Freitag, 12 Februar 2021 11:02

Hulder – Godslastering: Hymns Of A Forlorn Peasantry

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Immer wieder gelingt es auch amerikanischen Bands deutliche Akzente in Sachen Black Metal zu setzen und eine gewisse Bekanntheit in der Szene zu bekommen. Eine neue Anwärterin treibt seit 2018 unter dem Namen Hulder ihr Unwesen. Das 1-Frau-Projekt aus Portland liefert uns nach einigen Demos und einer EP das sehnsüchtig erwartete Debütwerk über Iron Bonehead Productions, das auf den Namen „Godlastering: Hymns Of A Forlorn Peasantry“ hört.

Standesgemäß auf schwarzes Vinyl gebannt beginnen wir mit der ersten Seite und dem Song “Upon Frigid Winds“. Ohne große Umschweife wird die Kriegsmaschine direkt in Stellung gebracht und feuert uns erst mal eine gehörige Portion energiegeladener Riffs gepaart mit messerscharf gespielten Drums um die Ohren. Auch melodiöse Synth-Effekte kommen zum Einsatz, die sich perfekt in das doch sehr klassisch gehaltene Soundgewand von Hulder einfügen.

Stampfend geht es mit “Creature Of Demonic Majesty“ weiter, welches etwas an den Black’n‘Roll Stil von Satyricon erinnern mag. Auch hier kommen die Orgel-ähnlichen Synth-Parts zum Einsatz, die mit wunderbar inszenierten Tempowechseln für frischen Wind sorgen, bis der Gewittersturm mit rasanten Drums und keifenden Vocals erneut über uns hereinbricht. Mit „Sown In Barren Soil“ kommen wir zu eher klassischeren, norwegisch angehauchten Riffstrukturen, die hier und da mit kurzen akustischen Zwischenspielen detailreich ausgeschmückt sind. Ein wirklich beeindruckender Track, der definitiv ein Highlight auf Seite A ist. Beendet wird diese übrigens mit dem sanften Akustikstück “De Dijle“, das einen kurzen Ausblick in die Welt des Ambient Black Metal zum Besten gibt.

Danach entern wir auf Seite B wieder die Mid-90er und damit die Zeit der 2. Welle des Black Metal. „Purgations Of Bodily Corruptions“ erinnert dabei sehr an die Anfangszeiten von Dimmu Borgir mit „Stormblåst“ und gerade dem darauf enthaltenen Song “Antikrist“. Doch Hulder schafft es hier dennoch perfekt den eigenen Stempel aufzudrücken und eine eigenständige Atmosphäre zu schaffen. „Lowland Famine“ dreht die Temposchrauben im Anschluss etwas an. Schnaubend entladen sich die tiefen Screams, dennoch bleibt die Songstruktur durch den Einsatz der Synths erfrischend melodisch. Einen wirklich beeindruckenden Stilwechsel bekommen wir mit dem nachfolgenden Titeltrack, der mit cleanen Vocals und verträumten Melodien eine dichte, eindringliche Atmosphäre schafft, bevor ein wahres Black Metal-Feuerwerk entfacht wird, das wirklich keine Wünsche offen lässt. Ein wahr gewordener Traum, den uns Hulder hier präsentiert und der uns mit zufriedenem Staunen dem Ende entgegenschickt. Denn mit dem abschließenden Track “From Whence And Ancient Evil Once Reigned“ sind wir bereits am Ende angekommen – doch das kommt viel zu früh und könnte, wenn es nach uns ginge, ewig so weitergehen.

Black Metal in einer seiner schönsten Formen und in Perfektion von der Portlanderin in Szene gesetzt. “Godlastering: Hymns Of A Forlorn Peasantry“ lässt keinerlei Zweifel, dass mit Hulder ein echter Rohdiamant angekommen ist, der sich langsam selber den ultimativen Schliff verpasst. Wer die 2. Welle des Black Metal feiert, der wird hier auf erhabenste Weise bedient und wir können nur empfehlen hier mal Probe zu hören. Definitiv schon jetzt eines der Highlights des Jahres 2021!





Trackliste:

A1. Upon Frigid Winds

A2. Creature Of Demonic Majesty

A3. Sown In Barren Soil

A4. De Dijle

B1. Purgations Of Bodily Corruptions

B2. Lowland Famine

B3. A Forlorn Peasant's Hymn

B4. From Whence And Ancient Evil Once Reigned



Bewertung:

10 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Hulder
  • Album Titel: Godslastering: Hymns Of A Forlorn Peasantry
  • Erscheinungsdatum: 22.01.2021
  • Fazit: Black Metal in einer seiner schönsten Formen und in Perfektion von der Portlanderin in Szene gesetzt. “Godlastering: Hymns Of A Forlorn Peasantry“ lässt keinerlei Zweifel, dass mit Hulder ein echter Rohdiamant angekommen ist, der sich langsam selber den ultimativen Schliff verpasst. Wer die 2. Welle des Black Metal feiert, der wird hier auf erhabenste Weise bedient und wir können nur empfehlen hier mal Probe zu hören. Definitiv schon jetzt eines der Highlights des Jahres 2021!
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