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Samstag, 25 August 2012 15:55

Wacken Open Air 2012 & Metal Camp 2012 Empfehlung

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WOA + MC 2012 WOA + MC 2012 Wacken Open Air / Metal Camp

 Mit geballter Vorfreude und einem breiten, aber gehässigen grinsen im Gesicht trifft man Phil und Max aka Redeemer eigentlich nie auf der Arbeit an... doch an besagtem Freitag Vormittag sollte Alles anders sein. Ein genialer Trip der Superlative erwartete uns, und weder Freiwild noch Justin Bieber konnten uns jetzt noch die Laune verderben.

Wacken 2012

Also: genug gebuckelt, rein in den VW Bus, raus aus den elenden Arbeitsklamotten und direkt in den bequemen Schlaberlook reinhechten. Mit Steelwing auf den Ohren Richtung Heimat, um dort noch, qualmend und Monster Energy schlürfend, kläglich an letzten Wartungsarbeiten am T3 Bulli, seinerseits Wolfgang genannt, zu scheitern. Mit dezentem Frust, aber guter Gesellschaft nochmal ordentlich überteuertes und stark besteuertes Tankstellen-Heizöl namens Diesel in den Bus kippen, n Eis an der Tanke reinzelebrieren und ab geht’s Richtung Wacken Open Air. Angenehme Außentemperaturen, freie Straßen, und eine, dank schlappen 70 PS eine eher entspannte Reisegeschwindigkeit, ließen Partylaune aufkommen. Hundemüde und übermonstert kamen wir dann, mit kleiner Verzögerung durch eine Panne, im Holy Wacken Land an. Nur wenige ließen sich von der Nachricht abschrecken, dass die Campgrounds wegen Überflutung erst Dienstags öffnen würden. Ein wenig unkoordinierte und sichtlich überforderte und gestresste Polizisten und Securities taten sich schwer, die Metalheads auf dem Campinggelände einzuweisen. Das Festival ging für uns Donnerstags, nach gemütlichen drei Tagen warmtrinken, mit UDO und Saxon los. Gewohnt gut, alles beim Alten. Das hätte Wacken so wohl besser auch gehandhabt. Die Laufwege zum Festivalgelände waren subotimal. So musste praktisch jeder Fan durch das Wackinger-Gelände laufen, wenn er möglichst schnell zur Stage wollte. Das dieses Wackinger-Areal und der ganze andre musikunrelevante Kram übrigens allgemein überflüssig ist, scheint nicht nur meine Meinung zu sein. Das könnte man sich sparen... Genau wie die dutzenden Stages. Da kommt so langsam nur noch Verwirrung und eine wahnsinnige Rennerei auf. Back to the Roots bleibt aber wohl ein Wunschgedanke. Leider. Naja, jedenfalls kamen wir auf dem Rückweg von Saxon im erzwungenen Gang durchs Wackinger-Gelände an Torfrock vorbei, welche uns mit bescheidenem Sound nach zwei Songs auf dem Campground vertrieben.

 

Der Freitag morgen wurde uns durch Endstille, Sacred Reich und Sanctuary versüßt. Vor allem Endstilles 'Frühstückserwachen' um 11:00 Uhr morgens, bließ unsre Ohren frei und stimmte schon auf Tinnitus ein, der sich erfolgreich bei Overkill im strömenden Regen komplettieren ließ. Nicht nur Gehirnzellen und Bier wussten Overkill erfolgreich zu vernichten, auch das Regenwetter wurde fürs Erste vertrieben. Also schönes Wetter dann bei HammerFall. Der Schwedenhammer fällt mit starkem Set, aber einigen Soundproblemen auf Norddeutschland. Besonders beeindruckend war aber der Dimmu Borgir Auftritt mit Orchester. Bombastische Soundgewalt ist wohl gar kein Ausdruck für diese Performance. Ein Highlight des W:O:A 2012!

 

Samstag hatte für uns nur wenig zu bieten. Das Meiste davon würde uns ohnehin in den kommenden Tagen am Metal Camp erwarten. In entspannterer Atmosphäre und mit viel kleinerer Menschenmenge. Deshalb bewegten wir uns nur zu den Scorpions aufs mittlerweile komplett überflutete und matschige Gelände. Schon ab dem ersten Song kamen Zweifel auf, ob die Urgesteine der Deutschen Musikgeschichte wirklich Live spielen, oder ob da getrickst wird. Die Vocals wirkten einfach zu glatt vom Sound, die Syncro und Mimik war fragwürdig. Und es fiel offensichtlich nicht nur uns auf. Vorzeitig ließen wir unsre Scorpione dann im Regen stehen, als ein gewaltiges Unwetter sich über Wacken hermachte. Wir sattelten den Bus, frästen uns durch den kniehohen Matsch und machten uns verdreckt, verbraucht, müde und gezeichnet durch Schnaps und Schlamm auf den Weg nach Slovenien

 

Metal Camp 2012

 

Nach dem eher regnerischen Vergnügen auf dem Wacken Open Air machten wir uns direkt auf den Weg vom Hohen Norden ins fast 1700 Kilometer entfernte Tolmin wo ab Montag das Metalcamp seine Pforten öffnete. Natürlich kein kurzer Trip mit unserem VW Bus, aber die Fahrt machte Laune und die Vorfreude auf die kommende Woche machte alle Reisestrapazen im Nu vergessen. Und es erwartete uns ein wahrhaft traumhaftes Wetter in Slowenien. Durchgehend Sonne und Temperaturen zwischen 30 und 40 Grad brachten den Sommer voll zur Geltung und machten dem ein oder anderen von uns am Anfang noch schwer zu schaffen. Doch so ein abkühlendes Bad im nahe gelegenen Gebirgsbach mit Wassertemperaturen zwischen 8 und 12 Grad sorgten für die nötige Erfrischung. Die Atmosphäre war wieder mal sehr entspannt und man merkte, dass dieses Festival nicht umsonst Headbanger’s Holiday genannt wird. Auch preislich hat sich im Vergleich zu vergangenen Jahren hier nicht viel geändert und die Cocktailbar war auch wieder sehr zu empfehlen. Das Band-Lineup lies jedoch ein wenig zu wünschen übrig wenn man so die Vorjahre angeschaut hat. Aber wir wollen nicht meckern, schließlich dürfte mit Bands wie Machine Head, Dark Funeral, Amon Amarth, Kataklysm, Steelwing, Sodom, Korn und Finntroll für jeden was dabei gewesen sein! Besonders hervorheben möchte ich hier den Auftritt der Nordmänner aus Dänemark. Amon Amarth lieferten wirklich einen unvergleichlichen Auftritt mit tonnenweiße Pyroshow. Ich habe die Truppe nun schon wirklich sehr oft gesehen auch als sie noch nicht so groß und angesagt waren und war in den letzten 2 Jahren eher genervt vom Publikum bei den Gigs von ihnen. Doch hier hat es mal wieder richtig Spass gemacht Johann Heck mit seinen Mannen zu genießen!


Den Absoluten Security Stress Test führten Kataklysm auf dem Metalcamp durch. Es sollten so viele Besucher wie möglich vorne über die Absperrung gereicht werden, was natürlich einen wahren Crowdsurferregen auslöste. Auf dem WOA konnte dies letztes Jahr eindrucksvoll durchgeführt werden und auch hier in Tolmin sah das ganze sehr beeindruckend aus. Die Secus blieben besonnen und machten einen guten Job, auch wenn der Stressfaktor während des Songs doch sehr hoch gewesen sein muss! Steelwing und Sodom heizten am letzten Festivaltag noch mal richtig ein und boten absolut solide Auftritte. Auch auf der 2nd Stage, auf der mehrheitlich junge lokale Bands auftraten, konnten wir den ein oder anderen fördernswerten Nachwuchs bestaunen. So zeigten Tomcat aus Ljubljana eine durchaus gelungene Performance. Vor allem Sänger Denis konnte voll überzeugen mit seinen beeindruckenden High Vocals! Danach heizten die Italiener Motortrinken der Menge ein, die wir zugegebenermaßen nur wegen des Namens angeschaut hatten^^. Auch sie konnten ordentlich Zuspruch von den Zuschauern für sich verbuchen und mit positivem Feedback ihren Auftritt genießen.


Viele Eindrücke und Impressionen konnten in den 5 Festivaltagen gesammelt werden und viele nette Gespräche mit Leuten von fast überall auf der Welt geführt werden. Und es waren auch einige dabei, die es uns gleich taten und die Doubletour auf sich genommen hatten. Es ist schön zu sehen, dass der Metal noch lebt und sich bewegt und kein Weg zu weit ist. Das sind die Menschen, die wirklich noch an das Alles glauben und die einen Festivalbesuch meiner Meinung einfach ausmachen. Man kann nur hoffen, das trotz der Namensänderung nächstes Jahr von Metalcamp in Metaldays Alles beim Alten bleibt und die Stimmung genau so entspannt bleibt wie dieses Jahr. Wir werden auf jeden Fall nächstes Jahr wieder mit von der Partie sein und freuen uns jetzt schon auf Slowenien!

Weitere Informationen

  • Wo: Wacken Open Air (D) Metal Camp (SLO)
Gelesen 2493 mal Letzte Änderung am Sonntag, 26 August 2012 02:35