Montag, 10 August 2020 19:09

Nuclear Warfare - Lobotomy

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Die Schwaben Fritz, Listl und Alexandre Brito (Schwabe ehrenhalber) steuern hart auf das 20 Jahre Bandjubiläum von Nuclear Warfare zu und haben mit „Lobotomy“ ihr inzwischen sechstes Album auf den Markt geworfen. NC waren, seit ich mich erinnern kann, auch immer eine sehr von Leichtigkeit geprägte Band die sich auch nie für etwas Shenanigans auf der Bühne und vor allem auf den Alben zu Schade war.

Mit Lobotomy bekommt man nun das Gefühl, dass die Kombo eine gewisse Ernsthaftigkeit an den Tag legt, die sich nicht nur auf den Sound auswirkt. Sogar das Maskottchen Warmaster hat sich gerappelt und sich vom einfachen Soldaten (mit kurierter PTSD und Alkoholsucht) hin zum versiert-gefeierten Hirnchirurg gemausert. Fronter Fritz gibt auf Nachfrage zu Protokoll: „Für eine Lobotomy nach Dr. Walter Freeman muss man kein Hirnchirurg sein, die macht man durch die Augenhöhle“ und „ich habe auf Youtube ein paar Videos gesehen. Ich denke ich kann das jetzt auch!“

Natürlich gibt es auf der Scheibe wieder Songs wie „Death By Zucchini“ oder „Fuck Face“, aber man kann wohl sagen, dass die aktuelle Situation wohl auch hier ihren Tribut fordert. So sind die Texte ernsthafter, die Riffs und Gitarrenarbeit (für die sich dieses Mal im Vergleich zu „Empowered By Hate“ nochmal eine Spur mehr Zeit und Kreativität genommen wurde) härter, und die Texte kritischer. Trotzdem bekommt man immer noch den für Nuclear Warfare so berühmt berüchtigt räudigen und immer noch oldschoolig-thrashigen Sound der 80er und genau die richtige Portion Underground, die NC so glaubwürdig machen. Man hat sich außerdem auch in Südamerika, dem Ehrenschwabe sei Dank, weiter gefestigt und so hat das Album seinen Ursprung im Oversonic Studio in São José dos Campos und den Feinschliff von Neto Grous (Absolute Master in Capivari) erhalten. Auch das Musikvideo zu Lobotomy wurde in Brasilien erstellt und dreht sich, was sonst, um eine sehr fehlgeschlagene - oder sehr erfolgreiche Lobotomie, inklusive heißer Schwester. Wer sich das Album auf den Zettel geschrieben hat, kann neben dem nackten Silberling auch ein Surival-Paket erstehen. Dieses kommt für einen Aufpreis mit zwei wunderschön gestalteten Bierkrügen, vier Untersetzern und dem Album in ein einem feinen Jutebeutel daher – alles im feinen Artwork und NC-gebrandet. Wer sich also wirklich alles von NC reintut und hoffnungslos dem Oldschool-Thrash verfallen ist, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Trackliste:

01 Lobotomy

02 Bombshell Disease

03 Gladiator

04 Fuck Face

05 Betrayers from Hell

06 The Blood Lord Will Return

07 They Live

08 Death by Zucchini

09 Ages of Blood

Bewertung:

8 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Nuclear Warfare
  • Album Titel: Lobotomy
  • Erscheinungsdatum: 28.08.2020
  • Fazit: Wer sich also wirklich alles von NC reintut und hoffnungslos dem Oldschool-Thrash verfallen ist, kann hier bedenkenlos zugreifen.
Gelesen 735 mal Letzte Änderung am Montag, 10 August 2020 19:21

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