Dienstag, 23 April 2013 18:55

Von Spotify und anderen Blutsaugern

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Von Spotify und anderen Blutsaugern Gema wieder neue Musik spotten du eitune

„Mit Spotify hilfst du den Bands und es gibt fast alles zu kriegen“, hör ich meine Kumpels öfters sagen und zugegeben, die Bandbreite von Bands scheint schier unendlich – Sogar „Tony Naima and the Bitters“ (die für mich als Referenzsuche bei solchen Angeboten herhalten müssen) gibt’s bei Spotify zu hören und gerade das Nischen-Dismember Cover Album besagter Band ist sonst wahrlich selten zu finden.

Ich muss zugeben meine Skepsis vor dem Streamingangebot von Spotify hat schon öfters gebröckelt was mich nicht davon abgehalten hat Spotify dennoch links liegen zu lassen. Das hat zum Einen mit dem ansteigenden Aufkommen an wirklich untergründiger Mucke im UG-HQ zu tun, die kaum Wünsche offen lässt und andererseits, dass ich halt einfach ein sturer Bock bin.


Was mich wirklich erschüttert ist, dass Spotify, iTunes und Konsorten offenbar doch nicht der heilige Gral und die neue Hoffnung der Musiker darstellt, sondern scheinbar leider um einen weiteren unglaublich schlecht bezahlten Vertriebskanal zur Abzocke der Bands.


HR-online.de rechnet beispielmäßig vor: – Die Songs einer durchschnittlichen Undergroundband müssten knapp 230.000 mal pro Monat gestreamt werden (Spotify mit 20% Vertriebs und 50% Labelkosten) um auch nur einen Hartz4 Satz für die Band zu erwirtschaften - Zum Teil sogar für größere Bands eine vollkommen utopische Zahl Streams. Im Vergleich hierzu kommt der Verkauf eines Albums von 15 Euro über den Fachhandel fast wie ein warmer Geldregen vor – Bei Kauf eines 15 Euro teuren Albums kommt nach Abzug aller Geierposten (Gema, Handel, Produktion usw.) noch knapp 3.10 Euro bei der Band an. Bei iTunes sieht diese Rechnung nur wenig besser aus, wo Vertrieb, Gema, Label und schließlich iTunes selbst noch kräftig abrahmen und bei theoretischem Preis einer Scheibe von 9,99 Euro nur noch 2,42 Euro bei der Band landen.


Was bleibt aber kleinen Bands für eine Möglichkeit überhaupt an Geld für ihr Tun zu kommen wenn sies denn drauf anlegen um wenigstens ab und zu Sprit für einen Gig rauszuholen? Die wohl einzige Antwort ist „Direkt- und Eigenvertrieb“, was besonders in letzter Zeit wohl mehr und mehr Mode wird. Hier wird die Musik ohne Beschneidung durch irgendwelche Stellen im bandeigenen Shop oder direkt auf Konzerten gekauft und es bleiben für die Band nur die Produktionskosten bzw. die Anfahrts- und Portokosten zu beachten. Dass dies auch nicht immer das Gelbe vom Ei ist, zeigt die wohl erschreckend abnehmende Zahl von echten Fans in der Underground Szene. Wenn denn überhaupt noch auf Gigs gegangen wird, so der Eindruck, wird lieber lethargisch in der Ecke rumgefläzt anstatt sich die spielenden Bands anzuhören eine Party zu feiern und neue Eindrücke zu bekommen. Der Merchkauf vor Ort scheint da fast schon zu viel verlangt und neue Konzepte, nicht nur für den Vertrieb sondern auch für die Konzerte, werden wohl immer wichtiger.


Was DU tun kannst um dieses Dilemma zu lösen?

 

Supporte deine Lieblingsband – Geile Musik für einen Preis von 5-10 Euro einmal im Monat tut wohl nicht weh wenn man es nicht bei EMP und Konsorten vergräbt und stattdessen in den Underground investiert.

Kauf dir ein Album direkt bei der Band anstatt Amazon, iTunes oder Spotify zu gestatten die Bands zu melken.

Geh mal wieder raus und guck dir neue Bands an (die meistens um Welten besser und ehrlicher sind als der Mainstreamdreck).


Support the underground and stay Metal!

 

Gelesen 3565 mal Letzte Änderung am Dienstag, 23 April 2013 23:50
Grave

Stolz kann sich nur erlauben wer bereit ist alles zu verlieren.

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