Donnerstag, 19 März 2020 13:41

Strike - Fast & Loud

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Oh Armenien, du Perle des Kaukasus, du Vater des Aragaz und Bett des Aras – welch wunderliche Musi... Moment, die Jungs von Strike kommen aus Armenia? In wo? Kolumbien? Was zum... okay, Reboot: Oh Armenia, du Blume Kolumbiens, wo man den Kaffee so schwarz wie Strike trinkt, die Speed Metal mit Punk und schließlich Black Metal vermischen, wie einen sahnigen Tropfen modrigen Genmaterials in heiße, schmutzige, schwarze Dunkelheit!

Wo sich Blastbeasts mit eingängigem Riffing verpaaren und feine Shouts mit Growls vermischen. Wo sich insgesamt vier Tracks mit einer Spiellänge weit unter 15 Minuten als Album namens „Fast & Loud“ für sieben Dollar (immerhin auf limitierter Transparent-Kassette) verkaufen lassen. Hier ist der Underground zu Hause ist und die Jungs von Strike mit ihrem Debüt „Fast & Loud“ (nach einer Demo und einer Single) trotzdem eine ganz passable Figur machen. Wer jetzt wirklich hinter Strike steckt (auf Metal Archives spricht man von zwei Membern, auf Bildern auf Bandcamp und wiederum Metal Archives sind vier Member und auf dem kürzlich veröffentlichten FB-Video drei Member zu sehen), dürfte wohl erst mal vollkommen egal sein, da sowieso absolut keine Querverweise auf irgendwas bestehen – und so darf man einfach mal die vier Songs auf sich wirken lassen.

Das Intro namens „Trouble“ beginnt nur loud und eher, wie 60s Rock'n'Roll, sehr gemächlich, bevor man etwas aus dem Quark kommt und neben Geschwindigkeit eine wirklich solide Gitarrenarbeit an den Tag legt. „Live Fast, Die Drunk" beginnt, wie der Stereotyp es verlangt, mit einem Lemmy-Zitat und Strike entfalten sich zur leckeren Kaffeebohne mit einem ganz eigenen Ton-Aroma, das für eine offensichtliche Newcomerband schon wirklich ordentlich in den Ohren tönt. Man erfindet das Rad nicht neu, aber brachial-einfaches Riffing ist wirklich fein mit allen anderen Komponenten wie on point Drumming und netter Kehle abgestimmt. Schnell erwischt man sich beim Mitwippen und nach für uns leider unverständlichen Songs (weil in Landessprache) namens "Mi Decadencia“ und „Siglos De Miseria“ ist das heiße Gebräu schon leer und man darf gespannt sein, was als nächstes kredenzt wird – Potential ist hiermit attestiert und wer sich sowieso alles von Whiskey Ritual und Konsorten reintut, kann auch hier mal ein Ohr riskieren, um später sagen zu können: „Strike aus Kolumbien? Die hab ich schon gehört, da hast du noch Corona gehustet!“

Tracklist:

01 Intro (Trouble)
02 Live fast, die drunk
03 Mi decadencia
04 Siglos de miseria

Bewertung:

7 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Strike
  • Album Titel: Fast & Loud
  • Erscheinungsdatum: 12.02.2020
  • Fazit: Potential ist hiermit attestiert und wer sich sowieso alles von Whiskey Ritual und Konsorten reintut, kann auch hier mal ein Ohr riskieren, um später sagen zu können: „Strike aus Kolumbien? Die hab ich schon gehört, da hast du noch Corona gehustet!“
Gelesen 1711 mal Letzte Änderung am Sonntag, 22 März 2020 15:36

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Mi Decadencia Strike / Fast & Loud / Independent