Montag, 02 Januar 2017 16:44

Pentarium - Schwarzmaler

geschrieben von Crimson
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Schwarzmaler Schwarzmaler Pentarium

Mit „Schwarzmaler“ liefern Pentarium Nachschub für Freunde des düsteren, deutschsprachigen Metal. Was dem Debut an Persönlichkeit und Kreativität fehlte, macht die zweite Veröffentlichung an vielen Enden besser und erfindet die Band praktisch neu. Wie es Pentarium geschafft haben ihren eigenen Stil zu prägen und unverkennbar zu werden, könnt ihr hier erfahren.

Gab es auf dem 2012er Album „Blood for Blood“ noch überwiegend generischen Death Metal mit gelegentlichem Keyboardeinsatz, überrascht „Schwarzmaler“ umso mehr mit gänzlich neuen Ideen. Deutschsprachig und textlich düster ist der neue Stil, kombiniert mit stimmigerem und dezenterem Keyboardeinsatz. Zwar schaffen die Griesheimer sich damit ein gewisses Alleinstellungsmerkmal, welches ihren Wiedererkennungswert erheblich steigert, jedoch an der Umsetzung und Produktion teils scheitert.


Nach dem kurzen Keyboardsolo von „Kronzeuge“ beginnt das Album mit einem Song, der noch etwas mit den Fähigkeiten der Band geizt. Die Growls von Sänger Carsten Linhs bringen den Hass des Liedes gut zum Hörer, jedoch fällt das Schlagzeug durch seine eigenwillige Abstimmung zunehmend negativ auf. „Vanitas“ variiert mit allem etwas mehr, sticht dennoch erneut nicht heraus obwohl der Song grundsätzlich einiges an Potential offenbart. Erst mit „Seelenheil“ lockert sich die bisherige Struktur auf und bietet nach dem prägnanten Intro den düsteren und melodischen Death Metal, den man von Pentarium erwartet. Ein versuchter inhaltlicher Tiefgang gelingt leider nur mäßig, was dem Song aber wenig schadet und Luft für die Zukunft lässt. Ein wenig besser gelingt dies noch mit dem melancholischen „Auf schwarzen Schwingen“, bei dem die 6 Hessen kurzzeitig einen Gang zurückschalten und ihre bis dato stärkste Komposition in Sachen Abwechslung und Kreativität abliefern. Auf dem nahezu gleichen Niveau folgt „Nimmermehr“, der das Tempo wieder etwas anhebt und die Sünden der ersten beiden Lieder nahezu vergessen lässt. Stimmliche Variation trifft auf ausgefeilte Riffs, die den Hörer gut in die Welt von Pentarium eintauchen lässt und sich mit „Totendämmerung“ weiter manifestiert. Düster und apokalyptisch kommt es von Anfang bis Ende daher und überzeugt durchweg.


„Macht durch Angst“ ist das bis dahin gesellschaftskritischste Lied und zeigt, dass Pentarium nicht nur die Sprache geändert haben, sondern den Hörer auch zum Denken anregen wollen auf ihre eigene, durchweg düstere Art. Der Erfolg dessen ist ausbaufähig, sollte jedoch unbedingt beibehalten und ausgebaut werden, wenn man nicht im Einheitsbrei verschwinden will. Die folgenden Lieder setzen das akustische Bild der Band fort und bieten bis zum Schluss durchweg gute Akzente der Band. Auf Dauer wirkt das Schlagzeug zu monoton, was den Liedern teils die Atmosphäre nimmt und gerade bei „Am Waldesrand“ und „Drachenstein“ etwas die Freude mindert. Besonders hervorzuheben ist mit seiner ungemeinen Power und seiner elegischen Stimmung der Abschluss des Albums, der Titeltrack „Schwarzmaler“. Erneut zeigt sich erst beim letzten Song das gesamte Können der Band und fasziniert mit allem positiven Erwähnenswerten der Band wie ausgefeilte Texte sowie stimmige Instrumente, die eine runde Atmosphäre bieten. Mehr Lieder wie diese und das Album wäre wahrlich faszinierend und exemplarisch für sein Genre. So ist es teils die Produktion die den Gesamteindruck schmälert, teils das ungenutzte Potential.

 

Tracklist:

01 Kronzeuge

02 Vantias

03 Seelenheil

04 Auf schwarzen Schwingen

05 Nimmermehr

06 Totendämmerung

07 Macht durch Angst

08 Gevatter Tod

09 Am Waldesrand

10 Drachenstein

11 Weltenbrand

12 Schwarzmaler

 

Bewertung:

8 von 10


Weitere Informationen

  • Band: Pentarium
  • Album Titel: Schwarzmaler
  • Erscheinungsdatum: 09.09.2016
  • Fazit: Pentarium's neuer Stil kann durchaus überzeugen. Düster und apokalyptisch passt zur Band, leider ist es teils die Produktion die den Gesamteindruck schmälert, teils das ungenutzte Potential. Dennoch erteile ich eine Hörempfehlung!
Gelesen 2043 mal Letzte Änderung am Montag, 02 Januar 2017 17:07

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Schwarzmaler Pentarium