Freitag, 29 November 2019 12:54

09.11.2019 - Sinister Feast 2019 - Lenzing, Österreich + Sun Of The Sleepless + Firtan + Krater +++

geschrieben von Wolle

Es war kalt, sehr kalt, als ich mich am 09. November in die Industriestadt Lenzing, im schönen Oberösterreich aufmachte, um den Sinister Feast beizuwohnen. Das Line- Up war vielversprechend und ich freute mich bereits sehr auf diesen schwarz-metallischen Abend. Das aus der Ferne, gut sichtbare hell ausgeleuchtete Kreuz, das vom Pfarrsaal herunter leuchtete, wies mir passenderweise den richtigen Weg.

Nach der Begutachtung der überschaubaren Räumlichkeiten und der Sichtung einiger bekannter Gesichter machte ich es mir sogleich neben der Bühne gemütlich, auf der Regnum Noricum bereits fleißig ihren Soundcheck absolvierten. Die Zuschaueranzahl war noch überschaubar - Aber das ist wohl so eine Sache mit Black-Metal Konzerten in OÖ. Wehmütig erinnere ich mich noch an meine Teenager Tage, wo es noch die Metal Overdose Reihe im Posthof gab. Schöne alte Zeit. Nun gut, genug in Melancholie gebadet: Fast pünktlich ging es um 17:30 mit besagten Lokalmatadoren von Regnum Noricum los, welche sich nun inzwischen doch über eine beachtliche Menge an Zuschauern erfreuen konnten. Die ersten Matten wurden geschwungen und auch die Herren auf der Bühne schienen ihren Spaß zu haben. Ihr Celtic Black-/Death-Metal war genau der richtige Anheizer für diesen genialen Abend. Kurz vor Ende des Auftrittes wurde noch spendabel das Trinkhorn in die Menge gereicht. Prost die Herren! Während der Umbauphase war nun Zeit, das Angebot an der Bar zu testen. Die Auswahl an kühlen Getränken war ausreichend und wurden zu fairen Preisen dargeboten. Das Personal, freundlich und zackig. Ein persönliches Highlight war es, Schwadorf von Empyrium anzutreffen, welcher mir prompt meine in weiser Voraussicht eingepackte „A Wintersunset“ CD signierte. Schwadorf stellte - heute mit seinem Sideprojekt „Sun of The Sleepless“ welches erfreulicherweise wieder aktiv ist - die Headliner Position an diesem Abend, aber dazu später mehr.

    

Gut gestärkt, war es an der Zeit Synkende zu genießen, welche ich vor dem heutigen Abend kaum kannte, aber als sehr ansprechend empfand. Ohne großen Pomp, aber mit Kerzen im Gepäck, lieferten die jungen Herren von Anfang an eine schwere Decke von Wehmut und mehr Melancholie über den Pfarrsaal. Jeder Song hatte auf mich eine Sogwirkung und so verging die knapp bemessene Spielzeit leider viel zu schnell. Großartiger Auftritt, welches auch vom Publikum dementsprechend honoriert wurde. Svarta dürften in Oberösterreich und über die Grenzen hinaus bei weitem kein unbeschriebenes Blatt mehr sein. Sicher auch deswegen, da der sympathische Fronter, Patrick S. auch unter anderem bei Lebenssucht die Saiten schwingt und Veranstalter des genialen SICK MIDSUMMER ist. Da ich selbst zwei Cd`s der Herren mein Eigen nenne, freute ich mich bereits auf ihren depressiven Black Metal und ich wurde auch nicht enttäuscht. Bei genauerer Betrachtung erkannte ich am Bass, Lukas G. -Mastermind hinter der Band Ellende. Ohne große Worte legten die Jungs los und ein neuerlicher Sog erfasste mich. Schwere, schleppende Melodien und schmerzerfüllende Schreie erfüllten den Raum. Auch dieser Auftritt ging viel zu schnell vorbei und man spürte mit jedem Riff die Macht der Projekte.

    

Thorondir, waren als nächster an der Reihe. Den Auftritt der sympathischen Bayern hatte ich nicht zur Gänze mitbekommen, da mir Pagan-Metal schlicht und ergreifend nicht liegt. Dennoch wohnte ich der Gruppe für einige Songs bei und was soll ich sagen, nach zwei sehr depressiven Bands, schien die „fröhliche“ Mucke der Bayern bei den Fans so richtig zu zünden. Ein toller und packender Auftritt. Was danach kam, war eine Abrissbirne par excellence. Krater, ist eine Band an die ich schon vor vielen Jahren zu Beginn meiner Black-Metal hörte. Besass ich schon früh eine Platte der Herren aus Deutschland, beließ ich es aber eben nur bei dieser einen. Daher war ich sehr gespannt auf ihren Auftritt und vor allem auf die eine oder andere Hörprobe des neuen Albums „Venenare“. Ich kann nur sagen es war eine Wucht! Ohne Worte zu verlieren prügelten Krater alles in Grund und Boden und erstickten jeden noch so kleinen Keim an Hoffnung auf eine bessere Welt. Die dauernden Blast Beats hämmerten sich in die Gedärme und die sägenden Riffs erledigten den Rest. Ein Wahnsinns Auftritt, der nach mehr verlangte.

    

Während Firtan bereits aufbauten, hatte ich Zeit mich am Merchandise Stand umzusehen. Er war eher klein gehalten aber gut bestückt, so dass ich wieder Futter für die die heimische Stereoanlage und den Plattenteller besorgen konnte. Auf Firtan freute ich mich bereits sehr, insbesondere als ich sah, dass sie eine Dame an der Geige im Schlepptau hatten, welche den Songs von Firtan eine ganz besondere Note verleihen sollten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Ton, lieferten die Herren ein Brett an schwarzmetallischer und atmosphärischer Mucke ab, die sich gewaschen hatte. Ich weiß nicht ob ich mit meiner Meinung alleine im Wald stehe, aber ich hatte den Eindruck beim Publikum wurde die Klangkunst von Firtan nicht so angenommen, wie es sich die Herrschaften eigentlich verdient hätten. Sehr schade. Ein besonderes Highlight, war ein Solo der Geigerin. Gehüllt in Nebel und in mystisches lila Licht war ihre Darbietung ein weiters Highlight dieses Abends. Ein absolut gelungener Auftritt. Chapeau!  

Langsam machte sich bei mir die Müdigkeit breit und auch die erste Speicherkarte meiner Kamera war durch, als endlich Sun of the Sleepless die Bühne betraten. Aber nicht nur ich hatte mit Müdigkeit zu kämpfen, nein auch viele der Anwesenden. So lichtete sich der Zuschauerandrang vor der Bühne leider immer mehr und die rauchende und trinkende Gemeinde traf sich vor der Türe. Schade, denn Sun of the Sleepless waren eine Wucht. Niemand geringerer als Eviga von Dornenreich war an diesem Abend aus dem schönen Innsbruck nach OÖ gekommen um Schwadorf und seine Mannen zu unterstützen, was die gelichteten Reihen für mich noch unverständlicher erscheinen ließen. Als langjähriger und eingefleischter Dornenreich Fan, war dies neben einem gemeinsamen Foto mit Eviga die Krönung an diesem sehr gelungenen Abend. Mit Räucherwerk in einer großen Salatschlüssel und stimmungsvollen Intro betraten Sun of the Sleepless die Bühne um kurz darauf ihren atmospherischen Poetic-Black-Metal darzubieten. Die noch Anwesenden hatten sichtlich Spaß an der Darbietung und zum ersten Mal an diesem Abend hallte es im Pfarsall nach: „ZUGABE“!

 

Fazit: Eine wirklich gelungene Veranstaltung, die ruhig etwas mehr Zuspruch verdient hätte. Am Line-UP kann es nicht gelegen haben, denn das war wirklich großartig. Ich bedanke mich an dieser Stelle bei Georg Kar  für diesen wunderbaren Abend und freue mich bereits auf eine neue Ausgabe des Sinister Feast 2020.

Weitere Informationen

  • Band(s): Sun Of The Sleepless + Firtan + Krater + Svarta +
  • Wann: 09.11.2019
  • Wo: Pfarrsaal, Lenzing, Österreich
Gelesen 292 mal Letzte Änderung am Freitag, 29 November 2019 13:52