Mittwoch, 03 Februar 2021 13:40

Martvl Nighty Ravenheart - Zool

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Mit „Zool“ landet ein recht ambitioniertes Debüt auf der Playlist, welches von Anfang an einen einzigartigen Sound, gar ein eigenes Genre erschaffen haben will. Das Trio um Martvl Nighty Ravenheart aus Hessen präsentiert ein vielschichtiges Album, das ganz und gar nicht wie ein Erstlingswerk erscheinen, noch klingen mag. Wie gut der Spagat der Genres gelingt und weswegen wir jetzt schon eine Hörempfehlung aussprechen, lest ihr hier.

Viel ist nicht über das Dreigespann in Erfahrung zu bringen außer deren Herkunft aus dem osthessischen Wölf sowie die Besetzung. Musikalisch geht man dafür absolut in die vollen und hält sich bereits beim ersten Song „Way of the Pharao“ kein bisschen mit Experimentierfreude zurück. Gereifte Death Metal-Vocals versüßen die ersten Minuten, gepaart mit so manchem sanften Klargesangpassagen, die am ehesten an Bands wie „All Will Know“ oder „Dieversity“ erinnern und manchem Hörer schon einen Tick zu weit gehen könnten. Eine gute Ladung an Drum-Salven und spannendem Riffing macht das ganze jedoch gut wett sodass ein runder Gesamteindruck bestehen bleibt. Eben dieser Spagat gelingt beim zweiten Track „Grinder Gnome“ einen Tick geschickter, erinnert er zudem auch mehr an Melodic Death Metal Tracks der frühen 2000er. Bei „Transform Into Light“ gelingt die Verneigung vor den schwedischen Death Metal-Künsten so gut, dass man sich nur noch mehr in der Zeit zurück katapultiert fühlt und man sich vor der Range von Sänger Martvl nur verneigen kann. Sinnvoll eingesetzte Synthesizer verstärken diese Stimmung umso mehr, ebenso wie die stetig vorwärts dreschenden Drums und Gitarren. Mit „The Storms We Called“ ballert die Band fast schon ein wenig übers Ziel hinaus, dennoch wird nach einigen Hördurchläufen ein klareres Bild sichtbar und die dicht aneinander gereihten Gitarrenwände erschließen sich in Gänze.

Erst mit „Morbid Marvul Massacre“ geht man wieder etwas progressiver zu Werke und spielt sich mit verschiedensten Einflüssen in Rage. Häufiger, düsterer Klargesang wechselt sich mit Screams ab, welche zu Anfang noch gemächlich dahinstampfen, jedoch nur um sich im Tempo massiv zu steigern und um sich zum besten Song des Albums zu formen. Ein femininer Klargesang gesellt sich dazu um noch mehr Spannung und Abwechslung in dieses ohnehin schon innovative Album zu bringen. Ein durchaus fordernder Track, dessen man aber nie müde wird, auch schon durch die verschiedensten Einflüsse und das wirklich gekonnte Arrangement. Nach dem überwiegend vorwärts ballernden „Voodoo Doll“, folgt mit „Zool“ der längste und Titeltrack des Albums, der mit einem, an einem Horrorfilmtrailer erinnernden Intro beginnt und sich von seiner Stimmungskurve stetig an selbigen orientiert. Über sechs Minuten hinweg bleibt es ein melancholisch getragener Song, welcher durch gekonnte Growls und Klargesang, sowie tiefe Gitarren stets nach unten drückt und genau trifft, wo es soll. Abschließend möchte sich das Album mit „Only The Birds Know“ versöhnlich zeigen und eine wunderbare Klargesangsballade präsentieren. Mit wunderschönem Riffing verabschiedet sich diese Platte nachdenklicher als man es Anfangs gedacht hätte. Abschließend betrachtet wirkt es aber stimmig im Gesamtbild und hinterlässt ein rundum gutes Gefühl.

Tracklist:

01 Way Of The Pharao

02 Grinder Gnome

03 Transform Into The Light

04 The Storms we Called

05 Morbid Martvul Massacre

06 Vodoo Doll

07 Zool

08 Only The Birds Know

Bewertung

8 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Martvl Nighty Ravenheart
  • Album Titel: Zool
  • Erscheinungsdatum: 22.01.2021
  • Fazit: Diese Platte fordert dem Hörer einiges ab und schafft es ein Album fernab von Klischees zu schaffen, das sich im noch jungen Jahr 2021 sehen lassen kann und live bestimmt eine noch intensivere Erfahrung schaffen sollte. Hier wurde ein grandioser Grundstein einer Band gelegt, die sich hoffentlich nicht so schnell wieder ins Nichts verabschiedet, denn diese Musiker könnten in Zukunft noch einiges an Überraschung bringen.
Gelesen 264 mal Letzte Änderung am Dienstag, 09 Februar 2021 13:21