Donnerstag, 21 Februar 2013 15:55

Conceptor - Four Fingers EP

geschrieben von
Artikel bewerten
(12 Stimmen)

Seit Mitte des Jahres 2011 gibt es nun die Band ConcEptoR rund um Sänger und Ruhrgebietsoriginal Hoschi und seine nicht minder talentierten Mannen.

Eine durchaus beachtliche Zeit, um nun nach dem durchaus respektablen Demo aus dem April 2012 (Review siehe hier) nun noch eine EP nachzulegen. Grund genug, um ConcEptoR erneut kritisch auf die Finger zu schauen. Wohin die Marschrichtung führen soll, daran lassen ConcEptoR zu keinem Zeitpunk Zweifel aufkommen. Der Eröffnungssong „MarY“ verheimlicht zu keinem Zeitpunkt, dass hier Tradition groß geschrieben wird. Für die Vocals stand offenbar Tom Angelripper zu besten Sodom-Zeiten Paten, musikalische Inspiration wurde offenbar beim gemeinsamen Hören neuerer bis mittelalter Kreator-Platten gesammelt. Das daraus entstanden Produkt klingt dabei aber überraschenderweise keineswegs wie ein plagiierter Hybrid aus beiden genannten Quellen, sondern durchaus eigenständig.

 

Besagter Opener „MarY“ kommt in Gestalt einer, im Durchschnitt gesehenen, Midtempo-Nummer daher; solide, zum Headbangen einladende Parts, geben sich mit eher getragenen Refrains und einigen Breaks die Klinke in die Hand. Als Opener definitiv gut gesetzt, da sollte für jeden was dabei sein.
Auch thematisch steht „MarY“ durchaus symbolisch für das restliche Album. Vordergründig wird hier die Geschichte eines Mädchens erzählt, dass leider dem Falschen vertraut und dies mit dem Leben bezahlen muss. Doch wie auf der gesamten Platte gibt es eine feine, versteckte Metaebene, die definitiv mehr als nur den im Song geforderten zweiten Gedanken wert ist. Welche das ist lass ich aber offen, selber Denken heißt die Devise. Weitermachen, nächster Song: „WeeKenD WolF“. Musikalisch ein quasi nahtloser Übergang von „MarY“ in diesen Song. Auch „WeeKenD WolF“ lässt sich eher im Midtempo ansiedeln, jedoch mit dem Hang zum extremen: Wenn getragen, dann wirklich getragen, wenn Arschtritt, dann aber richtig.
Thematisch werden hier die altbekannten, ach so misanthropischen Freizeitmetaller abgearbeitet, ein durchaus ergiebiges Thema. Doch auch hier wird dir zweite Ebene nicht außer Acht gelassen, gut gemacht!

 

„DestiNationN: NighTmarE“ widmet sich im Anschluss den als MKULTRA bekannt gewordnene CIA-Experimenten zur Gedankenkontrolle. Musikalisch ohne große Unterschiede zu den beiden Vorgängern, dennoch eine durchaus überzeugenden Nummer. Den Abschluss dieser bis dahin guten EP bildet der Titletrack „FouR FinGerS“. Wem nicht spätestens hier die Assoziation zu George Orwells „1984“ in den Sinn kommt sollte nicht nur seinen Literaturkonsum überdenken, sondern zusammen mit dieser EP auch direkt besagtes Buch kaufen und am besten Zeitgleich konsumieren. Auch dieser Song weicht musikalisch nicht großartig von der bisherigen Linie ab, textlich ist aber dermaßen stark, dass er sich aus dem Stand zu meinem persönlichen Favoriten dieser Platte aufschwingt.

 

Rundherum eine starke EP, die allerdings durchaus von ihrer Kürze, 4 Songs in 16 Minuten, profitiert. Für eine volle CD muss definitiv mehr stilistische Variabilität her, um die volle Punktzahl abzuräumen. Jeder Song für sich ist wirklich gut geschrieben und souverän eingespielt, aber etwas Abwechslung wäre doch zu wünschen, sei es in Form einer kleinen Ballade, eines Hochgeschwindigkeitsmonsters, einem Ausflug in den Oldschoolthrash oder, oder, oder... Weitere Pluspunkte sind klar die auffallend gute Produktion und das Artwork des Covers. Der Sound ist angenehm fett, ohne zu sehr zu dröhnen, den zu starken Bass der Demo hat man mit Hilfe von Mike Krush im Endboss-Studio in Recklinghausen gut in den Griff bekommen.
Das Artwork aus dem Hause Killustrations (Björn Gooßes, The Very End) mag manch einem, wie auch mir, zu modern und digital sein. Zu Thema, Band und Sound passt es allerdings wie der berühmte Arsch auf den Eimer.

 

Ab dem 16.03.2013 gibt es diese EP für schmale 5€ im Pappschuber über die Website von ConcEptoR zu beziehen, spätestens der Preis sollte das ausschlaggebende Argument für jeden Underground-Interessierten sein.


Tracklist:

01. MarY
02. WeeKenD WolF
03. DestiNatioN: NighTmarE
04. FouR FinGerS

 

Bewertung:

Cover und Umfang (09/10):

- Cover sicherlich nicht jedermanns Sache, passt aber zur Platte.
- 4 Songs mit insgesamt 16 Minuten Spielzeit sind für den Preis von 5€ sicherlich angemessen.

Abwechslung (7/10):

- Die Songs sind in sich durchaus abwechslungsreich.
- Untereinander sind sich die Songs leider zu ähnlich.

Sound (10/10):

- Nicht nur für eine EP ein sehr fetter und druckvoller Sound
- Modern, aber stimmig.

Gesamtpunktzahl:

9/10

Weitere Informationen

  • Band: ConcEptoR
  • Album Titel: FouR FinGerS
  • Erscheinungsdatum: 16.03.2013
  • Fazit: Rundherum eine starke EP, die allerdings durchaus von ihrer Kürze, 4 Songs in 16 Minuten, profitiert. Für eine volle CD muss definitiv mehr stilistische Variabilität her, um die volle Punktzahl abzuräumen. Jeder Song für sich ist wirklich gut geschrieben und souverän eingespielt, aber etwas Abwechslung wäre doch zu wünschen, sei es in Form einer kleinen Ballade, eines Hochgeschwindigkeitsmonsters, einem Ausflug in den Oldschoolthrash oder, oder, oder...
Gelesen 3348 mal Letzte Änderung am Freitag, 22 Februar 2013 13:11