Dienstag, 24 November 2020 14:15

Die Instanz: Finnisches Bier

geschrieben von Die Instanz

Metal und Bier gehören zusammen wie Angus und Schuluniformen. Klar, dass Undergrounded sich einer solchen Wahrheit nicht verschließt und sich in konzertarmen Zeiten neben physischen Releases auch dem Göttertrunk widmet. Dazu haben wir uns Hilfe von ganz oben gesucht: irgendwo in den mitteldeutschen Bergen lebt ein mystischer Biertrinker, der sich selbst nur „Die Instanz“ nennt.

Für den ersten Schluck haben wir Die Instanz mit einigen finnischen Gersteneinheiten versorgt um euch für die Tage nach der Pandemie einen kleinen Überblick über die dortige Malzwasserlage auf Festivals wie dem Steelfest, dem Tuska oder dem Nummirock zu geben. Zeigt sich das Land der tausend Seen von je her als Brutstätte fabelhafter Musiker stellt sich die Frage: Kann das auch an den dort konsumierten Brauerzeugnissen liegen?! Die Instanz wird, mit Hilfe von vier finnischen Bieren in Gedanken auf ein finnisches Festival versetzt, genau diese Frage klären!

                    

                                                                                                                         

Bier1: Karhu

Ein Lagerbier aus dem Hause Sinebrychoff, DER finnischen Großbrauerei, mit 5,3 bis 5,4% Alkohol. Während Biere der Sorte Lager sich normalerweise eher durch die Abwesenheit von Geschmack auszeichnen, überrascht Karhu mit einem vollmundigen Antrunk voller Malzigkeit und Süße. Der Geschmack bleibt auf Zunge und Gaumen erhalten während im Abgang eine leichter Hopfenbittere zum Vorschein kommt. Um der Festivalerfahrung möglichst nahe zu kommen, wurde das Bier natürlich direkt aus der Dose getrunken, so dass zu Farbe und Schaum keine Erkenntnisse gewonnen wurden. Aber die Dose ist sehr schön und das Logo, ein sehr verdrießlich dreinschauender Bär, sorgt für Spaß vor, während und nach dem Genuss.

Bier2: Koff

Das equestrische Pendant zum Karhu kommt aus dem gleichen Hause und nennt sich „Koff“. Odin-sei-Dank muss man hier keinen Vergleich zu Pferdepisse ziehen. Zwar ist diese Gerstenkaltschale etwas dünner als sein bäriger Cousin, aber auch durchaus süffig und hat mit 5,2 % Akohol auch ordentlich was zu bieten. Wie auch beim Karhu dominieren hier süßlich Malznoten, der Hopfen glänzt mit geschmacklicher Abwesenheit.

Bier3: Sandels

Da wir uns ja vorstellen, auf einem finnischen Festival zu sein, wird gleich die nächste Dose aus der Kühlung genommen und die Dosenhalterung des Campingstuhls gestellt, während die 27. Wiederholung der La Cantina-Band aus dem Blutooth-Lautsprecher quakt. Sandels heißt das Gebräu, kommt aus dem Hause Olvi, gehört zur Familie der „Lager – Euro Pale“ und ist mit 4,7% ungefähr in der Pilsregion angesiedelt. Gut, dass es dieses Bier gibt. Da muss man sich um seinen Flüssigkeitshaushalt keine Gedanken machen. Das Sandels ist farblos, geschmacklos, charakterlos. Oder wie Bruce von der University of Woolloomooloo sagen würde: „It tastes like sex in a canoe – fucking close to water.“ Kann man machen, muss man nicht.

Bier4: Lapin Kulta Export

Schnell die nächste Dose gegriffen: Lapin Kulta Export aus der Hartwall Brauerei in Lahti. Obwohl es zur selben Familie gehört wie das Sandels bringt es deutlich mehr Volumenprozente mit (5,2), aber genauso wenig Geschmack. Während der Name irgendwie was hat, versagt das Getränk als solches leider und geht in der Gesamtheit unter.

Fazit: Natürlich kann Anhand dieser erste Probe noch kein finales Fazit über die finnische Braukunst gezogen werden, die, wie wir Deutschen wissen, oftmals aus Bier besteht, das man sich an Farbe, Geschmack und Viskosität durchaus auch auf ein Brot schmieren und als starken Aufstrich genießen könnte. Wenn in Finnland, haltet euch beim Angebot zumindest dieser vier Biere an den Bären oder trinkt gleich Wod…. Äh…. Wasser.

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