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Freitag, 14 Dezember 2012 09:26

08.12.12 Mosh It Up, Cage Club Bottrop - Teutonic Slaughter, Rise to Remember, ConcEptoR

geschrieben von Herbert
08.12.12 Mosh It Up, Cage Club Bottrop - Teutonic Slaughter, Rise to Remember, ConcEptoR Mosh It Up

Ein paar Tage ist es nun schon her das sich am 08.12.12 im Cage Club in Bottrop mal wieder der Underground vom Underground himself versammelte. Grund genug auch für Undergrounded einen Kriegsberichterstatter in die Region zu entsenden, um sich von dem Geschehen vor Ort einen Überblich zu verschaffen.

Vorweg sei gesagt, dass der Bottroper Cage Club, wohl jedem Musiker im Ruhrpott ein Begriff ist. Hier haben schon einige mehr oder minder erfolgreiche Bands die ersten Schritte in Richtung Rockstar unternommen, die Location war also gut gewählt. So wollten auch die Opener „Teutonic Slaughter“ rocken, welche, wer hätte es gedacht, als erste ran durften. Der Name lässt es erahnen, das Äußere von Brüllmücke Phillip und Basser Fabian ebenfalls, hier soll es sich um Thrash-Metal handeln. Einen ihrem aktuellen Stand entsprechenden, mit passendem Merch versorgten Mob haben die Jungs ebenfalls vor die Bühne bewegt. Auch der Banner hinter dem Schlagzeug ist größer als die Band alt ist, aber das wäre es dann auch schon gewesen.


Das Schlagzeugspiel, welches dort abgeliefert wird, hat mit Thrash nun leider gar nichts zutun. Natürlich hat jeder mal angefangen und es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, aber wer an der Schiessbude absolut nichts im Ansatz der Stilistik und der vorgetragenen Musik hinbekommt, ist schlicht und einfach fehlbesetzt. Es soll an dieser Stelle nun kein Verriss geschrieben werden, aber leider waren die Auswirkungen auf die sonstige Musik, derart negativ, dass es spätestens nach dem dritten „Thrash-Song“ von einem „Standart-Grundrythmus-Schlagzeug“ einfach langweilig wurde. Schredderte sich der Rest der Band teilweise die Finger blutig, erinnerten die Vocals zu Spitzenzeiten auch an Destruction und Konsorten, ist Thrash nunmal kein Thrash, wenn die Drums nicht vorlegen was Sache ist. Insgesamt kann man sagen, wird das Schalgzeugproblem gelöst, haben die Jungs von „Teutonic Slaughter“ durchaus das Potential in ein paar Jahren mal die nächste Welle von NRW-Oldschool-Thrash zu beleben. Sängerblondine und Zweitklampfer Phillip hatte seine Zuschauer durchaus im Griff und auch Bühnenperformence sowie Songs waren mehr: „Jup, datt könnt watt geben.“. Aber an diesem Abend war es eben nicht das Gelbe vom Ei.


Es folgte „Rise to Remember“. Tja, was das war… keine Ahnung, jedenfalls kein Metal und zwischen den beiden Metalkapellen absolut deplatziert. Klarer Gesang, klare Gitarre, klarer Fall, Das mosht hier gar nichts Up. Um etwas gutes aus der Situation zu holen konnte man in Ruhe eine Rauchen gehen, oder den Füllstand seiner Hopfen-Malz-Kaltschorle nach oben korrigieren, was auch alle Anwesenden taten. Mit neuem Bier bestückt und nun langsam auch in der Erwartung nun etwas Undergroundmetal zu bekommen, der die Anfahrt auch rechtfertigt, machte sich ConcEptoR spielbereit.


Wer ConcEptoR in conceptorletzter Zeit mal live gesehen hat weiß, die wollen nicht spielen, die wollen beißen, zerfetzen und im Ganzen runterschlucken! Haben die Buben um Fronter „Hoschi“ Anfang des Jahres noch ihren ersten Gig gezockt merkt man schnell, dass es sich hier keinesfalls um Musikerneulinge handelt, sondern sich die Band aus Leuten zusammen setzt, die schon des Öfteren die ein oder andere Bühne beehrt haben. Was speziell die Bretter NRWs betrifft, waren die Jungs gut unterwegs im vergangenen Sommer und spätestens nach ihren Shows auf dem „Steel meets Steel Festival“ in Castrop Rauxel sowie dem „Destroyers Unite Festival“ im Helvete, Oberhausen, war es mit der Jungfräulichkeit der Band wohl dahin. (Auch wenn auf Nachfrage beim Sänger zum Thema Jungfräulichkeit die Antwort „Ich war 18 und alleine“ kam…). Aber das ist wohl eine andere Geschichte.  Was auch immer hinter den Bühnen geschah, es hat der Band gut getan und so folgte Spaß!


Intro zuende und es eröffnet sich der Blick auf: Blut, Schweiß und nackte Männer, was ja bekanntlich immer ein Zeichen von ehrlicher Arbeit ist. Und das lieferten die Fünf auch ab. Direkt der erste Song mit dem passenden Namen „Expect Us“ stellte klar warum ConcEptoR den Headliner des Abends gaben und auch der zweite und dritte Song hauten ordentlich auf den Latz!
Wer zur Mitte des Sets etwas Verschnaufpause erwartete, konnte sich freuen. Die gab es nämlich nicht!


Es ging weiter hoch her. Die Gitarren von „Mic“ und „André“ ergaben ein ordentliches Brett und was Trommler „Kräuta“ seinem Drumset antat, machte schwer den Eindruck, als bekäme er zum anstehenden Geburtstag vom Lattenjupp ein Neues und müsste das Alte noch schnell in möglichst kleine Teile zerlegt bekommen!

micHoschikäuta


Bass gab es auch! Aufgrund des Platzmangels auf der Bühne zwar in die zweite Reihe verbannt, ballerte aber auch Basser Andy völlig unbeirrt vor sich hin und schraubte sich fast den Kopf von den Schultern. Über alle dem schwebte die „zarte“ Stimme des Vokalisten, der dem Dargebotenem den letzten Schliff gab. Mal lauter, mal leiser, mal gebrüllt und auch mal nicht, mal mit Megafon aber meist ohne, waren nicht nur die Vocals nett zu erleben, nein, auch die Ansagen waren was fürs Herz. Da wurde nicht nur die holde Weiblichkeit bezirzt, da wurde ebenfalls der ein oder andere Klamauk erzählt und netterweise auch zum Bierkonsum aufgefordert. Eine runde Sache! Da sich die Band auch selber nicht zu ernst nimmt und einfach voll bei der Sache ist, macht es einfach Spaß sich die Show anzugucken.



Wer sich jetzt denkt, lauter Lobeshymnen und Geschwärme, dem sei gesagt: Bei einem Set von neun Songs, erst vom Publikum von der Bühne gelassen zu werden, wenn man nach der ersten Zugabe „Mary and the Wolf“ auch noch einen zweiten Song, die Hymne der Band Namens „Reconcepted“ als Zugabe wiederholen „musste“, ist dies wohl gerechtfertigt. Nett an dieser Stelle, dass Sänger „Hoschi“ von aufmerksamen Zuschauern zurück auf die Bühne geholt werden musste, da er sich nach Beendigung des Konzerts direkt dem wichtigen Dingen des Lebens gewidmet hatte und an die Bar verschwand.


Die jetzt anstehende Live-Pause nutzen die Jungs um ihre zweite Demo aufzunehmen, was der Sache sicherlich gut tut, da zu den Aufnahmen der ersten Demo definitiv große Fortschritte in der Entwicklung der Band zu verzeichnen sind. Wer im kommenden Jahr die Möglichkeit hat ein Konzert von "ConcEptoR“ zu besuchen, sollte dies auch tun und sich einfach selber ein Bild machen. Schlechte Laune, Erbsenzählerei und Metronom kann man getrost zuhause lassen.  Man bekommt Metal von einer Truppe, denen man ansieht, dass sie Spaß an ihrem Treiben haben.


Also Resume der gesamten Veranstaltung bleibt zu sagen, es war ein schönes ConcEptoR-Konzert, aber kein Mosh it Up.
Trotzdem ein interessanter Abend, auch wenn keine Krawallstimmung aufkommen wollte. Man hat gesehen, dass sich im jüngsten NRW Underground doch noch einiges tut und die nächste Welle Ruhr-Area Trash schon in den Garagen steht. Wenn einige nochmal ihre Hausaufgaben bzgl. Besetzung von Instrumenten und Slots auf Veranstaltungen machen, dann könnte es bei einer ggf. zweiten Ausgabe ein durchaus nettes Undergroundkonzert von Neulingen wie „Teutonic Slaughter“ und bereits etablierteren Undergroundlern wie „ConcEptoR“ geben.


Bilder: Conceptor
More Infos: Conceptor Homepage

Weitere Informationen

  • Band(s): Teutonic Slaughter, Rise to Remember, ConcEptoR
  • Wann: 08.12.2012
  • Wo: Cage Club, Bottrop
Gelesen 3141 mal Letzte Änderung am Freitag, 14 Dezember 2012 10:02