Haimaxia

Haimaxia

Impavidi progrediamur - sic itur ad astra.

Die Hamburger Black/Extreme Metal-Band Todtgelichter hat in den 16 Jahren ihres Bestehens von 2002 bis 2017 einige gehörige Stilwechsel und starke und umschwärmte, wie auch heftig diskutierte Alben herausgebracht. Am meisten dürfte den Anhängern der Band wohl das intensive Werk „Schemen“ von 2007 im Gedächtnis geblieben sein, aus einer alten Ära, die nur noch wenig mit der Version der Band zu tun hat, die mit Werken wie „Apnoe“ und „Rooms“ und ihrer später in die vordere Reihe getretenen Sängerin Marta avantgardistische Meisterwerke fernab harscherer Black Metal-Töne schuf. 2017 legte man Todtgelichter nach kurzer Abschiedstour mit Höhepunkt auf dem Ragnarök Festival in Lichtenfels zunächst auf Eis, auch wenn einzelne Musiker in andere Projekte involviert sind – trotzdem kündigte die Band nun überraschend doch das an, was viele Fans sich lange erhofft hatten: Eine Rückkehr für einige auserlesene Special-Liveshows im Februar 2020 rund um das beliebte „Schemen“-Album!

Das in Oberhausen ansässige Underground-Label Amor Fati Productions präsentiert im Dezember kurz vor den Feiertagen einen besonderen Konzertabend: Am 21. Dezember wird im Szene-Zirkel Helvete das Ván Records-Projekt Verdunkeln seine bedrückend-hoffnungsbefreite Musik endlich wieder live präsentieren!

Aphonic Threnody? Nie gehört. Die international bunt zusammengemischte, schwermütige Doom-Kombo wartete 2014 erst mit ihrem ersten Longplayer auf, nach einzelnen Splits und EPs. Wie die Mitglieder aus Großbritannien, Italien, und Chile, zeitweise sogar aus Belgien und Ungarn, überhaupt über lange Strecken ohne Komplikationen zusammenarbeiten können, sei zunächst einmal dahingestellt – jedoch ist "When Death Comes" ein monumentales Zeugnis dafür, dass ihr Co-Working nicht bloß funktioniert, sondern einen wahren Über-Kataklysmus produziert hat. Klar, dass wir der Anhängerschaft des Doom Metals gerne diese herausragende Band in unserer Rubrik "Unter dem Radar" vorstellen wollen.

Auch der zweite Tag des diesjährigen Prophecy Fests wartete mit starken Line-Up auf. Waren zur ersten Band noch viele Festivalbesucher auf dem kleinen, aber feinen Campground verblieben, frühstückten beim bereitgestellten, kostengünstigen Buffet oder tranken noch gediegen einen Wein auf dem Vorplatz der Höhle, ging es im Inneren der Balve Cave mit den Holländern von Laster los. Die dreiköpfige Post Black Metal-Combo aus Utrecht überzeugte mit ihrem avantgardistischen Auftritt und mal harschen, mal progressiven Sound. Stücke von ihrem aktuellen Album „Het wassen oog“ wie „Vacüum != Behoud“ oder „Schone schijn“ stellten dabei unter Beweis, was viele an der Band so fasziniert: Laster spielen Black Metal, ohne wirklich die klassischen Brandzeichen des Black Metal zu tragen. Auf der Bühne tragen die Herren dabei stets anonymisierende, weiße Schädelmasken, die auch auf Promo-Bildern der Band zum Wiedererkennungswert beitragen, die Vocals stammen dabei von allen dreien aus dem Ensemble und erinnern noch am ehesten ans Genre Black Metal – letztendlich ist die Musik aber häufig eher rockig, nur um dann wieder in chaotischen Kaskaden auszubrechen. Schade, dass Laster so früh auf der Bühne standen, entwickelten sie sich doch zu einem der interessantesten Acts des gesamten Festivals!

Als Prophecy Productions Anno 2015 ankündigte, dass es zu Ehren des 20-jährigen Bestehens ein Jubiläumsfestival mit speziellen Bands aus eigenem Kader veranstalten würde, löste man eine Welle der Begeisterung aus. Fand das Event in der Erstauflage noch als Ein-Tages-Fest statt, wuchs man 2016 bereits zu einem Zwei-Tages-Spektakel heran und holte auch Label-übergreifend besondere Bands ins Line-Up. Nach den überaus beliebten ersten drei Ausgaben des Label-eigenen Prophecy Fests in den Jahren bis 2017 gaben die Veranstalter früh bekannt, dass man 2018 mit einem Event in der wunderschönen Balver Höhle im Karstgebiet zwischen Westfalen und Sauerland aussetzen, dafür aber 2019 in die Eventstätte zurückkehren werde – gesagt, getan: Das Special Interest-Label lud mit besonderem Programm am Wochenende des 13.-14. September zur nunmehr 4. Ausgabe ihres auserlesenen Events und damit zu einer Musikveranstaltung der Extraklasse.

Mitte Dezember findet im Großraum Berlin zum fünften Mal die bei jeder bisherigen Ausgabe mit außerordentlichem, erlesenem Programm aufwartende Eventreihe De Mortem Et Diabolum statt. Bisher war das Berliner Columbia Theater Ort der Veranstaltung - wie kürzlich bekanntgegeben wurde, ist mit dem Jugendhaus in Paulinenaue eine neue Location gefunden worden, nachdem die Veranstalter via Social Media hatten verlautbaren lassen, dass man zu diesem Schritt gezwungen wurde. Als Begründung wurde angegeben, dass die Geschäftsführung der früheren Konzertstätte Auflagen aussprach, die nicht zu erfüllen waren, und sich die Verantwortlichen mit Vorwürfen wegen mancher geladener Acts konfrontiert sahen. 

Wer in den 1980er Jahren seine Jugend als strammer Bursche verlebt hat, der ist 1982 nicht um DEN Barbarenfilm schlechthin herum gekommen. Arnold Schwarzenegger verkörperte und war "Conan – Der Barbar", sein böser Gegenspieler im Film nannte sich Thulsa Doom. Na, klingelt es? Klar, es gab noch den 2011er Schinken mit "Game of Thrones"-Posterboy Jason Momoa in der Hauptrolle, aber der Klassiker dürfte wohl der 80er Jahre-Film sein. Der wilde Barbarenhaufen Tulsadoom aus Wien bringt die Welt von Hyboria, in der die Geschichte, im Original von Robert E. Howard, angesiedelt ist, in die Welt des Heavy Metal. 

Am 21.09.2019 fand im Ruhrgebiet ein ganz besonderes Event für Black Metal-Liebhaber statt: Die Band Hallig brachte ihren atmosphärischen Sound in eine nicht ganz konventionelle Konzertstätte und präsentierte Songs ihrer bisherigen beiden Alben "13 Keys to Lunacy" (2012, Folter Records) und "A Distant Reflection of the Void" (2018, Talheim Records) im Zeiss Planetarium Bochum. Hier spendierte sie ihrem Publikum eine besondere Show "unter den Sternen" mit dem 360°-Projektor - und das als wahrscheinlich erstes Black Metal-Event dieser Art und damit ein Muss für Hörer extremer Musik und für Freunde von Astronomie und Bildern vom Sternenhimmel.

Man muss schon sagen: Immer wieder gewinnt man den Eindruck, es manifestierten sich in keiner Metal-Sparte mehr neue Bands und Geheimtipps als im Black Metal-Genre. Nur manche davon treten in Existenz und hinterlassen dabei sichtbare Fußspuren und hörbare Echos, die es in sich haben. Die Thüringer Vivus Humare schaffen Musik, die in den Augen derer, die bereits mit den Anfängen des Schwarzmetalls aus Skandinavien nichts anfangen konnten, wohl eher keine großen Wellen schlagen und womöglich im Ufersand des Größeren und Bekannteren versickern wird. Wenn nun aber eine Band genau diesen alten Sound und seine Qualität erreicht, lässt diese die Herzen der Kenner und Liebhaber höher schlagen - nicht umsonst nennen die Gothaer, die wir diesmal bei "Unter dem Radar" in den Fokus nehmen wollen, ihren rohen, schnörkellosen Old-School-Stil auch „Archaic Black Metal“.

Der Freitag zeigte sich anfangs von einer sehr milden Seite für die Besucherschaft des diesjährigen UTBS, da der Himmel zunächst bewölkt war. Während sich manche am bereitgestellten Frühstücksstand gütlich taten und der Rest erst ganz langsam aus den Zelten kroch, begannen im Infield bereits die Vorbereitungen für die Auftritte des Tages und das erste Bier im Backstage wurde gezapft (wir leaken vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt, welche Band sich bereits vormittags ausschenken ließ!). 

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