Dienstag, 03 November 2020 09:37

Khors – Where The Word Acquires Eternity

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Atmosphärischer, schwarz angehauchter Death Metal erfreut sich großer Beliebtheit in der Metal-Szene. Doch während überfütterte Szenegrößen wie Behemoth viel zu viel Aufmerksamkeit bekommen, die der Qualität ihrer Releases kaum noch gerecht wird, gelingt es wesentlich unbekannteren Bands, durch starke Releases und das passende Kämpferherz, enorm Fuß zu fassen in diesem Genre, zu ihnen gehört ganz klar auch Khors, die sich ihren Platz redlich verdient haben. Mit ihrem neuen Studioalbum “Where The Word Acquires Eternity“ wollen sie nun richtig durchstarten.

Für die folgende Rezession haben wir uns die limitierte Vinyl Version in Blau mit silbernem Splatter zur Hand genommen und nehmen das gute Stück für euch mal unter die Lupe. So wird auf Seite A erst mal mit ordentlich Tempo und Härte in den ersten Song “Starvation“ gestartet. Düster und doch melodiereich wirkt die Kreation der Ukrainer und kann dabei eindrucksvoll unter Beweis stellen, wie man eine packende Atmosphäre schafft. Auch “Blissforsaken“ kann dieses Niveau spielend halten und glänzt mit mächtigen Riffpassagen gepaart mit im Hintergrund dezent eingesetzten Flöten- und Keyboardklängen. Episch und doch beklemmend findet man sich in einer fantastisch lebendigen Zwischenwelt wieder, in der man förmlich versinkt. “Crystals of the Fall“ kann mit einer weitaus ruhigeren Aufstellung an Atmospheric Black Metal-Highlights erinnern und bringt frischen Wind und wundervolle Klänge in das Gesamtkonzept des Albums von Khors. Und auch der folgende Song wirkt frisch und anders. Deutlich beklemmendere Melodien mit Einsatz von Streichinstrumenten und dem aggressiven Keif-Growling von Frontmann Jurgis, dass im Laufe des Songs in bestechend guten Klargesang wechselt. Innovativ, frisch und mit großem Potential zeigen Khors deutlich, wo der Hammer hängt.

Auf der B-Seite erwartet uns zu Beginn mit “...And Life Shall Harvest One's Past“ ein wahres Donnerwetter. Kalt, energiegeladen und blitzschnell feuern die Ukrainer ihre Salven auf den Zuhörer ab. Auch hier werden aber ebenfalls ruhigere Passagen mit epischen Zwischenspielen nicht vernachlässigt, bevor der erbarmungslose Feldzug fortgeführt wird. “Up The Ladder To A Lance“ und das nachfolgende “The Mist (Let This Fog Devour A Snow)“ können mit symphonischen Elementen nochmals eine erhabene Atmosphäre erschaffen, die Fans von Epic Black Metal zu Luftsprüngen verhelfen können. Gerade letzterer ist wahrlich ein Hingucker auf dem Album der Herren aus Karkiv, dem schwarzmetallischen Herzen der Ukraine. Und so sind wir auch schon beim ausklingenden Abschluss angelangt, den wir mit dem Song “Beneath The Keen Edge Of Time“ serviert bekommen. Die erste Singleauskopplung des Albums, zu der Khors ein Musikvideo gedreht haben, fällt durch eine komplett anders klingende Einleitung auf. Fast schon sanfte Gitarrenklänge in einem sehr modern erscheinenden Gewand, münden in ein Feuerwerk, dass nochmals klar die Stärken der Band aufzeigt. An Abwechslung mangelt es auf “Where The Word Acquires Eternity“ wirklich nicht und man kann nur staunen über den Ideenreichtum und das Potential, das hinter Khors lauert und zurecht auch bei Veranstaltern bei uns im Lande mittlerweile Anerkennung findet.

 

Ein ausgewogenes, abwechslungsreiches und überaus gelungenes Werk, dass den Anschluss zu keinem Zeitpunkt verliert und die Zügel stets in der Hand behält. Khors brauchen sich mit “Where The Word Acquires Eternity“ vor niemandem zu verstecken und wenn sich die dunklen Wolken um Corona hoffentlich bald verzogen haben, können wir uns auch hier auf Live Auftritte der Ukrainer freuen. Bis dahin bleibt uns wenigstens die Musik und die solltet ihr auf jeden Fall in vollen Zügen genießen.

 

Trackliste:

A1. Starvation

A2. Blissforsaken

A3. Crystals of the Fall 

A4. The Sea of My Soul

B5. ...and Life Shall Harvest One's Past

B6. Up the Ladder to a Lance

B7. The Mist (Let This Fog Devour a Snow)

B8. Beneath the Keen Edge of Time

 

Bewertung:

9 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Khors
  • Album Titel: Where The Word Acquires Eternity
  • Erscheinungsdatum: 15.09.2020
  • Fazit: Ein ausgewogenes, abwechslungsreiches und überaus gelungenes Werk, dass den Anschluss zu keinem Zeitpunkt verliert und die Zügel stets in der Hand behält. Khors brauchen sich mit “Where The Word Acquires Eternity“ vor niemandem zu verstecken und wenn sich die dunklen Wolken um Corona hoffentlich bald verzogen haben, können wir uns auch hier auf Live Auftritte der Ukrainer freuen. Bis dahin bleibt uns wenigstens die Musik und die solltet ihr auf jeden Fall in vollen Zügen genießen.
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