Sonntag, 18 November 2018 20:58

Unter dem Radar - Northland (Melodic Death/Folk Metal)

geschrieben von Torn
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Wir schreiben das Jahr 2007, meine Anfänge im Metal liegen wenige Jahre zurück, mein Fokus liegt zu dieser Zeit auf Folk und Viking Metal, genauer gesagt auf Korpiklaani und Ensiferum. Die finnische Szene in diesem Genre ist sehr reichhaltig besetzt. Und rein zufällig stolpere ich über Northland, die seit gerade einmal drei Jahren versuchen, die spanische Metal-Schiene durchzuputzen...

Die bereits angesprochenen Ensiferum sind hier sicherlich stilistisch ein Vorbild - und natürlich schon viel länger aktiv. Das 2007er Album „Victory Songs“ zählt aber auch noch heute, elf Jahre später, zu meinen Favoriten aus dem epischen Folk Metal. Aber auch die Katalanen Northland geben sich mit ihrer ersten Demo „Freezing Sadness“, die ebenfalls 2007 erschien, ambitioniert und punkten in meinem Dunstkreis sogleich mit einer fortschrittlichen Orchestrierung und wirklich abwechslungsreichen Songs.

Wir schreiben das Jahr 2018, mein musikalischer Schwerpunkt konvergiert nun mehr gegen den Black und Sludge Metal, aber man vergisst ja nie seine Wurzeln. Im Laufe des Jahres habe ich die Gelegenheit, erstmalig Northland live zu Gesicht zu bekommen und mich sogar im Anschluss ein wenig mit den Spaniern zu unterhalten. Dabei erzählten mir Pau (Gesang, Gitarre) und der Live-Support (Dagda, sämtliche Flöten und Pfeifen - tätig auch bei Celtibeerian), dass man in den vergangen elf Jahren weiter aktiv war und nach der Demo bereits zwei Alben herausgebracht hat, „Northland“ (2010) und „Downfall and Rebirth“ (2015). Ein drittes sei bereits in Planung, sogar schon teilweise im Kasten und soll 2019 erscheinen. Die Jungs lassen sich also Zeit mit der Produktion ihrer Alben. Live spielen sie allerdings auch weiterhin Lieder aus den Anfangstagen. „Where the Heroes Die...“ beispielsweise ist schon auf der ersten Demo zu finden und kann demnach als Northland-Klassiker gesehen werden. Und der schlägt auch live brachial ein und steht seiner Plattenversion in nichts nach. Insgesamt war die Mischung aus epischer Musik und ausgelassener Party hervorragend. Die Vorfreude auf Album Nummer 3 steigt demnach sehr.

Aktuelle Besetzung

Pau Murillo - Vocals, Gitarre

Alex Fernández - Gitarre

Vic A. Granell - Bass, Vocals

Marcos Sanchis - Schlagzeug

Javi Rubio - Violine

Dagda - Dudelsack, Flöten (Live-Support)

Diskographie

2007 Freezing Sadness (EP)

2010 Northland (Album)

2015 Downfall and Rebirth (Album)

Review zu "Downfall and Rebirth"

Aber auch, wenn die Vorfreude auf kommende Platten groß ist, widmen wir uns erst einmal den bestehenden Formaten. „Downfall and Rebirth“ von 2015 als zweites Album verfolgt ähnliche Ansätze wie sein Vorgänger. Gleich beim Opener „When Nature Awakes“ lassen sich  Vergleiche zum ersten Album und vor allem zu den ersten Scheiben von Ensiferum ziehen. Der klassische Wechsel zwischen Growling in den harten Passagen und Clean-Gesang während des Refrains (meist auch aus mehreren Kehlen) erinnert sehr an die 'alten' Scheiben von 2007 und davor. Northland verbinden dabei sehr ruhige, instrumentale Momente mit sehr brachialen und erzählen auf diese Weise ihre Geschichten. Dabei stechen die volkstümlichen Instrumente wie Geige und Flöte allerdings deutlicher hervor als vergleichsweise bei Ensiferum oder Wintersun.

Nach der Hälfte des Albums wird es mit „Spirit in Darkness“ auch etwas langsamer, bleibt aber weiterhin intensiv. Die Instrumente harmonieren gut miteinander und untermalen den Gesang stimmig. Das geringe Tempo hält aber nur kurz an, denn „Whispers in the Wind“ legt vom ersten Ton an eine weitaus schnellere Taktart vor und bestätigt damit, dass Northland auch ordentlich Party machen können.

Der Titelsong „Downfall and Rebirth“ ist dann in seiner gesamten Instrumentalisierung noch ein Stück orchestraler als die Vorgänger und wirkt dadurch noch epischer. Mit knapp Acht Minuten ist er auch der längste Song auf dem Album und nimmt sich Zeit für die Sage, die er erzählen möchte. Dabei spiegelt sich die gesamte Vielfalt des Albums nochmals in einem einzelnen Titel wieder. Northland bleiben ihrer Linie also treu und stehen vergleichbaren Gruppen dabei in nichts nach.

Tracklist:

1. When Nature Awakes

2. Bloodred Sunrise

3. Together We Die

4. The Rite

5. Fury's Unleashed

6. Duskriders

7. Spirit in Darkness

8. Whispers in the Wind

9. Downfall and Rebirth

10. Moonlight Spell

11. Newborn Star

Weitere Informationen

Gelesen 269 mal Letzte Änderung am Sonntag, 18 November 2018 22:24

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When Nature Awakes Northland - Downfall and Rebirth