Donnerstag, 30 August 2018 18:08

Paganland - Auf Wiedersehen Mount Meru

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Abseits ausgetretener spiritueller Pfade, die vor allem im Genre des Black Metals inzwischen gefühlt viel zu oft ohne Hintergrund bewandert werden, lässt sich das Kunstprojekt Paganland selbst vom gewogenen Experimentalisten nur schwerlich finden. Gegründet um den Ausnahmekünstler Magus (Hermaphrodite Art, Beaten Victoriouses, Tears Of Fire, Nashmeh u.v.m.) sowie den festen Bandmembern Çaruk und Kim, nimmt sich Paganland verschiedenster Stilmittel an, um dem Hörer eine Wanderung durch die Sphären anzubieten.

Dies geschieht unter anderem durch traditionelle Instrumente wie Klangschalen, Trommeln, Balalaika, Gongs, Zither, Tambur und vor allem der Macht der Stimme. Kehlgesang, gezischte Lyrics und magische Formeln die gescreamt und gegrowlt vorgetragen werden, sind die Hauptzutat der Darbietung. Dabei kann man grundsätzlich auch nicht von reiner Musik sprechen, haben die Rituale grundsätzlich nicht den Anspruch nur klangliche Reize zu tragen, sondern leben stark von visuellen Reizen. Ob auf der Bühne live mit Blut gemalt und gezeichnet wird, oder eine Bauchtänzerin sich zur Musik wiegt und das Publikum in Trance führt – hier geht es um ein sich wandelndes Gesamtkunstwerk, das von verschiedenen Künstlern rund um Paganland geschaffen wird.

Man mag von Paganland viel eher von einem Kollektiv aus Künstlern sprechen, das je nach Bedarf an die jeweilige Veranstaltung zusammenkommt. Ob man im berühmt-berüchtigten Blackland mit Black Metal Bands, oder in einer Session zusammen mit Shizuku Aosaki, Fougue und Jas Josland im Berliner Prachtwerk auftritt – die unglaubliche Reichweite und Wandlungsfähigkeit von Paganland ermöglicht es, ein breites Spektrum an Publikum zu erreichen. Das Selbstverständnis der Band nimmt dabei Abstand davon, nur unterhalten zu wollen. Vielmehr ist die Musik „Kunst, ein Werkzeug und Methode – und nicht Unterhaltung, ein diszipliniertes Arbeiten an der eigenen Transformation weg vom funktionierenden Automaten hin zur bewussten Wesenheit.“ Inspiration ist dabei uraltes, längst vergessenes Wissen, das mit primitiven Instrumenten und folkloristischen Tänzen und Ritualen präsentiert wird und zu fesseln weiß.

Auf Wiedersehen Mount Meru“, die aktuelle CD der Band, ist dabei eine 20-minütige Subsummierung des gesagten und eine phantastische Reise durch rohe Klangwelten mit, für Europäer eher ungewöhnlichen Soundlandschaften. Für diese Art Output geben wir wie gewohnt keine Bewertung und nur die Empfehlung, Paganland live zu erleben, und sich einem der kommenden Rituale anzuschließen. Ansonsten können wir euch auch das Interview mit Magus ans Herz legen, das er uns auf dem UTBS 2018 gegeben hat.

Trackliste:

1 Houreh

2 Hewraman

3 Attempt of S.D

4 Blood Bender Breathing

5 Merkhavat

6 followers of silence path

Bewertung:

- / -

Weitere Informationen

  • Band: Paganland
  • Album Titel: Auf Wiedersehen Mount Meru
  • Erscheinungsdatum: 2017
  • Fazit: Für diese Art Output geben wir wie gewohnt keine Bewertung und nur die Empfehlung, Paganland live zu erleben, und sich einem der kommenden Rituale anzuschließen. Ansonsten können wir euch auch das Interview mit Magus ans Herz legen, das er uns auf dem UTBS 2018 gegeben hat.
Gelesen 668 mal Letzte Änderung am Freitag, 07 September 2018 15:26

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