Mittwoch, 12 Februar 2020 13:33

Brand bei Speziallack-Hersteller könnte globale Folgen für Vinylmarkt haben

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Brand bei Speziallack-Hersteller könnte globale Folgen für Vinylmarkt haben Photo: Twitter User @Caltrans8

Das kalifornische Apollo Masters-Werk ist von einem Feuer zerstört worden. Es ist eines von weltweit nur zwei Werken, die einen Speziallack hergestellt haben, der für Master-Matrizen gebraucht wird. Möglicherweise bekommen auch Vinyl-Liebhaber die Auswirkungen zu spüren.

Medienberichten zufolge ereignete sich der Brand an der Produktionsstätte und Lagerhalle in Banning bereits am vergangenen Donnerstag. Der Brand konnte zwar von rund 82 Einsatzkräften in knapp drei Stunden gelöscht werden. Apollo Masters gilt neben dem japanischen Hersteller MDC als einziger große Hersteller der 14-Zoll-Scheiben mit Lacküberzug.

In einer Stellungnahme der Firma heißt es: "Wir verlauten mit großer Trauer, dass das Apollo Masters Herstellungs- und Aufbewahrungswerk einem zerstörerischen Feuer zum Opfer gefallen ist und katastrophale Schäden erlitt. Die beste Nachricht ist, dass alle unsere Angestellten in Sicherheit sind. Wir sind unsicher, wie unsere Zukunft aussehen wird und evaluieren Optionen, während wir durch die schwere Zeit manövrieren."

Und auch die restliche Branche ist in Sorge. Ben Backwell, der Mitgründer des Labels Third Man Records, bei denen unter anderem auch Sleep unter Vertrag stehen, ließ in einem Interview mit Pitchfork.com verlauten: "Es gibt nur zwei Firmen weltweit, die diesen Lack herstellen - und die andere ist MDC in Japan, die schon vor dieser Entwicklung Probleme hatten, der Nachfrage gerecht zu werden." Er fügte hinzu, dass Apollo außerdem "der Haupt- oder vielleicht sogar der einzige Anbieter für Schneidköpfe" sei, die zur Erstellung von Lackfolien-Vorlagen für die Presswerke genutzt werden. Wie schwer die Auswirkungen sein könnten, sei noch nicht abschätzbar.

Doch nicht alle Schallplattenhersteller arbeiten mit Lackrohlingen. Bei einem Teil kommen auch Kupferrohlinge zum Einsatz.

In einem Interview mit dem Blog Smack kommentierte David Read, Chef des kanadischen Tonträger-Herstellungs-Services Duplication, dass er das "Direct Metal Mastering" als möglichen alternativen Herstellungsprozess sehe, der nun gefragter werden könnte. Bei diesem brauche man zwar sehr spezielle Maschinerie, aber keinen Speziallack. Allerdings wirke sich das auch auf den Klang der Schallplatten aus.

Die Schallplatte feiert seit Jahren ihr Comeback. In den USA erreichten die Einnahmen aus dem Vinyl-Verkauf im Jahr 2018 nach Angaben des Verbands der Musikindustrie in Amerika ihr höchstes Niveau seit 1988.

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