterlage das neue Gelände in einen unwirtlichen Schlammsumpf verwandelte, wurden die Besucher diesmal von heißer Sonne, klarem Himmel und trockener Luft begrüßt. Dass dies reinem Glück geschuldet war, bewies unter anderem die lange Anfahrt unseres Chapter-Führers BaWü, der nicht weniger als drei Mal durch „schweres Wetter“ von Stuttgart ins Berliner Umland anreiste. Den Nachmittag über füllte sich der trockene Zeltacker mehr und mehr und gespannt erwartete man die ersten Bands.