Kurz nach Nikolaus war es wieder soweit und die Wintermelodei öffnete ihre Pforten. Dieses Mal ohne Weihnachtsmarkt vor der Halle, dafür mit einem großen Band-Merch-Areal in der Halle. Im Gegensatz zum Vorjahr wurde allerdings nur eine Bühne bespielt, dennoch gaben sich sieben Bands die Ehre und lieferten ein kompaktes Black Metal-Programm, welches im Vorfeld für einen starken Ticket-Verkauf gesorgt hatte. Die Abendkasse verfügte nur noch über wenige Karten und die Sputnik-Halle war bereits gut gefüllt, als es um kurz nach 16 Uhr mit den Konzerten anfing.

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Auch der zweite Tag des diesjährigen Prophecy Fests wartete mit starken Line-Up auf. Waren zur ersten Band noch viele Festivalbesucher auf dem kleinen, aber feinen Campground verblieben, frühstückten beim bereitgestellten, kostengünstigen Buffet oder tranken noch gediegen einen Wein auf dem Vorplatz der Höhle, ging es im Inneren der Balve Cave mit den Holländern von Laster los. Die dreiköpfige Post Black Metal-Combo aus Utrecht überzeugte mit ihrem avantgardistischen Auftritt und mal harschen, mal progressiven Sound. Stücke von ihrem aktuellen Album „Het wassen oog“ wie „Vacüum != Behoud“ oder „Schone schijn“ stellten dabei unter Beweis, was viele an der Band so fasziniert: Laster spielen Black Metal, ohne wirklich die klassischen Brandzeichen des Black Metal zu tragen. Auf der Bühne tragen die Herren dabei stets anonymisierende, weiße Schädelmasken, die auch auf Promo-Bildern der Band zum Wiedererkennungswert beitragen, die Vocals stammen dabei von allen dreien aus dem Ensemble und erinnern noch am ehesten ans Genre Black Metal – letztendlich ist die Musik aber häufig eher rockig, nur um dann wieder in chaotischen Kaskaden auszubrechen. Schade, dass Laster so früh auf der Bühne standen, entwickelten sie sich doch zu einem der interessantesten Acts des gesamten Festivals!

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