Sonntag, 18 November 2012 12:42

16.11.2012 Metal, Wein und Schlachtplatte, Metalbesen Spundloch

geschrieben von Ghostwriter

Underground – das sind nicht nur die unbekannten Bands, die mit Herzblut spielen aber von viel zu Wenigen gehört werden, sondern auch die Geheimtipps unter den Veranstaltungen von dene dir deine Facebookfreunde nichts erzählen. So auch der Metalbesen, der hier mal am Rande im Interview mit Djane Tanja Holzwarth (Hartneckig, Rofa) erwähnt wurde.

Metalabend in der Besenwirtschaft? Scheint doch erst einmal unvereinbar zu sein. Und gerade dadurch mal eine spannende Abwechlsung zur tristen Einheitsveranstaltung im Metalsektor. Einmal pro Saison wird dieser Clash of Cultures von Djane Tanja veranstaltet.

 

Anfahrt

Zunächst einmal stand eine Odyssee in die schwäbische Pampa bevor. Nachdem die menschliche Besiedlung zunehmend dünner wurde, fanden wir uns auf einem dunklen Feldweg wieder. Tapfer weiterfahren – immer in der Hoffnung, dass bald die Lichter des Weinguts Holzwarth auftauchen. Kein vernünftiger Mensch würde so weit ins Nirgendwo rausfahren. Es gib aber anscheinend genug Irre, die an diesem Abend Bock auf Metalbeschallung in einer Besenwirtschaft hatten, so dass uns beim Parken am Wegesrand gleich mal aus einem davonfahrenden Auto „Voll toll, alles voll!“ entgegenschallte.


Besenwirtschaft

Besenbetrieb

Im Hof wurde noch ein Glühweinausschank unter Heizpilzen geboten, wir preschten aber erst einmal in die gemütliche Wärme der Besenwirtschaft vor. Bis auf den letzten Stuhl besetzt war der urige Schankraum vornehmlich mit Metalheads aber vereinzelt auch Stammgästen der Besenwirtschaft Spundloch. Nach einem kurzen Hallo an alle bekannten und unbekannten Gesichter fanden sich dann doch noch zwei freie Stühle. Auch gegen die trockene Kehle hatte die freundliche Bedienung schnell ein gutes Gegenmittel parat. Die bestellte Schlachtplatte und der Hartneckig-Burger ließen ein wenig auf sich warten, aber gut Ding will eben Weile haben und der kleine Betrieb war wirklich brechend voll, also vollstes Verständnis dafür. Das Warten hat sich auch allemal gelohnt: Ein kulinarisches Erlebnis schwäbischer Besenwirtschaftsspezialitäten – saftiges Fleisch und frisches Brot.

 

DjaneTanja

 

Musik

Diese Frau versteht ihr Handwerk. Sowohl Auswahl als auch Lautstärke auf den Punkt genau richtig. Man konnte noch ohne größere Probleme mit dem Nachbarn plaudern und trotzdem genüßlich dem Dargebotenen lauschen (z.B. Be’lakor – Of Breath and Bone, danke nochmal an Tanja, die trotz vollem Betrieb die Zeit hatte mir soetwas aufzuschreiben). Dem wäre eigentlich nichts hinzuzufügen, außer vielleicht noch einer Prise Underground. Beim nächsten Besen wünsch ich mir dann Corporate Pain, Caliber X und Erzfeint dazu.

 

Publikum

Gut gemischt vom Brocken in Volledermontur bis zum Puristen in Jeans und Bandshirt. Vertreter der Gattung Emocore wurden nicht gesichtet. Insgesamt war das Durchschnittsalter eher im Bereich Ende 20 bis Anfang 30. So lies es sich auch prächtig darüber philosophieren wie früher alles besser war und wo man Abends gar nicht mehr hingehen kann. Insgesamt ein fröhliches Völkchen ohne Kontaktscheue. Auch der ein oder andere druckfrische Undergrounded-Sticker wechselte den Besitzer. Hauptsächlich wurde dann aber vor allem wieder rumgeblödelt und nicht zu knapp beim Genuss des feinen Futters gestöhnt.

 

IMG 5145Fazit

Musikalisch und kulinarisch ein Volltreffer. Mit gediegenen Leuten zusammensitzen, geile Mucke hören und dazu noch lecker Wein und Schlachtplatte – so stelle ich mir eine gelungene Abendgestaltung vor. Daumen hoch für dieses geile Konzept!

Metalbesen – Ein echter Geheimtipp für Genießer.

 


Gelesen 2722 mal Letzte Änderung am Montag, 19 November 2012 07:08