Samstag, 08 Februar 2020 10:54

Unter dem Radar - Shrooms Circle (Stoner/Doom Metal)

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Kennt ihr das, man sieht ein Cover-Artwork und es erinnert einen so sehr an etwas, dass man unbedingt in die Platte rein hören muss? Genau das passierte uns bei "Asylum" von Shrooms Circle. Man hatte beim Anblick sofort das Cover der Debütscheibe von Black Sabbath im Kopf. Also kam man nicht umhin sich mal mit dem Erstlingswerk der Schweizer Stoner- und Doom-Fraktion auseinanderzusetzen. Und was soll man anderes sagen, als dass es sich ziemlich gelohnt hat? Nicht umsonst stellen wir euch die Band gerne in unserer Rubrik "Unter dem Radar" vor.

Die aus dem französisch-sprachigen Kanton Vaud stammende Band hat sich komplett den psychodelisch-okkulten Klängen der 70er Jahre in Verbindung mit retro-ästhetischem, kauzigen Doom Metal verschrieben. Nach der Demo namens "Asylum" konnten Shrooms Circle noch im selben Jahr eine selbstbetitelte Full Length veröffentlichen. Allerdings wurde dieses Album wie schon die Demo dann nur digital und auf Tape released. Im Jahre 2019 wurden dann endlich die Gebete der Vinylsüchtigen erhört und DHU Records veröffentlichte die Demo auch als Schallplatte mit einer zusätzlichen 7“ mit 2 Bonustracks. Hoffentlich wird auch das Album noch auf schwarzes Gold gepresst, so dass wir auch noch in diesen Genuss kommen werden.

Die noch junge Band um Sängerin Odile Boche wurde bereits im Jahr 2013 gegründet und bestreitet seitdem unermüdlich kleine untergründige Club-Konzerte, bisher vermehrt in ihrer Heimat und in Frankreich. Hoffentlich wird die Combo auch in Bälde mal in Deutschland oder Österreich zu sehen sein!

Aktuelle Besetzung

Johann – Bass

Scort - Drums

Asknt – Guitars, Effects

Kelen Ob – Guitars, Vocals (backing)

Teckel – Organ, Mellotron

Odile – Vocals (lead)

Diskographie

2018 – Asylum (Demo)

2018 – Shrooms Circle (Album)

Review zu "Asylum"

Wenn man etwas erblickt, was so sehr an die glorreichen Zeiten von Black Sabbath erinnert, wie "Asylum" von Shrooms Circle, dann wird man fast schon dazu genötigt, das Ding auf den Plattenspieler zu hauen. Ob das Artwork von "Asylum" den geschätzten Hörer in die Irre geführt hat oder ob wir es mit einem ähnlichen Meisterwerk wie der legendären Debütscheibe der Ikonen aus Birmingham zu tun haben, lest ihr im folgenden Review.  

Erstmal ein paar Worte zur Aufmachung und den beigefügten Extras: Bei der Vinyl-Auflage von "Asylum" ist noch eine 7“ mit zwei Bonussongs angefügt, unter anderem Cover der Coven-Klassiker "Coven in Charring Cross", dazu kommt noch ein Poster mit einem Band-Artwork vom Künstler Shane Horror. Das ganze Paket wurde vom Label auf 90 Einheiten limitiert. Das Musikalische betreffend kann man Folgendes sagen: Konsequent könnte man das Intro des Titeltracks gleich zu Beginn schon bezeichnen, denn mit den Orgeltönen weisen die Schweizer schon gekonnt in die Richtung, in die es gehen soll. Stoner-Doom mit ordentlich Tiefgang und Female-Vocals strömt aus den Boxen. Man kann es als eine Mixtur aus bekannten Szenegrößen wie Electric Wizard, Windhand oder auch Sleep bezeichnen, alles schön retro dabei, gepaart mit einer Prise Jex Thoth. Keine astreine Produktion, sondern eher sehr roh belassen, was man aber durchaus verzeihen und anerkennen kann.

Es weiß durchaus zu gefallen und auch "Witches Are There!" baut diese Lust auf Mehr noch weiter aus. Nicht allzu verkopft und kompliziert präsentieren sich Shrooms Circle und können vielleicht gerade deshalb Pluspunkte bei manchen Anhängern genannter Bands und Stile sammeln. Dann ist erstmal Platte wenden angesagt und es geht auf der B-Seite mit "Out From The Grave" weiter. Immer wieder bemerkt man eine leichte Arrhythmie in den Songs, was man aber auch ganz angenehm empfinden kann, da diese Tempowechsel das Ganze etwas auffrischen. "The Druggist" treibt mit stampfendem Bass das Tempo etwas nach oben und kann so ebenfalls für frischen Wind sorgen. Während "A House Behind The Hills" die psychedelische Seite von Shrooms Circle wohl am eindrucksvollsten zur Geltung bringt und in den Refrainparts fast schon zu schnell wirkt, geht es dann nahtlos wieder in eher schleppende Parts über. Dann wären wir auch schon beim letzten Song "Trapped" angelangt, der nochmal mit etwas pfiffigeren Passagen die Stärken der Band aufzeigt.

Mit der ersten Seite der Bonus 7“ wird beim Stück "The Island“ ganz klar der schleppende Doom Metal zelebriert. Auch hier klingt die Produktion nicht steril und es herrscht eher ein wenig Fuzz und Noise über die Klangfarbe. Und auch dem bereits erwähnten Coven-Cover drücken Shrooms Circle ihren ganz eigenen Stempel auf. Diesmal mit den Vocals des Backgroundsängers im Vordergrund, was dem ganzen aber keineswegs schadet. Auch hier kann man wieder das bei der Band allseits beliebte "chaotische Verspieltsein" erkennen, das nochmal ein ganz anderes Licht auf das Stück legt.

Ein gelungenes Debüt der Truppe aus der Schweiz. Vielleicht kein Meisterwerk wie Black Sabbath, aber ein solider Anfang, auf den man aufbauen kann und der wirklich Spaß beim Hören macht. Für Fans der schon oben genannten Bands sei auf jeden Fall empfohlen beide Ohren zu riskieren und man kann sich schon auf zukünftige Werke von Shrooms Circle freuen.

Trackliste:

A1. Asylum

A2. Witches Are There!

B1. Out From The Grave

B2. The Druggist

B3. A House Behind The Hills

B4. Trapped

Bonus 7“:

A1. The Island

B1. Coven in Charring Cross

 

Weitere Informationen

Gelesen 2501 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 12 Februar 2020 01:04

Medien

Trapped Shrooms Circle / Asylum / Golden Dawn Recordings