Dienstag, 24 November 2020 17:13

Extinctionist - Obsidian

geschrieben von Schlammi
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(2 Stimmen)

Extinctionist melden sich mit ihrem dritten Album, „Obsidian“, dem ersten Album mit neuem Drummer und der Umstellung von der Konstellation mit Bass und Gitarre auf 2 Gitarren zurück. Die Jungs haben wieder ein Konzeptalbum auf die Beine gestellt, welches sich abermals im Bereich des Sci-Fi bewegt, mit allem was dazu gehört: Weltraum, Meteoriteneinschläge, Aliens und die Apokalypse. Also bitte nicht wundern, dass wir in der Review sehr viel auf die Lyrik eingehen werden, es ist hier schlichtweg nicht möglich, dass Album ohne Bezug auf die Texte zu rezensieren.

Die Scheibe beginnt mit einem echt cool inszenierten, gesprochenen Intro von Aristeo Canales von Cerebral Incubation mit Alex von Pokilla, welches auch ohne Probleme ein Sample aus den üblichen Verdächtigen Katastrophenfilmchen geklaut worden sein könnte. Ein Meteorit von der Größe des Mondes rast auf die Erde zu. Und so gibt “Gravity” direkt einen ersten Eindruck was man hier erwarten kann: Brutal Death Metal vom Feinsten! Vollgas, technisch hochwertig und immer wieder mit Tempodrosselung um den Slamhammer auszupacken. Beim anschließenden “Defcon” setzt man auf sehr viele Tempowechsel, was aber keineswegs in extremem Chaos endet, vielmehr kommt es richtig geil rüber und passt auch perfekt ins lyrische Konzept.  Man sucht eine Lösung, um die drohende Apokalypse abzuwenden.

“Shift” ist die nächste Szene im neuesten Actionkracher von Roland Emmerich! Es gibt erneut massive Action in Form von Blastbeat Geballer und groovigen Slamparts. Die Mission zur Rettung der Menschheit beginnt. Die Mission war ein Misserfolg, der Meteorit schlägt ein und “Flesh Shall Fall”. Mit rund vier Minuten ist dieser Track der Längste auf der Scheibe und auch hier geht man mit einer ungeheuren Brutalität und technischen Versiertheit zu Werke. “C.H.A.O.S.”  ist entsprechend das Resultat daraus. Der Meteorit hat die Erde ins Verderben gestürzt. Der Song startet noch furios, drosselt aber allmählig das Tempo, um die Leere, die entstanden ist, weil die Meisten nicht überlegt haben, auszudrücken.

In “Like Obsidian” hat sich die Erde 100 Jahre nach dem Einschlag erholt, allerdings lodert tief im Inneren des Einschlagskraters eine bisher unbekannte Gefahr. Der Song ist wieder sehr groovig gehalten, weil alles Friede, Freude, Eierkuchen zu sein scheint, doch der Schein trügt. “Infiltrate” handelt von dem Alien im Meteorit, das einen Wirt, in Form eines Hundes gesucht und gefunden hat.  Man erfindet sich hier nicht neu was die Musik angeht, langweilig wird es einem aber nicht, denn das Konzept stimmt.

Der letzte Song der Scheibe “Escape to Nowhere” besiegelt endgültig das Schicksal der Erde. Nahezu alles Leben ist vernichtet und nur eine Handvoll Frauen und Männer überleben und begeben sich im Raumschiff auf die lange Suche nach einem neuen bewohnbaren Planeten, doch die Vorräte reichen nur für zwei Jahre. Zum Abschluss kommt noch ein gesprochenes Outro von den beiden Kollegen vom Intro, die noch von Andrew, dem Sänger von Cerebral Incubation und seiner Frau verstärkt werden. Die Suche war erfolgreich und sie haben kurz bevor die Vorräte aufgebraucht waren, eine neue mögliche neue Erde gefunden, “Welcome Home”.

Trackliste:

01. Maintenance
02. Gravity
03. DEFCON
04. Shift
05. Flesh Shall Fall
06. C.H.A.O.S.
07. Like Obsidian
08. Infiltrate
09. Escape to Nowhere
10. Welcome Home

 

Bewertung:

10/10

Weitere Informationen

  • Band: Extinctionist
  • Album Titel: Obsidian
  • Erscheinungsdatum: 21.07.2020
  • Fazit: Wahnsinnig geiles Konzeptalbum, einwandfrei umgesetzt, auch in den instrumentalen Stücken und definitiv eine der besten Alben, die uns dieses Jahr aus dem Brutal Death zu Ohren kamen. Die Scheibe ist wie eine musikalische Umsetzung eines Hollywood Sci-Fi Actionfilmes auf Steroiden.
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