Dienstag, 03 Januar 2017 09:53

Black Table - Obelisk

geschrieben von Metalwolf
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Obelisk Obelisk Black Table

Ja, was haben wir denn da? Die Musik von Black Table zu beschreiben und in eine Schublade zu packen, ist unheimlich schwer. Das Debütalbum „Obelisk“ gehört mit Sicherheit zu den ungewöhnlichsten Veröffentlichungen des Jahres 2016. Die Band beschreibt sich selbst als Experimental Metal Band - was zwar nicht falsch ist, aber nichts ist, worunter man sich etwas vorstellen kann.

Ich versuche mich einmal an einer Einordnung: ganz grob gehört die Band in die Black Metal Ecke. Was sie aber vom Gros dieser Bands unterscheidet, ist zum einen die Sängerin. Zum anderen werden hier verstärkt Klangcollagen aus vielen übereinander geschichteten Elementen erzeugt, die ein ganz eigenes Flair besitzen. Eines vorweg: wer bei Black Metal mit Frauengesang gleich denkt er weiß, wie diese Kombination klingt, wird von Black Table eines Besseren belehrt. Die stark verzerrten Schreie klingen wie Hilferufe aus dem Jenseits und werden häufig wie Keyboards für den unterliegenden Klangteppich eingesetzt – man muss das wirklich selbst gehört haben, um sich ein Bild machen zu können.


Der Opener „Equilateral“ ist rein instrumental und schafft eine apokalyptische Grundstimmung, welche die nachfolgenden Stücke noch weiter ausbauen. Die Songs sind allesamt wirklich komplex und äußerst abwechslungsreich aufgebaut, hier wird zu keinem Zeitpunkt einfach nur durchgeknüppelt. Ich habe mit Black Metal normalerweise überhaupt gar nichts am Hut, aber dieses Album ist nicht nur handwerklich toll gemacht, sondern klingt auch hervorragend. Stellen mit vertracktem Schlagzeugspiel wechseln sich mit dichten, atmosphärischen Parts, melodischen Lead Gitarren und einem wilden Gesang aus dem Jenseits ab und ergänzen sich in ganz außergewöhnlicher Weise. Der Anteil des Gesangs ist insgesamt relativ gering, es wirkt aber zu keinem Zeitpunkt so, als würde etwas fehlen. Ganz im Gegenteil wird hier sehr gekonnt mit Kontrasten gearbeitet. Diese Liebe zum Detail merkt man auch beim Artwork: das Digipack ist liebevoll gestaltet und das Booklet gehört zu den informativsten seiner Art, wodurch es kaum Wünsche offenlässt. Neben den Texten finden sich zu jedem Song Hintergrundinformationen - wer möchte, kann hier noch tiefer als nur musikalisch in das Gesamtkunstwerk eintauchen.


Trackliste:

1. Equilateral

2. Obtuse

3. Helm

4. Shadow

5. Gargantua

6. Cromagnon

7. Homo Ergaster

8. Closing


Bewertung:

8 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Black Table
  • Album Titel: Obelisk
  • Erscheinungsdatum: 14.10.2016
  • Fazit: Wer auf Melodievielfalt, unerwartete Blast Attacken, groovige Parts und Metalgewitter steht, sollte hier unbedingt reinhören - auch wenn er sonst kein Black Metal Fan ist. „Obelisk“ ist ein Album mit vielen Facetten, bei dem es auch bei mehrmaligem Hören noch Neues zu entdecken gibt.
Gelesen 1653 mal Letzte Änderung am Dienstag, 03 Januar 2017 09:59

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Obelisk Trailer Black Table