Dienstag, 10 Januar 2017 11:47

VAyl - Eclipse The Sun

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Eclipse The Sun Eclipse The Sun VAyl

Berlin scheint im Moment der musikalische Mittelpunkt aufstrebender Künstler zu sein. Ok, Stuttgart ist ebenso ein nicht zu vernachlässigender Motor in Sachen Entwicklung und Erneuerung der musikalischen Szene. Egal, aus Berlin stammt jedenfalls die Stoner - Band VAyl und servieren auf „Eclipse The Sun“ ca. 30 Minuten astreinen, staubtrockenen Rock, der ohne Kompromisse und sonstigen Einflüssen aus dem Psychedelic/Kraut/Space-Rock daherkommt. Schnörkellos, direkt und immer mit einem ordentlichen Punch ist die 5-Track EP zu uns geflattert.

Das Erste, was dem geneigten Hörer auffallen dürfte, wäre der ungewöhnliche Gesang, der eher im Metal beheimatet zu sein scheint, sich aber nach mehrmaligem zu-Gemüte-Führen, als das Highlight herausstellen dürfte. So ungewöhnlich es sich anhört, dieser entfesselt doch eine eigene Kraft, einen Sog, dem man sich gerne ergibt und lässt das Schaffen des Trios in einem sehr positiven Licht da stehen.


Der Opener „Welcome to the Badlands“ startet direkt und ohne langes Vorspiel und kommt druckvoll sowie differenziert zur Geltung. Der wechselnde Gesang zwischen der Metal-Variante und der leicht angegrungten Stimme macht ordentlich was her. Der Drive, den der Song im Laufe der 5 Minuten hat, gleitet wie ein roter Faden durch die komplette EP. Hier und da werden ein paar schöne Lead-Salven eingestreut und ebenso ein „Clean“ Part, der für ordentlich Abwechslung sorgt, bevor es wieder in die Vollen geht. „Amnesia“ ist ein direkter Schlag in die Magengrube.


Fies, schnell und kompromisslos werden die staubigen Riffs wie ein Sandsturm losgelassen. Der fast schon Death Metal-lastige Gesang und Double-Bass-Drum machen aus dem Song ein Monster, das mit Sicherheit, wenn Live dargeboten wird, Kopfnickgarantie verspricht. „Face to Face“ erinnert mit seinem langsamen Beginn und der Art zu singen, ein wenig an Alice in Chains, was durchaus als ein großes Kompliment zu verstehen ist. Überhaupt wird durch wechselndes Tempi und Variation in Struktur eine EP erschaffen, die den Spannungsbogen hochhält und musikalisch keine Wünsche offen lässt. Komplett in Eigenregie aufgenommen, abgemischt und produziert wissen VAyl, wie man konsequent und fokussiert Songwriting betreibt und hinterlassen einen bleibenden Eindruck.


Ausufernde, bis ins Unendliche Hinausgezögerte Improvisationsmusik wird hier nicht kredenzt. Hier gibt es nur ein Gang und der ist Vollgas. Das steht den Berlinern aber gut zu Gesicht und die leichten Grunge-Einflüsse und der abwechslungsreiche Gesang tun ein Übriges, um sich eine halbe Stunde anfühlen zu lassen, als seien es nur fünf Minuten. Eine Entdeckungsreise für Aufgeschlossene und für Kenner eigentlich ein Muss. Musikalische Eigenständigkeit und eine ansprechende Produktion bereiten Freude und man hofft, dass es den Jungs gelingt, auch auf Albumlänge so ein Niveau zu halten.


Titelliste:

01. Welcome to the Badlands

02. Amnesia

03. Face to Face

04. Insomnia

05. Left Undone


Bewertung:

8 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: VAyl
  • Album Titel: Eclipse The Sun
  • Erscheinungsdatum: 01.10.2016
  • Fazit: Ausufernde, bis ins Unendliche Hinausgezögerte Improvisationsmusik wird hier nicht kredenzt. Hier gibt es nur ein Gang und der ist Vollgas. Das steht den Berlinern aber gut zu Gesicht und die leichten Grunge-Einflüsse und der abwechslungsreiche Gesang tun ein Übriges, um sich eine halbe Stunde anfühlen zu lassen, als seien es nur fünf Minuten. Eine Entdeckungsreise für Aufgeschlossene und für Kenner eigentlich ein Muss. Musikalische Eigenständigkeit und eine ansprechende Produktion bereiten Freude und man hofft, dass es den Jungs gelingt, auch auf Albumlänge so ein Niveau zu halten.
Gelesen 1641 mal Letzte Änderung am Dienstag, 10 Januar 2017 14:19

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Eclipse the Sun EP (2016) VAyl