Dienstag, 23 Juni 2020 13:26

Nachruf: Enrico "Enni" Haagen

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Caro Hoffmann - copyright by Art of Monster! Caro Hoffmann - copyright by Art of Monster!

Mit “Enni” Enrico Haagen verliert die Szene in Ostdeutschland viel zu früh einen der wohl einflussreichsten und wichtigsten Charakterköpfe. Enni, hat schon lange vor dem Fall der Mauer den Metal maßgeblich und gegen das Regime geprägt und dort geholfen, die Metalszene zu etablieren. Als (mit)Veranstalter, Promoter, Bandsprachrohr und vor allem Netzwerker hat er nicht zuletzt dem Skullcrusher Heavy Metal Dresden e.V. zu Glanz und Glorie verholfen.

In seinem letzten großen Interview auf Powermetal.de sagte er unter anderem: “Völkerverständigung unter dem, für Außenstehende, Begriff "Lärm". Das war und ist mein Credo seit Jahrzehnten. Es ist meine zweite Familie. Ich könnte und will nicht ohne diese Szene sein.” -und sprach damit vielen aus der Seele.

Freunde und Fans des Urgesteins haben ihn als herzlichen, offenen und manchmal auch nachdenklichen Menschen mit Format kennengelernt, der sich aber nie für einen Plausch zu Schade war und denm man die Rolle des “väterlichen” und ewig verschmitzten Lebemanns nicht erst abkaufen musste, um sie sofort in jedem Wort und jeder Geste zu erleben. Sein selbsterklärtes Ziel war es wohl immer zu Einen und er wusste für die größere Sache auch mal persönlich zurückzustecken. Dies hat ihm selbst im hart umkämpften "Biz" überall Freunde und Bewunderer geschaffen, für die er da war und immer ein offenes Ohr hatte. Bescheiden und dediziert hat er mit seinem Wesen der Szene einen wichtigen Stempel aufgedrückt und diese mitgeformt. Einer der letzten Sätze des PM-Interviews wirft nun im Nachhinein seine Schatten und Enni sagte:

"Vielleicht sagt man später mal 'Er hat sie alle vereint!' Das wäre doch was für einen Nachruf,...”

An dieser Stelle wollen wir sagen: Das hast Du, Danke für alles, gute Reise und wir wünschen deinen Freunden und deiner Familie viel Kraft für diese Stunden!

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