Freitag, 04 Mai 2018 23:47

Mork - Eremittens Dal

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Eremittens Dal Eremittens Dal Mork

Wäre Mork schon 1991 aus der norwegischen Asche der Kirchen emporgestiegen, hätte die Band heute wohl schon „Kultstatus“. Inzwischen gesigned von Peaceville Records, die sich bekanntermaßen eher im Doom-Bereich einen Namen gemacht haben, existiert das „Fast-Ein-Mann“ Projekt von Thomas Eriksen seit 2004 – trat aber erst nach der ersten Demo „Rota til ondskap“ in 2007 wirklich in Erscheinung - Zuerst in 2013 mit der Full Length „Isebakke“ und dann in regelmäßigen Abständen mit diversen Alben, Ep's und Splits (unter anderem mit Drudensag, Dauden oder Ancient Obscurity).

Auf dem 2017er Output „Eremittens dal“ schiebt sich Thomas Eriksen blubbernd, grunzend und keifend durch das verschneite norwegische Gehölz, während ihm auf der Spur an der Gitarre Thomas Eriksen - und an den Drums Thomas Eriksen folgen. Zusammen formen Sie Mork, das Ein-Mann-Wunder aus Norwegen bzw. dem kleinen Ort Halden. Aber ganz alleine? Support erhält Thomas von Seidemann am Bass (1349, Tyrann, Svart Lotus) und keinem geringeren als Silenoz (Dimmu), der Eremittens Dal zusammen mit Thomas seine Stimme leiht. Was dabei herauskommt, ist eine perfekt aufeinander abgestimmte Melange aus Taake, Darkthrone und dem frühen Burzum, mit genau der Art Songkomposition, die in ihrer Einfachheit zu fesseln weiß. Ausschweifendes Riffing oder progressive Songstrukturen vermisst man hier (fast) völlig und die Songs bestechen durch die Bank weg mit gut eingesetzten Tempowechseln, die den Reiz eines jeden Songs ausmachen und den Hörer in den Bann ziehen, ohne Eintönigkeit aufkommen zu lassen. Thomas versteht zudem den im BM inzwischen Usus gewordenen würzenden Einsatz von Samples (Titeltrack!), die den Kompositionen zusätzlich Tiefe bescheren.

Natürlich wird auch hier nur mit Wasser gekocht und so stellt sich nach einer Weile und mehrfachem Hören dennoch das Gefühl ein, dass man den einen oder anderen Song schon gehört hat. „I hornenes bilde“ klingt im Aufbau bzw. den Strophen sehr wie „I enden av tauet“, nur in etwa um die Hälfte langsamer und mit einem „Riff“ weniger. Eingefleischten Fans, die von norwegischem True Black nicht genug bekommen können, dürften sich hieran aber weniger stören und die knapp 50 Minuten verfliegen wie im Sturzflug. Subsumiert ist „Eremittens Dal“ wohl ein Meisterwerk mit vielen „Vätern“ - seien es die Gastmusiker, die kulturellen Einflüsse oder vielleicht auch an der einen oder anderen Stelle die Live-Besetzung (Alex Bruun an der Gitarre, Daniel Minge an den Drums und Rob am Bass). An der Stelle kann ich nur empfehlen, dem Album ein oder beide Ohren zu schenken und sich von „Holdere Av Fortet“ oder „Likfølget“ wegblasen zu lassen! All Hail!

Trackliste:

01. Hedningens spisse brodder

02. Holdere av fortet

03. Forsteinet i hat

04. Eremittens dal

05. I hornenes bilde

06. Likfølget

07. Et rike i nord

08. I enden av tauet

09. Mørkets alter

10. Gravøl

Bewertung:

10 von 10 Punkten

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Eremittens Dal feat. Silenoz Mork